We are specialized!

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Montag, 24. April 2017

Bad Harzburger Mountainbike Marathon: Gute Vorbereitung ist viel wert.

Am vergangenen Wochenende führte mich der Rennkalender in eine bis dato unbekannte Region: In den Harz an den Fuß des Brockens. Vom dort stattfindenden Bad Harzburger Mountainbike Marathon hatte ich im Vorfeld nur Gutes gehört, sodass ich neugierig wurde und diesen selbst einmal fahren wollte. Da die geographische Entfernung von meiner Heimat zu viel für eine Anreise am Renntag war, reisten wir bequem am Vortag des Rennens an. So gab es damit verbunden auch gleich einige Vorteile: Streckencheck und testen der Bedingungen am Rennvortag, Ausschlafen am Renntag und kurze Anreise zum Start von nur rund 5 Minuten. Zu verdanken haben wir diese Tatsachen der Gastfreundschaft und liebevollen Betreuung von zwei Bekannten, die uns bei sich zu Hause aufnahmen. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Die für mich so wichtige Vorbelastung (bisher galt: Mit der Vorbelastung steht und fällt das Rennen – eventuell muss ich diese Aussage nun überdenken) fand demnach direkt auf der Strecke des Marathons statt. Jedoch stellte ich dabei fest, dass meine Beine sich nicht sonderlich gut anfühlten. Das kalte Wetter mit vielen Regengüssen trug seinen Teil zur Stimmungslage bei. Insgesamt kann ich froh sein, dass mein Lieblingsmensch mich aufgrund meiner Meckereien nicht irgendwo im weitläufigen Harz zurückließ.   Alles in allem war ich mir am Vorabend des Ereignisses nicht so sicher, ob es ein gutes Rennen werden würde. Durch diverse Videoananalysen, Insider-Tipps zur Strecke und deren Schlüsselstellen sowie den Bedingungen durch unsere ortskundigen Gastgeber fühlte ich mich jedoch zu mindestens auf die unbekannte Strecke bestens vorbereitet.

Der Rennmorgen begann dann so entspannt, wie noch kein Rennmorgen in meinem Leben je begonnen hatte. Denn zumeist ist die Zeit straff durchgetaktet, um zum einen die maximale Schlafdauer auszureizen und zum anderen gerade noch rechtzeitig anzukommen. Diesmal war es anders: Ausschlafen, in Ruhe frühstücken und den Service genießen, die Startunterlagen abgeholt zu bekommen.

Das Wetter bot einen harmonischen Mix aus allen erdenklichen Wetterlagen: Schneeschauer, Graupel, Regen, Wind, Sonne und vor allem Kälte. Typisch April – zum Glück ist dieser Monat bald Geschichte. J Das Warmfahren lief nach einigen Startschwierigkeiten im Umgang mit der freien Rolle (dies möchte ich an dieser Stelle nicht genauer ausführen, glücklicherweise gibt es keine ZeugenJ) gut, sodass ich mich mit viel Rennlust und Vorfreude an der Startlinie einfand. Mein Start war extrem aggressiv und schnell, sodass ich direkt eine große Lücke aufriss und mich an die Führungsgruppe hängte.
 
 
 
 
 
Denn ich wusste, dass mich am ersten Berg 6 Kilometer und fast 500 Höhenmeter am Stück auf einem engen Singletrail erwarteten. So war eine gute Ausgangsposition Grundvoraussetzung für ein flüssiges Durchkommen ohne Stau am Berg.
 
Die Wattwerte auf dem Garmin erreichten utopische Dimensionen und ich wunderte mich selbst über diesen Start. Am Berg pendelte sich mein Tempo dann auf einem gleichmäßigen und zügigen Level ein. Die Trails waren zwar matschig und erforderten volle Konzentration, machten aber sehr viel Spaß. Forstautobahnen gab es nur als kurze Zulieferer zwischen den einzelnen Trails. Der vorletzte Trail querte einen Bach, vor dem ich im Vorfeld gewarnt wurde.
 
