We are specialized!

We are specialized!

Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016 - Es kann nur besser werden!

Das Wichtigste zuerst: Ja, mich gibt es auch noch! Ich hatte in diesem Jahr so viele Ups und Downs, das ich rund um die Uhr damit beschäftigt war, dagegen anzuarbeiten.
Ich habe lange überlegt ob ich überhaupt einen Jahresrückblick machen will, wo ich doch so lange still gewesen bin, aber ich denke es ist einfach eine geeignete Art, mit diesem doofen Jahr 2016 endlich abzuschließen.

Auch in diesem Jahr begann die Radsportsaison für mich mit einem Trainingslager in Mallorca. Es ist nicht so, dass ich bis dahin nicht trainiert habe, aber nichts geht halt über 10 Tage Sonne, Strand und Rennrad mit der coolsten Crew! Nachdem vorher aus persönlichen Gründen sehr lange unklar war ob ich dieses Jahr dabei sein kann bin ich wahnsinnig froh dabei gewesen zu sein. Es war einfach wieder eine wahnsinnig tolle Erfahrung hat mich auf jeden Fall weiter gebracht. Und Leute, ich liebe euch alle!
 
Gut vorbereitet startete ich also Anfang April in mein erstes Jahr als Lizenzfahrer für die Bad Bikers. Zum dritten Mal stand ich nun beim Hellentaler Warm-Up Marathon an der Startlinie und konnte direkt meinen ersten Sieg in der Lizenzklasse einfahren. Was für ein Start in die Saison, wo ich mich doch mit Entgegennahme meiner Lizenz eigentlich erstmal vom Treppchen verabschiedet hatte.

Dann stand der Marathon in Bad Harzburg an. Nachdem mich die anspruchsvolle Strecke letztes Jahr fast zum Aufgeben gezwungen hatte stand ich mit gemischten Gefühlen im Schneeregen an der Startlinie. Doch es lief viel besser als erwartet, ich konnte mich auf meine Fähigkeiten verlassen und die Kondition tat auch bei starkem Schneefall einwandfrei ihren Dienst, der zweite Platz schien völlig sicher. Und dann platze mein Reifen 4 Kilometer vor dem Ziel. Ich rannte, rutschte, fuhr auf der Felge und  kämpfte für eine Platzierung, doch trotzdem reichte es letztendlich nur für den 4. Platz. Trotz einer eigentlich fantastischen Leistung war ich am Boden zerstört.

Revanche. Ich wollte es unbedingt wissen. Am 1. Mai stand ich spontan wieder an der Startlinie, diesmal beim Bergzeitfahren in Kaufungen. 2. Platz, neue Erfahrung, top Renntag für mich.

Und dann kam der Virus. Zunächst getarnt als vermeintlich nervige, aber nach einer paar Tagen auskurierte Mandelentzündung.

Nichtsahnend war ich Ende Mai beim Bikefestival in Willingen dabei und durfte aus dem ersten Startblock heraus starten, dort wo die ganz großen Namen in Sichtweite waren. Das Rennen allerdings zog sich wie Kaugummi, die Beine wollten nicht, die Schaltung gab schließlich auf. Doch Dank der Motivation von Dani fuhr ich das Rennen zu Ende und harkte es in der Kategorie „Schlechter Tag“ ab. 
 














Doch es wurde nicht besser. Nicht beim Start in Neuhaus, nicht in Rinteln und schon
Mal so gar nicht in Neumorschen, wo ich während des Rennens kollabierte. Ratlosigkeit machte sich breit. Ich bekam einfach keinen Druck aufs Pedal, mir fehlte die Energie, die Kraft. Mein Körper rebelliert. Die Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber. Das heißt für Sportler: das war es erstmal mit Sport. Ich musste die Saison vorzeitig beenden. Stattdessen Ruhe, Schonen, Regeneration. Das liegt mir ja mal so gar nicht.

Zu meiner Frustration über den Verlauf der Rennen, die ich gefahren war kam nun die Frustration über die Zwangspause und kurz darauf die Frustration darüber, beim Training nie richtig Gas geben zu dürfen. Das ist eine Menge Frustration auf einmal und führte bei mir zu dem Zweifel, ob es das alles wirklich wert ist. Genau zu diesem Zeitpunkt schnappte ich mir mein Bike und fuhr ein Wochenende in den Thüringer Wald. Irgendwo zwischen schmalen Trails, dichten Wäldern und Bächen fand ich meine Begeisterung, Leidenschaft und Kampfgeist für den Sport zurück. Und von da an ging es auch langsam aber sicher wieder aufwärts. Kurz darauf adoptierte ich ein zweites „Baby“: ein schwarzes Rennrad gehörte von nun an zu unserer Familie.

