We are specialized!

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Montag, 28. März 2016

Trainingslager Frankreich Tag 9: Der Abschied fällt schwer.

Wenn gleich in der Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt wurden, beschlossen wir rigoros nach der alten Zeit weiterzuleben - zumindest für den Rest des Trainingslagers. Denn ansonsten würde uns eine wertvolle Stunde verloren gehen. Leider präsentierte sich das Wetter an unserem letzten Trainingstag nicht mehr von seiner sonnigen und warmen Seite. Der Himmel hing voller dunkler Wolken, die ihren nassen Inhalt jederzeit auf uns niedergießen wollten. Auch temperaturteschnisch befanden wir uns in einem Bereich, der rund 12 Grad kühler war, als an den anderen Tagen.
Die gestrige Einheit hatte bei mir ihre Spuren hinterlassen. Ein mysteröses tierisches Flugobjekt kreuzte bei einer rasanten Abfahrt meinen Weg und stach zu (durch diesen Zwischenfall wurde, wie Strava uns später vor Augen führte, ein QOM um 23 Sekunden verpasst). Der Stachel, der wenig später an einer Ampel gezogen wurde, hatte solche Ausmaße, dass das Auto, was als nächstes darüber fuhr, sicherlich einen Plattfuß erlitt. Ich merkte zwar gestern den Einstich, hatte aber keine weiteren Anzeichen. Über Nacht schwoll die Einstichstelle und alles darumherum jedoch auf unfassbare Ausmaße an. Es erschiehn mir deswegen sicherer, eine etwas ruhigere Trainingseinheit zu absolvieren.

So beschlossen wir nach dem Frühstück zu einer kürzeren Einheit aufzubrechen. Etwas wärmer eingepackt ging es Richtung Ansouis. Wir merkten allerdings, dass diese Trainingsrunde nicht allzu lange ausgedehnt werden konnte, da es leicht zu nieseln begann. Gespickt mit einigen Intervallen und Antritten war die Einheit dann zwar kurz, aber dennoch effektiv. Nach den Kaffeestopp (wir brauchen den täglichen Koffeinkick) brach eine Garmin-Katastrophe aus. Die Weiterfahrt war im Prinzip nicht mehr möglich, da die Tour einfach ohne Vorwarnung vom System gelöscht worden war. Und wir wissen doch: Ohne Garmin kann es keinen Trainingseffekt geben/Nur Strava-Kilometer sind echte Kilometer/Wenn du nichts hochladen kannst, bist du auch nicht gefahren, egal, ob du gefahren bist...und so weiter. Nach einer klaren Ansage: "Mach dich doch nicht so garminabhängig!" startete ich dann einfach eine neue Tour und wir konnten doch zurückfahren. ;)

Auf dem Rückweg schüttete der Himmel schließlich doch seinen Inhalt über uns aus, sodass wir auf den allerletzten Kilometern noch nass wurden. Dennoch können wir uns nicht beschweren, da wir an allen anderen Tagen im Trainingslager nicht eine einzige Wolke zu Gesicht bekamen.


Am Abend starteten wir unsere Rückreise Richtung Deutschland. Hinter uns liegen 10 wunderschöne Trainingstage, super Einheiten, beeindruckende Landschaften und eine tolle Zeit mit der Trainingsgruppe.

Einen besonderen Dank an dich Michael für die schönen Touren und, dass du uns mit deinen Französisch-Kenntnissen immer sicher navigiert hast.

Es lässt sich festhalten: Die Provence ist ein top Trainingsgebiet zur Saisonvorbereitung.
Provence 2017 reloaded? Wir sind dabei!

Keep on riding,
Vanessa

Zitate des Tages:
"Ich habe meine Haare nicht gemacht."
  "Ja, man sieht es."

"Ich will ein Eis. Alternativ Waffeln mit heißen Kirschen."

"Ich habe dich noch nie Osterhasen essen sehen"


Samstag, 26. März 2016

Trainingslager Frankreich Tag 8: Vive la France.

