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Montag, 10. April 2017

Saisonauftakt im Kellerwald: Es lebe mal wieder die Tradition!

Dass ich im Kellerwald schon unzählige Male gestartet bin, beweist die Tatsache, dass ich dort mittlerweile ohne die Hilfe eines Navigationsgerätes hinfinde. Und das will bei meinem Orientierungssinn schon echt etwas heißen. Am Rennmorgen verriet der Blick aus dem Fenster, dass die Nacht ganz schön eisig war, da alles eine leichte Eisschicht umgab. Dennoch vertraute ich der Wettervorhersage voll und ganz und war mir sicher: Das werden heute noch sonnige 23 Grad. Auf der Fahrt durch dicke Nebelschwaden, die teilweise keine Sicht zuließen und minus 3 Grad auf der Anzeige, geriet mein Kleidungskonzept kurz ins Wanken. Letztlich war ich mit meinem neuen Einteiler, den ich mir schon so lange gewünscht hatte (und der angeblich auch so schnell machen soll ☺) und heute mit aller Gewalt tragen wollte, im Prinzip nur auf wärmere Temperaturen eingestellt. Überhaupt hatte ich gar keine wärmeren renntauglichen Kleidungsstücke eingepackt. Doch dann brach wie aufs Stichwort hinter dem letzten Hügel nach Gilserberg die Sonne durch den Nebel und die Temperaturen kletterten schlagartig aus dem Minusbereich. Auf dem Weg zur Abholung der Startunterlagen überkam mich dann direkt das Rennfieber, als ich die vielen Gleichgesinnten mit den fein gesäuberten Rennmaschinen sah, den Klang der surrenden freien Rollen zum Warmfahren hörte und meine Startnummer am Lenker befestigte.

Das erste Rennen ist immer etwas Besonderes, auch wenn man im Leben schon so oft an der Startlinie stand. Schließlich weiß man nie, wie gut die anderen den Winter über trainiert haben und wo man selbst steht. Für mich lief das Wintertraining für die Saison bedingt durch einen Trainerwechsel und die Arbeit mit einem Wattmesser etwas anders ab als in den letzten Jahren, dafür aber um einiges effektiver. Auch materialtechnisch konnte ich einige neue Errungenschaften testen und mein Rad hat noch einmal Gewicht verloren. Was zudem neu ist: Das Warmfahrprogramm. Sonst gab es dort bei mir nie ein richtiges Konzept – doch dies wurde nun mit einem Programm für die freie Rolle geändert.

So war ich also sehr gespannt und aufgeregt, als ich mich – gut aufgewärmt – im Startblock einfand. Die Sonne hatte mittlerweile den Kampf gegen den kalten Nebel vollkommen gewonnen, sodass ich in meinem gewählten Outfit nicht mehr frieren musste. Das Rennen an sich war dann einfach nur schnell. Ich genoss den staubtrockenen Boden und die feinen Trails und dachte im Prinzip das ganze Rennen über an gar nichts außer Fahren, Schalten, Bremsen. So fokussiert zu sein fällt mir nicht immer leicht, da meine Gedanken auch gerne beim Rennen einmal abdriften (z. B. Steuererklärung, habe ich das Auto eigentlich zu gemacht, was Esse ich denn nachher als Erstes, ach sieh an – die Bäume werden ja schon grün, oh ein Reh) und ich mich nicht voll konzentrieren kann. Doch scheinbar war ich voll im Rennmodus und ehe ich mich versah, war ich auch schon im Ziel. Als erste Frau mit sieben Minuten Vorsprung und insgesamt waren nur 12 Männer schneller.
 

Im Ziel bekam jeder Finisher ein Brot gereicht und ich bekam ein zusätzliches Brot (das Brot hat rund einen halben Meter Durchmesser!) als Siegprämie. Dadurch konnte ich den Nahrungsmittelbedarf der nächsten Wochen erfolgreich sicherstellen.

 
 
Ich freue mich auf die nächsten Rennen!

In diesem Sinne: Keep on riding,

Vanessa

 Zitate des Tages:

„Du kannst auch durch den Bach durchfahren, ist nicht tief!“

            „Nee, aber nass.“

„Wer macht den da vorne Führungsarbeit?!“

„Das lag nur an Aerohelm und Einteiler, sonst wärst du nicht so schnell gewesen.“

 

 

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