Nach 4 Monaten Grundlagentraining, in denen meine Pulsuhr mein bester Freund wurde, lief es im Herbst endlich wieder besser. Die Trails gehörten wieder mir, die Bergsprints klappten wie am Schnürchen, die Rennradkilometer purzelten. Ich hatte das Licht am Ende des Tunnels erreicht.

Ich habe in diesem wechselvollen Jahr wahnsinnig viel Unterstützung erfahren, für die ich sehr dankbar bin. Danke vor allem an meine Familie und meinen Lieblingsmenschen: ihr habt immer dafür gesorgt, dass ich das Licht am Ende sehe und weiter kämpfe für meinen Sport. Und dafür das ihr immer an mich geglaubt habt. Danke an die Bad Bikers für die Unterstützung und einfach allen, die mich in meinem Sportlerleben unterstützt haben.

2016: Fuck off!
2017: Los geht’s, ich bin bereit für alles was kommt!

Wir sehen uns an der Startlinie!

Keep on riding,

Evelyn












Mittwoch, 28. Dezember 2016

365 Tage aus Liebe zum Sport

Leistungssport ist harte Arbeit. Wer am Rennwochenende vorne mitmischen will, muss viel investieren. Vor allen Dingen viel Zeit.

Meine Jahresstatistik 2016:
- 6000 km und 460 Stunden Training auf dem Rad

- 403 km Lauftraining

- 61 Stunden Kraft- & Athletiktraining

- 4 Trainingslager
- 14 Wettkämpfe (sechs Siege, viermal Platz 2, zweimal Platz 3, Rest Top Ten)
- 365 Tage aus Liebe zum Sport!
- 365 Tage aus Liebe zum Sport!

- 14 Wettkämpfe (sechs Siege, viermal Platz 2, zweimal Platz 3, Rest Top Ten)
- 365 Tage aus Liebe z
Leistungssport auf diesem Niveau ist sehr zeitintensiv und verlangt, dass man an einigen anderen Stellen Abstriche macht. Die Tage, die Ernährung, der Schlaf – alles ist in gewisser Weise durch getaktet. Dennoch erlebe ich die Trainingszeit und das Sportlerleben als kostbarste und intensivste Zeit. Und möchte dies auch in der kommenden Saison nicht missen.


Wenn gleich mich mein Sportlerleben sehr erfüllt und ich es genieße, dass ich meinen Traum vom Mountainbiken leben darf, bin ich in der letzten Saison öfter an meine Grenzen gestoßen. Grenzen, die mir aufzeigten, dass der enorme Druck – den ich mir überwiegend selber mache – nicht immer einfach auszuhalten ist. So stand ich kurz vor meinem letzten Rennen – mein Lieblingsrennen am Dünsberg – nach einer guten Saison tatsächlich vor der Frage: „Sollte man nicht aufhören, wenn es am Schönsten ist?“ Und warum? Zum einen fürchtet der Leistungssportler, dass er nach einer guten Saison vielleicht nicht noch eine weitere Saison an diese Leistungen anknüpfen kann. Für das Ego wäre dann ein glanzvoller Abtritt besser. Zum anderen ist man nach 14 Rennwochenenden einfach nur rennmüde und kann sich solche Strapazen nicht noch ein weiteres Jahr vorstellen. Doch die Gedanken an ein „Karriere“ende verflogen zum Glück so schnell, wie sie aufblitzten.

Nun liegt mein Fokus auf der Mission Saison 2017. Denn schließlich kann man seine Grenzen nur überschreiten, wenn man sie kennt.
 
Mein Wintertraining zur Vorbereitung ist bereits seit Wochen in vollem Gange und ich habe einige grundlegende Dinge verändert. Hielt ich bis vor kurzem noch an meiner These „Ohne Watt zum Erfolg!“ fest, habe ich mich in dieser Ansicht endlich einsichtig gezeigt. Aus einem „Na gut, ich teste das mal“, ist die hundertprozentige Begeisterung für das Watttraining entstanden. Eine effektivere und effizientere Trainingssteuerung ist kaum möglich. Somit geht es also „Mit Watt“ ins neue Jahr. Eine weitere Änderung ist ein neuer Trainer an meiner Seite, der mein Training und meinen Alltag so gut kennt, wie kein anderer.

Da Sommersportler im Winter gemacht werden – was angesichts der meteorlogischen Bedingungen in Deutschland nicht immer von Vorteil ist, entfliehe ich der nassen Kälte im Januar für das erste Trainingslager. Und werde meine ersten Grundlagenkilometer in Finale Ligure sammeln.
 

In diesem Sinne: Einen guten Start ins neue Jahr und keep on riding!

Vanessa