Am frühen Morgen erreichten uns bereits Schreckensmeldungen aus der Heimat: Wind, Regen, Nebel und das bei frischen 2 Grad. Umso mehr genossen wir daher das funktionale Training in der Morgensonne am Pool sowie das Frühstück auf der Terrasse (nicht, dass wir jetzt irgendjemanden neidisch machen wollen ;)).

Wir erwarteten heute den wärmsten Tag der Woche, sodass wir die Windweste, die Arm- und Beinlinge getrost zu Hause ließen und gegen 10 Uhr zu unserer Trainingseinheit starteten. Zunächst ging es noch zu viert in Richtung Lourmarin, bevor sich nach der Einfahrt in die Schlucht Richtung "Combe de Lourmarin" die Wege trennten. Für mich standen heute 5x3 Minuten-Intervalle am Berg im Trainingsplan sowie 4x30 Sekunden-Sprints. Dazu bot die Schlucht optimale Bedingungen, da die Anstiege endlos waren und genau die richtige Steigung verzeichneten.

Nach 1,5 Stunden und 600 Höhenmetern am Stück fuhren wir über das hoch gelegene Örtchen Buox hinunter nach Apt. Von dort zog sich eine landschaftlich schöne und leicht ansteigende Straße über 15 Kilometer hinauf nach Bonnieux.


Dort legten wir die erste Kaffeepause mit Blick auf den Mount Ventoux ein und genossen die warme Mittagssonne.


Von Bonnieux ging es dann über Serpentinen zurück nach Lourmarin - Zeit für Kaffeepause 2.0. Auf dem Marktplatz war viel los, gerade so konnten wir noch einen Platz ergattern. Auch wenn wir uns geschickt an zwei Französinnen vorbei drängen und mit unseren Helmen den Tisch reservieren mussten. Von Lourmarin rollten wir dann zurück nach Villelaure. Am Ende verzeichnete der Garmin 74 Kilometer, 3 Stunden und 11 Minuten Fahrtzeit sowie knapp 1000 Höhenmeter.

Da die Wettervorhersage tatsächlich Recht hatte und wir den wärmsten Tag der Woche hatten, ließen wir den Tag am Pool ausklingen.

La vie est belle,

Vanessa


Zitate des Tages:

"Der Himmel ist hier viel blauer als bei uns."

"Du hattest heute 133 TSS, oder?"
  "Woher weißt du das?!?!"
    "Sehe ich dir an!"

"Die Nutella-Krise bricht aus."

Freitag, 25. März 2016

Trainingslager Frankreich Tag 7: Ab ans Meer - Ruhetag in Marseille.

Am frühen Morgen verkleinerte sich unsere Gruppe leider bereits um drei Personen, die heute schon die Heimreise antraten. Nach dem Frühstück (es gab sogar frisches Baguette, da wir erstaunt feststellten, dass Karfreitag in Frankreich scheinbar kein Feiertag ist)beschloss die Restgruppe einen Kurztrip nach Marseille zu machen - allerdings mit dem Auto. Denn heute ist Ruhetag. Passend zum Ruhetag präsentierte sich das Wetter auch etwas durchwachsen.



In Marseille bestiegen wir die Kathedrale "Notre Dame" - von dort bot sich ein Ausblick auf die ganze Stadt, den Hafen und das Meer.


Nach einem kurzen Stadtrundgang und einer Kaffeepause am Hafen ging es mit einem Zwischenstopp in einem großen Sportgeschäft mit einem riesen Sortiment zurück nach Viellelaure.











Der Rückweg führte uns über eine beeindruckende Passstraße mit vielen, vielen Serpentinen.





Keep on riding,
Vanessa


Zitate des Tages:

"Das ist alles so günstig hier - ich raste aus."

"Die Auswahl ist so groß. Wo soll ich denn hier anfangen?!"


Trainingslager Frankreich Tag 6: La vie est belle!

Die heutige Tour lässt sich einfach beschreiben: Zweimal links abbiegen. Dazwischen 4 Stunden Natur pur in allen Facetten durch die Schlucht des Gorges du Verdon. Diese Schlucht wird umgangssprachlich auch Grand Canyon du Verdon genannt. Der Start lag 90 Autokilometer von Villelaure in der Nähe von Le Verdon - einem türkisblauen See.