 
Um einen Plattfuß durch die spitzen Steine zu vermeiden, sollte das Tempo gedrosselt werden. Gut so, denn am Rand säumten sich bereits viele Reifenpannen-behebende Sportler. Nach dem letzten Anstieg folgte kurz vorm Ziel ein rasanter Wiesentrail. Die letzten Meter hörte ich bereits die Zuschauer aus dem Sportpark und freute mich auf die Zieleinfahrt. Als erste Frau überquerte ich die Ziellinie und war auch ein bisschen stolz, dass nur 8 Männer schneller waren als ich.
 

Ein super Event mit toller Strecke! Dafür hat sich die weite Anreise in den Harz gelohnt. An Toralf und Beate noch einmal ein großes Dankeschön für die Gastfreundschaft, die persönliche Betreuung an der Strecke und die Fotos!!

Nächste Woche reise ich zum Bergzeitfahren nach Schotten.

In diesem Sinne,

Keep on riding,
 
 
 
Vanessa

 
Zitate des Tages:

„So ein Rennen ist schnell gefahren, aber bis man wieder alle Spuren beseitigt hat.“

„Am Berg ging die Kleine ja voll ab!“

„Habt ihr hier auch manchmal gutes Wetter?!“

Sonntag, 23. April 2017

Hellental 2017: Aller Anfang ist schwer

Ja, schon klar. Ich weiß, ich weiß, ich bin spät dran. Und dann immer die gleichen Ausreden: Training, Uni, Kaninchen, Lieblingsmensch, Ostern... Es gibt einfach immer was zu tun, gerade im Frühling, wenn man nach dem ewigen Winter gar keine Wahl mehr hat als raus zu gehen. Aber da jetzt bei uns auf dem Berg der Winter zurück ist und draußen die Flocken fliegen, habe ich Zeit mein erstes Rennen nach 10 Monaten schriftlich zu verarbeiten.

Ich habe im Vorfeld lange überlegt, ob ich überhaupt wieder Rennen fahren will. Wann immer ich auf meine Saisonplanung angesprochen wurde hielt ich mich bewusst bedeckt und unbestimmt. Was ich sicher wusste war nur, das ich mir in dieser Hinsicht keinen Druck machen wollte und möglichst nach Lust und Laune antreten wollte. Nicht einmal einen Rennplan hatte ich mir bis dato geschrieben. Aber als der Warm-up Marathon in Hellental immer näher rückte, kam auch das Rennfieber zurück. Nach einem letzten Zögern, ob es wirklich so klug war am Vortag vor einer Uniprüfung den ganzen Tag auf dem Rad zu verbringen, war ich am frühen Sonntagmorgen auf dem Weg in den Solling, wo schon um kurz vor 8 reges Treiben im Fahrerlager herrschte: Räder wurden begutachtet, Luft aufgepumpt, Profile verglichen und nicht zuletzt Umarmungen ausgetauscht. Das erste Rennen in der neuen Saison ist immer ein bisschen wie ein großes Familientreffen, wo man Menschen trifft, die man zwar irgendwie schon ewig kennt, aber viel zu selten sieht. Bereits zum viertel Mal meldete ich mich im Wirtshaus des kleinen Ortes an und erhielt im Gegenzug meine Startnummer.
Die Zeit bis zum Start verging viel zu schnell. Umziehen, Rad checken, Warm fahren, Aufstellung im Startblock. Diesmal achtete ich darauf, mich nicht zu weit nach vorne zu schieben, denn obwohl die Strecke in diesem Jahr geändert worden war, in Hellental muss man immer zuerst einen langen fiesen Asphaltanstieg erklimmen, bis man im Wald Gas geben kann.