Zunächst schlängelte sich die enge Straße 18 Kilometer über Serpentinen hinauf. Hier erreichten wir bereits eine Höhe von über 1200 Metern über dem Meeresspiegel. Die durchschnittliche Steigung betrug 6 Prozent. Der Ausblick ließ einen immer wieder den Blick abwenden. Es gab so viele beeindruckende Landschaften zu sehen, dass man die vielen Höhenmeter kaum bemerkte.


Nach 18 Kilometern folgte dann die erste Abfahrt, in der ich meine Kurventechnik schulen konnte. Nur ab und zu störten Autos oder Rehe die Naturidylle. Nach der Abfahrt, die auch durch zwei kurze Tunnel führte, erreichten wir ein Höhenplateau. Ab jetzt ging es gleichmäßig bergauf und bergab. Das Landschaftsbild und die Vegetationen wechselten nahezu von Kurve zu Kurve und ließen die Tour zu einem besonderen Erlebnis werden. Mal karge Felsen wie in den Hochalpen, dann wieder Kiefernwälder wie in Kanada und türkisblaues Wasser, was fast an die Karibik erinnerte.


Nach 45 Kilometern - dem Wendepunkt - verspürten wir den Drang nach einem Koffeinkick. Und zum Glück  war das erste und einzige Haus, was wir weit und breit sahen ein Kaffee. Und es wurde noch besser: Der Besitzer sprach tatsächlich deutsch und öffnete seine Gaststube extra für uns Radsportler. Nach der kurzen Kaffeepause waren wir bereit für die zweite Hälfte der Tour. Es mischten sich traumhaft flowige Abfahrten und mäßige Aufstiege - auch hier belohnte und die Landschaft wieder für die Anstrengungen.



Die Tour durch die Schlucht des Verdon sollte dringend in der Liste der Dinge niedergeschrieben werden, die ein Radsportler in seinem Leben gemacht haben sollte.


Zurück in Villelaure waren wir alle voll mit wunderschönen Eindrücken. Die Daten des Tages waren am Ende: 86 Kilometer, 1900 Höhenmeter und eine Fahrzeit von 4 Stunden und 11 Minuten.

Die Kohlenhydratspeicher füllten wir beim Abendessen mit selbstgemachter Pizza auf.

Keep on riding,

Vanessa


Zitate des Tages:

"Wann geht es denn endlich bergab?..."Geht es jetzt bald mal bergab?!"

" Was war denn bitte in dem Riegel?"

"Habe eben mit 800 Watt hinter dir her getreten und kam nicht ran."

"Das ist so schön hier, ich komme nicht klar."














 
 
 
 

Mittwoch, 23. März 2016

Trainingslager Frankreich - Tag 5: Viel Wind, viele Schafe, viel Sonne







Nach dem Frühstück starteten wir unsere Tour zur Umrundung des Luberon über Cavaillon, Robion, Ménerbes, Bonnieux und Lourmarin. Diese Route kann natürlich nur dank Strava rekonstruiert werden, da mir die Orte sowohl von der Aussprache, als auch von ihrem Erscheinungsbild völlig fremd sind. Wie bereits am ersten Tag festgestellt: Wer französisch spricht, ist klar im Vorteil. Aber dank unseres ortskundigen Guides finden wir immer wieder nach Villelaure zurück.

Heute brannte die Sonne bereits zum Frühstück vom wolkenlosen Himmel, - doch hier trügte der Schein im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der frische Wind war ein entscheidender Gegner auf unserer Tour. Mal von vorne oder scharf von der Seite störte er die Gleichmäßigkeit der Fahrt und auch das Temperaturempfinden. So hieß es: Armlinge hoch, runter, aus, an. Erst nach 45 Kilometern - dem Wendepunkt - unterstütze er uns schließlich leicht von hinten. Über schöne Seitenstraßen und ruhige Wege gelangten wir schließlich nach Bonnieux, einem hoch im Fels gelegenen Ort. Die Abfahrt von diesem Höhenplateau endete in einer riesigen Schafherde, die sich ungestört durch Autos und Menschen hindurch ihren Weg suchte.

Nach einem Kaffeestop in Lourmarin erreichten wir nach 95 Kilometern, 1344 Höhenmetern und 4:18 Stunden Fahrtzeit unser Ferienhaus in Villelaure.

Keep on riding,
Vanessa


Zitate des Tages:
"Stell dich doch mal vor die alte Kirche für das Foto. Alt zu alt, das passt gut."

"Ich schlafe kurz eine Runde. Kannst du mich wecken, wenn ich fertig bin?"

"Ich kann den nicht alle alleine trinken!"
  "Jetzt iss!" 

Dienstag, 22. März 2016

Trainingslager Frankreich - Tag 4: "Ruhe"tag in Aix de Provence

Nach einem Dreierblock stand heute der Ruhetag auf dem Trainingsplan. Wobei Ruhetag dabei zu harmlos klingt. Denn bereits um 8 Uhr fanden sich einige Gruppenmitglieder zum funktionalen Training am Hotelpool ein.


Es fiel uns zum ersten Mal auf, das sich unter einer schwarzen Plane noch ein etwa 12 Meter langer Whirlpool befand, der sich tatsächlich durch reine Gedankenkraft in Gang setzte.


Nach dem Frühstück ging es dann mit dem Auto Richtung Aix - die Stadt hatten wir bereits vorgestern "erradelt". In Aix war Wochenmarkt und auch die Altstadt war mit vielen kleinen Gassen, allerlei Verlockungen durch süße Backwaren und unzählige Cafés sehenswert.

Sogar ein Apple-Store war in dieser Stadt ansässig, was eige unserer Trainingsgruppe erfreute und für einige Stunden verschwinden ließ.

Zurück im Ferienhaus ließen wir den Tag am Pool ausklingen und wagten uns zum ersten Mal in das doch recht kühle Wasser vor.






Keep on riding,
Vanessa




Zitate des Tages:
"Seid ihr immer noch im Apple-Store?! Wartet ihr, bis das I-Phone 7 rauskommt?!"

Er zu ihr beim Stadtbummel: "Es ist Ruhetag - da darf ma(n)n sich nicht bewegen. Ich habe schwere Beine." Sie: "Ja und soll ich dich jetzt tragen?! Ich bin doch keine Ameise!"

"Wir müssen seriös wirken."

"Kurz-Kurz darf man nur in den Monaten ohne "R" fahren - stand in der Tour!"
    "Ja, dann wird es wohl stimmen..."





Montag, 21. März 2016

Trainingslager Frankreich - Tag 3: Die Legende des Mont Ventoux

Heute stand eine besondere Tour auf dem Programm - die Erzwingung des legendären Mont Ventoux. 1912 Meter fasst dieser massive Fels. Schreckensgeschichten und Horrorvorstellungen (Tod vom Rad gekippt/14 % Steigung im Durchschnitt/Tour de France Etappenberg/Heiliger Berg/Gedenksteine/eisige Temperaturen) ranken sich um diesen Mythosberg und wurden beim Frühstück erörtert. Um die Tageskilometer nicht über zu strapazieren, luden wir unsere Räder für die ersten 60 Kilometer auf das Auto und fuhren nach Sault - am Fuße des Mont Ventoux gelegen. Hier führte vor rund zwei Wochen noch eine Etappe von Paris-Nizza hindurch. Von dort starteten wir unsere Mission: Den höchsten Berg der Region bezwingen. Die Fahrtstrecke bis zum Gipfelturm betrug 26 Kilometer und 1150 Höhenmeter am Stück.

Bei strahlendem Sonnenschein und 20 Grad ging es kurz-kurz auf einer Höhe von 700 Metern über dem Meeresspiegel los. Laut der Faustregel, nach der es alle 100 Höhenmeter um 1 Grad kälter wird, erwarteten wir bereits frische Temperaturen am Gipfel. Doch wir waren vorbereitet - die Gruppenstärksten mussten die Winterklamotten im Rucksack nach oben schleppen (Rucksack - das ist Hobby! Und verhinderte natürlich sämtliche Strava-Bestzeiten).