Nachdem der Startschuss gefallen war startete also genau an diesem Berg meine Rennsaison 2017. Ich hatte ihn aber viel schlimmer in Erinnerung gehabt und konnte von dem „Sog der Masse“ profitieren. Die folgenden 10 Kilometer vergingen zwischen Trails, Forstautobahnen und längeren Anstiegen schnell und meine Beine hatten heute einen guten Tag erwischt. Zweimal wurde ich in dieser Zeit von anderen Fahrern auf unseren Blog angesprochen, danke an dieser Stelle an unsere treuen Leser! Immer wieder traf ich auf eine Gruppe, in denen mein Teamkollege Tobias mitfuhr. Und ohne dass wir darüber gesprochen hätten, auf einmal waren wir ein Team. Und es war schnell klar wer von uns dabei profitieren würde ;)
Der gefürchtete Wiesenanstieg
Nach dem langen flachen Sprint durch das namesgebende Hellenthal mussten wir, wie in jedem Jahr, den Wiesenanstieg zur anderen Seite des Sollings hoch. Wieso haben sie denn bloß nicht diesen Teil der Strecke geändert? Unsere Teamkollegen am Streckenrand gaben uns den Stand der Dinge durch: Ich lag im Moment auf dem 2. Platz in der Damenwertung und keine 20 Sekunden hinter der Dame in Führung. Damit war das Ziel also klar. Nach einem wurzeligen Trail folgte ein langer zehrender Anstieg, der einfach nicht enden wollte. Wir hatten uns einer schnelleren Gruppe angeschlossen und fuhren ein sehr zügiges Tempo, was ich allein ganz sicher nicht gewählt hätte. Aber so musste ich nur auf das Hinterrad vor mir achten und hatte sogar Zeit zu denken: Hey, wie cool ist das denn, es läuft ja super! Und dann kamen uns auf einmal Fahrer entgegen, die uns deutlich machten: Wir hatten uns verfahren. Wir hatten doch tatsächlich die Abbiegung zum Trail verpasst. Nach Unglaube (Nicht wirklich jetzt, oder?), Wut (Na toll, das hat mich jetzt die Platzierung gekostet!!) folgte schließlich Akzeptanz (hey, was soll’s, wenigstens gibt’s gleich Kuchen im Ziel). “Gleich“ war in diesem Fall allerdings sehr relativ. Die letzten 10 Kilometer zogen sich wie Kaugummi. Schlammige Trails, Anstiege, wieder schlammige Trails, schlammige Abfahrten. Und dann auch noch kein Ziel mehr vor Augen. Der arme Tobias musste sich meine Quengelei anhören: Wieso geht es hier immer nur bergauf? Wir müssten doch längst im Ziel sein! Wieso sind wir immer noch im Wald? Ich schreibe doch morgen Klausur... Aber schließlich erreichten wir den Funpark und kannten uns schließlich wieder aus. Wir gaben auf den letzten Metern nochmal alles und hatten eigentlich vor einträchtig nebeneinander ins Ziel zu fahren. Dies führte allerdings bei mir dazu, dass ich die erste Zeitnahme übersah und fast auf die Ziellinie gefallen wäre. An den Aufschrei der Zuschauer kann ich mich noch ziemlich gut erinnern.
Seht ihr, da sind wir dann falsch gefahren und dann...

Im Ziel herrschte erst einmal allgemeine Verwirrung. Alle fragten sich, wo ich geblieben sei und wie ich noch nicht im Ziel sein konnte, wenn mich doch keiner überholt hatte.  Es stellte sich aber relativ schnell heraus, dass wir nicht die Einzigen waren, die auf der neuen Strecke Probleme mit der Beschilderung gehabt hatten. Zu unserer großen Überraschung hatte ich es trotzdem noch auf den 3. Platz bei den Damen geschafft und ich freute mich riesig über mein erstes Podium 2017. Zudem wir letztendlich statt 32 36 Kilometer auf dem Tacho hatten. So schmeckte der Kuchen im Ziel gleich noch besser.

An dieser Stelle vielen liebe Dank an meinen Teamkollegen Tobias, ohne den ich ganz sicher nicht noch auf dem 3. Platz gelandet wäre. Und es hätte ganz sicher auch nicht soviel Spaß gemacht!

Fazit: Es hat super viel Spaß gemacht wieder an der Startlinie zu stehen. Und auch wenn ich keinen Rennplan habe, ich werde bestimmt bald wieder an der Startlinie stehen.
Zum Beispiel bei der Bezirksmeisterschaft im Bergzeitfahren, wer weiß, wer weiß...

Keep riding,

Evelyn







Montag, 10. April 2017

Saisonauftakt im Kellerwald: Es lebe mal wieder die Tradition!