Je höher wir kurbelten, desto mehr Schneereste säumten den Rand der Strecke.

Ab der letzten Einkehrmöglichkeit kurz vom Gipfel - dem Chalet Reynard - verwandelten sich die einzelnen Schneereste langsam zu einer geschlossenen Schneedecke. Da unsere Französisch-Kenntnisse leider nicht ausreichten, um das Wort "FERME" im kreisrunden roten Schild zu deuten, setzten wir unsere Fahrt mutig fort. Auch die geschlossene Schranke war kein Hindernis für uns auf dem Weg zu unserer Gipfelmission. Dann kam die Ernüchterung: Drei Kilometer und 300 Höhenmeter vor unserem Ziel musste die Tour aufgrund der geschlossenen Schneedecke auf der Straße leider abgebrochen werden. So konnte der Gipfelturm nur von weitem bewundert und der Ausblick von ganz oben erahnt werden.

Trotz allem war der Aufstieg beeindruckend und ein besonderes Erlebnis. Nicht umsonst gehört diese Tour zu den 10 Dingen, die ein Radfahrer in seinem Leben gemacht haben sollte.

Nachdem wir einige Erinnerungsfotos geschossen und uns in unsere dicken Winterklamotten gehüllt hatten (das mit dem einen Grad pro 100 Höhenmeter haute nicht ganz hin, denn es war viel kälter), ging es nach einer kurzen Kaffeepause im Chalet Reynard wieder Richtung Sault.

Nach einem Dreierblock steht morgen der verdiente erste Ruhetag an.

Keep on riding,
Vanessa

Zitate des Tages:

"14 % Steigung? Da fehlt mir mindestens ein Gang!"
"Bergab fehlt mir definitiv auch noch ein Gang!"

"Da ist ein Reh - ach es könnte auch schon eine Gämse sein. Wir sind oberhalb der Baumgrenze."

"Setzt mich wieder auf mein Rad!"
 

Trainingslager Frankreich - Tag 2: Eat, train, sleep, repEAT...

Der Tag in Bildern: 


  • Da im Zimmer zu wenig freie Fläche ist, wurde das funktionale Training am frühen Morgen an den Hotelpool verlegt.


  • Das Trampolin im Garten musste nach dem funktionalen Training am Pool noch ausgiebig getestet werden. ("Wie alt warst du noch gleich?!"/ "So eins kaufen wir auch!")



  • Nach dem Frühstück ging es dann aufs Rad. Ziel war die Stadt Aix de Provence im Süden.
   
  •  Die Tagesauswertung natürlich auf Strava. Nur Strava-Kilometer sind echte Kilometer.

Samstag, 19. März 2016

Trainingslager Frankreich Tag 1: Wer französisch spricht, ist klar im Vorteil.

Sehr spontan konnte ich noch ein zweites Trainingslager in meine Saisonvorbereitung integrieren und mit einer Trainingsgruppe nach Südfrankreich reisen - leider ohne meine liebste Trainingspartnerin Evelyn. Südfrankreich ist bis jetzt noch unergründetes Gebiet für mich.

Unser Domizil für die nächsten Tage.
In den frühen Abendstunden des gestrigen freitags ging es mit viel Gepäck, vier Rädern und jeder Menge Motivation über 1000 Kilometer Autobahn in den warmen Süden. Innerhalb von 2 Stunden passierten wir mit Deutschland, Luxemburg und Frankreich drei Länder. Auf den französischen Autobahnen zeigte sich einmal mehr der Tempomat als eine nützliche Sonderausstattung im Auto, da das Tempolimit trotz stetiger Dreispurigkeit bei konstanten 130 Kilometern pro Stunde lag. Da wir die Fahrt über Nacht ansetzten, konnte bereits der heutige Samstag optimal für die erste lockere Einheit genutzt werden. Diesmal genießen wir nicht den All-inclusive-Service eines Hotels, sondern werden uns selbst verpflegen. Dies stellt aus sportwissenschaftlicher Sicht viele Vorteile da, denn so können wir gesundes Essen selbst zubereiten, morgens unseren Frühstücksbrei löffeln, das heimische Bio-Basis-Dinkel-Müsli mit ohne zugesetztem Zucker genießen und unseren Sportlerkörper optimal mit Nährstoffen und Vitaminen versorgen. Verlockungen durch üppige Hotelbüffets kommen so erst gar nicht auf. Leider kann auch hier einer allseits beliebten braunen, nussigen Creme nicht widerstanden werden - bereits 1,75 Kilogramm wurden als Vorrat beschafft. Die Energieversorgung ist somit sichergestellt.

Um die Zutaten für die nächsten Abendessen zu besorgen, suchten wir nach unserer ersten Tour den Supermarkt im nächsten Ort auf (bis jetzt konnte von meiner Seite die genaue Lokalität oder Ortskunde noch nicht erschlossen werden - irgendwo in der Nähe von Marseille oder so). Der Supermarkt erwies sich als riesengroß mit unfassbar vielen Regalen und Gängen und Kassen und Verlockungen. Nachdem wir alles im Einkaufwagen verstaut und alle Gruppenmitglieder wieder eingesammelt, trieb uns der leichte Hunger nun zurück zur Essenvorbereitung.

Die erste Tour des Tages (um nun nicht nur vom Essen, sondern auch vom eigentlichen Grund des Trainingslagerns zu sprechen) führte uns über wunderschöne Straßen und Landstriche zur Umrundung des östlichen Luberon-Massivs. Am Ende verzeichnete der Garmin knapp 87 Kilometer, 1300 Höhenmeter und eine Fahrzeit von 3 Stunden und 40 Minuten.
Bei 22 Grad, strahlend blauem Himmel und Sonne pur, konnten die bereits auf Mallorca ausgebildeten Formkanten weiter ausgebaut werden.

Keep on riding!
Vanessa


Zitate des Tages:

"Kannst du mir morgen einen von deinen Riegel leihen?"
"Wie leihen? Wie soll das denn gehen?!"

"Das auf dem Berg ist kein Schnee, keine Angst, das sind Felsen."

"Ich verstehe hier nichts. Hatte doch Latein!"

Montag, 7. März 2016

Trainingslager Tag 10: Leben am Limit (Teil 2)

Am Morgen weckte uns unsanft ein heftiger Regenschauer inklusive Gewitter. Gerade noch rechtzeitig retteten wir unsere diversen Kleidungsstücke, die zum Lüften draußen hingen, vom Balkon.  Beim Frühstück war die Gruppe dann angesichts der diversen Wetterapps der festen Überzeugung, dass am heutigen letzten Tag noch eine Kaffee-Abschlussfahrt durchgeführt werden kann. Als dann allerdings in aller Hektik die Koffer gepackt wurden, fing es erneut an zu schütten und zu hageln. Es wurde also beschlossen, die letzte Ausfahrt abzusagen. Was der Gruppe jetzt nur noch bevorstand, war der 4 kilometer lange Weg zum Radverleih, um die mittlerweile liebgewonnenen Räder zurückzugeben. In Anbetracht der vielen Pfützen und der fehlenden regensicheren Kleidung mussten wir diesen Weg im Schritttempo zurücklegen, um einigermaßen trocken anzukommen. Und wir stellten fest, dass 4 mallorqinische Kilometer deutlich länger sind, als 4 deutsche Kilometer.



Zurück schlenderten wir am Strand entlang. Am Hafen von Alcudia trafen wir auf die anderen unserer Gruppe (Bike-Früher-Abgebern und Rad-Selber-Mitbringer). Nach einer kleinen Stärkung und einem Koffeinkick hatten wir immer noch reichlich Zeit bis zur Abhlung durch den Flughafen-Shuttle.