Dass ich im Kellerwald schon unzählige Male gestartet bin, beweist die Tatsache, dass ich dort mittlerweile ohne die Hilfe eines Navigationsgerätes hinfinde. Und das will bei meinem Orientierungssinn schon echt etwas heißen. Am Rennmorgen verriet der Blick aus dem Fenster, dass die Nacht ganz schön eisig war, da alles eine leichte Eisschicht umgab. Dennoch vertraute ich der Wettervorhersage voll und ganz und war mir sicher: Das werden heute noch sonnige 23 Grad. Auf der Fahrt durch dicke Nebelschwaden, die teilweise keine Sicht zuließen und minus 3 Grad auf der Anzeige, geriet mein Kleidungskonzept kurz ins Wanken. Letztlich war ich mit meinem neuen Einteiler, den ich mir schon so lange gewünscht hatte (und der angeblich auch so schnell machen soll ☺) und heute mit aller Gewalt tragen wollte, im Prinzip nur auf wärmere Temperaturen eingestellt. Überhaupt hatte ich gar keine wärmeren renntauglichen Kleidungsstücke eingepackt. Doch dann brach wie aufs Stichwort hinter dem letzten Hügel nach Gilserberg die Sonne durch den Nebel und die Temperaturen kletterten schlagartig aus dem Minusbereich. Auf dem Weg zur Abholung der Startunterlagen überkam mich dann direkt das Rennfieber, als ich die vielen Gleichgesinnten mit den fein gesäuberten Rennmaschinen sah, den Klang der surrenden freien Rollen zum Warmfahren hörte und meine Startnummer am Lenker befestigte.

Das erste Rennen ist immer etwas Besonderes, auch wenn man im Leben schon so oft an der Startlinie stand. Schließlich weiß man nie, wie gut die anderen den Winter über trainiert haben und wo man selbst steht. Für mich lief das Wintertraining für die Saison bedingt durch einen Trainerwechsel und die Arbeit mit einem Wattmesser etwas anders ab als in den letzten Jahren, dafür aber um einiges effektiver. Auch materialtechnisch konnte ich einige neue Errungenschaften testen und mein Rad hat noch einmal Gewicht verloren. Was zudem neu ist: Das Warmfahrprogramm. Sonst gab es dort bei mir nie ein richtiges Konzept – doch dies wurde nun mit einem Programm für die freie Rolle geändert.

So war ich also sehr gespannt und aufgeregt, als ich mich – gut aufgewärmt – im Startblock einfand. Die Sonne hatte mittlerweile den Kampf gegen den kalten Nebel vollkommen gewonnen, sodass ich in meinem gewählten Outfit nicht mehr frieren musste. Das Rennen an sich war dann einfach nur schnell. Ich genoss den staubtrockenen Boden und die feinen Trails und dachte im Prinzip das ganze Rennen über an gar nichts außer Fahren, Schalten, Bremsen. So fokussiert zu sein fällt mir nicht immer leicht, da meine Gedanken auch gerne beim Rennen einmal abdriften (z. B. Steuererklärung, habe ich das Auto eigentlich zu gemacht, was Esse ich denn nachher als Erstes, ach sieh an – die Bäume werden ja schon grün, oh ein Reh) und ich mich nicht voll konzentrieren kann. Doch scheinbar war ich voll im Rennmodus und ehe ich mich versah, war ich auch schon im Ziel. Als erste Frau mit sieben Minuten Vorsprung und insgesamt waren nur 12 Männer schneller.
 

Im Ziel bekam jeder Finisher ein Brot gereicht und ich bekam ein zusätzliches Brot (das Brot hat rund einen halben Meter Durchmesser!) als Siegprämie. Dadurch konnte ich den Nahrungsmittelbedarf der nächsten Wochen erfolgreich sicherstellen.

 
 
Ich freue mich auf die nächsten Rennen!

In diesem Sinne: Keep on riding,

Vanessa

 Zitate des Tages:

„Du kannst auch durch den Bach durchfahren, ist nicht tief!“

            „Nee, aber nass.“

„Wer macht den da vorne Führungsarbeit?!“

„Das lag nur an Aerohelm und Einteiler, sonst wärst du nicht so schnell gewesen.“