Trotz der Warnungen der Mädels (Wir werden nass, wir werden nass!!!") und den bedrohlich tiefhängenden, dunklen Schauerwolken machten wir uns auf den Weg nach Alcudia-City, wo wir in unser "Stamm-Café" einkehrten. Dies sollte uns beinahe zum Verhängnis werden. Als wir das Café gestärkt durch leckerem Mandelkuchen verließen, fing es bereits leicht an zu tröpfeln. Daraus entwickelte sich relativ schnell ein sintflutartiger Regen. In der Hoffnung, es werde sich lediglich um einen kurzen Schauer handeln, suchten wir kurzerhand Unterschlupf an einer Hauswand. Die Straßen hatten sich mittlerweile in Sturzbäche verwandelt. Die Kirchenuhr schlug 15:30 Uhr. Noch 40 Minuten bis zur Abholung durch den Flughafenshuttle am Hotel. Der Regen ließ nicht nach. Warten. 15:45 Uhr. Es wird enger. 15:55 Uhr - es bleibt nur eine Möglichkeit: RENNEN! Denn es sind noch rund 2 (!) Kilometer bis zum Hotel. Der Regen durchnässte innerhalb weniger Sekunden unsere nicht wetterfesten Kleidungsstücke. Es ging also die Hauptstraße entlang, ein verwirrter Wechsel der Straßenseite zeigte das Fehlen des Bürgersteiges. Also Kommando zurück. Die Abkürzung über den 3 spurigen Kreisverkehr ließ die Situation endgültig eskalieren. Der schnellste Weg über den Kreisverkehr geht über dessen Bepflanzung. Dabei stellten wir fest, dass es sich auf keinen Fall um echtes Gras handeln konnte, sondern es aufgeweichte, ausrangierte Turnmatten des benachbarten Kindergartens waren. Wir wären beinahe darin versunken. Die Autofahrer, die den Kreisverkehr passierten, hielten uns angesichts dieses Manövers sicher für Verrückte. Mit Maximalpuls, durchnässt von außen und innen, erreichten wir schließlich gerade noch rechtzeitig und atemlos das Hotel. Zum Umziehen blieb keine Zeit, der Shuttle-Bus bog schon um die Ecke. Also schnell Koffer geholt und rein in den Bus. Leben am Limit!

Die Busfahrt zum Flughafen dauerte etwa eine Stunde und ermöglichte ein leichtes Antrocknen der nassen Klamotten. Wir reihten uns am Gate in die endlos erscheinende Warteschlange ein. Und es dauerte und dauerte. Der Mitarbeiter an unserem Gate arbeite so gemütlich, dass wir den Eindruck hatten, es handele sich um einen Zeitraffer in Slow-Motion. In Anbetracht der langen Wartezeit, blieb nicht mehr allzu viel Zeit bis zum Abheben der Maschine. Kurz vorm Ziel erschien ein großes, verlockendes gelbes M und der Hunger meldete sich natürlich. Also kurzer Zwischenstopp. Die letzten 2 Kilometer von dieser amerikanischen Fastfoodkette (wir mussten uns dringend noch mit ungesunden leeren Kalorien stärken, bevor in der Heimat wieder die gesunde Ernährung auf uns wartete) mussten wir rennen, um mit dem letzten freundlichen Aufruf "Last Call" gerade noch durch das Gate zu huschen. Leben am Limit!

Wir sahen, dass uns ein fröhlich bunter Haribo-Flieger nach Deutschland bringen würde und hofften auf gratis Gummibärchen -leider vergebens.

Hinter uns liegen zehn tolle Tage mit vielen Radkilometern, einer super lustigen Gruppe und viel Spaß. Danke Jungs! Danke auch für die fleißigen Fotografen und die Bilder, die ihr uns zur Verfügung gestellt habt.
Nun sind wir zurück im kalten Deutschland und hoffen auf den baldigen Frühlingseinbruch, um unsere erste leichte Sommerbräune präsentieren zu können.

In diesem Sinne:
Keep on riding,
Vanessa und Evelyn

Zitate des Tages:
"Das ist kein echtes Nutella - bin da Experte!"
"Leute es hagelt?!" Ja und, zieh den Helm auf!"
"Wir werden nass, ich sag´s euch!"
"Die haben die Marmelade umgestellt, hätte fast die falsche genommen. Leben am Limit!"


Willkommen zurück in Deutschland. :(

Samstag, 5. März 2016

Trainingslager Tag 9: Leben am Limit

Früh Aufstehen, Frühsport, Frühstück: Auch heute begann unser Tag wie jeder andere im Trainingslager auch. Die Sonne schien bereits wieder und lockte nach draußen, doch ein Blick aus dem Speisesaal hinaus zeigte umgestürzte Mülltonnen, wehende Bäume und umherfliegende Zeitungen. Mit anderen Worten: viel Wind!



Heute zerfiel unsere ursprünglich siebenköpfige Trainingsgruppe buchstäblich in viele Einzelteile. Zwei Fahrer ließen ihre Räder im Radschuppen, zwei Fahrer machten sich auf die längste und steilste Tour der Woche und drei Fahrer (auch wir) brachen zu einer ruhigen Tour zum Cap de Formentor auf.



Da es unser vorletzter Trainingstag war und wir alle etwas übermüdet waren trafen wir uns entgegen aller Regeln erst um halb 11 im Radkeller. Da die Masse der anderen Fahrer bereits unterwegs war hatten wir unsere Ruhe bei den letzten Checks vor dem Tourenstart. Und siehe da: wir hatten den ersten Platten! Ein dicker Dorn steckte im Hinterrad und hatte ihn über Nacht um einige Bar erleichtert. Nun wollten wir es uns gern einfach machen und uns das Hinterrad von unserem Mitfahrer, der aufgrund einer Überbelastung heute nicht fahren würde, ausleihen und die Laufräder tauschen. Dabei stellten wir allerdings fest: Das Hinterrad, welches bei ihm eingebaut war, war nicht das selbe, mit dem er die letzten Tage gefahren war. Statt dem passenden Laufrad hatte jemand sein beschädigtes Carbon-Hinterrad gegen das solide Laufrad des Leihrades getauscht, um durch die Reparatur keine Zeit zu verlieren. Einen Moment waren wir alle sprachlos, dann entsetzt und schließlich nur noch verwirrt.

Da wir allerdings immer noch einen Platten hatten, mussten wir nun den Schlauch wechseln, was wir, dank der Hilfe unserer Mitfahrer, zügig erledigt hatten. Das Carbon-Laufrad-Mysterium blieb uns vorerst ein Rätsel.



Zu dritt machten wir uns also etwas verspätet auf zum Cap de Formentor, einem der Highlights für Radsportler und Pflicht in jedem Trainingslager. Über den Port de Pollenca machten wir uns an den Aufstieg. Die Serpentinen schlängelten sich kilometerlang ins Gebirge, immer wieder unterbrochen durch Abfahrten, Tunnel, Ziegen und atemberaubende Ausblicke. Der heftige Wind machten uns gerade in den kurvigen Abfahrten zu schaffen. Zurück auf der Küstenstraße entschlossen wir uns die Tour noch etwas zu verlängern. Durch schmale Gassen und grüne Täler steuerten wir nun Campanet, Buger und schließlich Muro an, wo wir uns bei Café und Kuchen für den Rückweg stärkten. Dieser gestaltete sich dann mit dem Wind im Rücken schneller als erwartet, trotzdem waren wir fast den ganzen Tag unterwegs. Am Ende konnten wir heute eine schöne Tour mit 112 Kilometer und 1500 Höhenmeter verzeichnen.

 

Das Carbon-Laufrad-Mysterium wurde schließlich beim Abendessen doch noch aufgeklärt. Einer unserer Mitfahrer mit eigenem Bike hatte heute morgen kurz vor dem Start festgestellt, dass eine seiner Speichen gebrochen war. Um keine Zeit zu verlieren und nach kurzer Rücksprache mit seinem Trainingspartner hatten sie dann die Laufräder getauscht, da sie von dem Ausfall des Radbesitzers wussten. Alles also eigentlich ganz logisch, aber trotzdem erstmal komisch!

Und morgen ist schließlich der Abreisetag gekommen, der neben dem Packen und Auschecken hoffentlich auch noch eine Radeinheit für uns bereit hält!

Vanessa und Evelyn 




 Zitate des Tages:

"Und wenn da doch Alkohol drin ist? Überleg mal wie gefährlich das wäre!"

"-Was machst du denn auf dem Bild da?
 -Leiden, was sonst?"

"Welches Meer ist das eigentlich? Atlantik oder so?"