We are specialized!

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Montag, 29. Februar 2016

Trainingslager Tag 4: Alles Strava oder was?

Der Morgen begann für uns mit einem Lauf am Strand, nur der ersehnte Sonnenaufgang blieb uns dank dickerer Wolken verwehrt.

Beim Frühstück trafen sich dann die Ruhetagler von gestern, die Ruhetagler von heute und die Ruhetag-Auslasser zum gemeinsamen Start in den Tag. Es formierte sich eine motivierte Vierergruppe zur "Seniorenausfahrt" während der Rest den Tag entspannter angehen wollte.

Also hieß es für mich (Evelyn) mal wieder um 10 im Radkeller zu sein, wo sich der Großteil der Besetzung unsers Hotels bereits eingefunden hatte. Nach dem üblichen Einstellen der GPS-fähigen Fahrradcomputer, das Warten auf die letzten Teilnehmer und das übliche "Wir fahren jetzt los - ach halt, ich hab...vergessen" konnte es dann wirklich los gehen. Da sich die Wolken weiterhin hartnäckig hielten und auch der Wind wieder aufgefrischt hatte, waren wir wieder einmal in langen Trikots unterwegs.


Zum genauen Verlauf der Tour kann leider nicht viel gesagt werden, da diese aufgrund eines technischen Strava-Problems nicht rekonstruiert werden kann und wir den Ausschweifungen unseres Tourenführers nicht mehr folgen können. Im Gedächtnis geblieben ist mir mal wieder Muro, das wir heute sogar zweimal passierten und sowieso sämtliche Wege dorthin führen. Nach den ersten zwei Stunden Fahrzeit schlossen wir uns spontan einer größeren geführten Gruppe an, die unserem Tempo entsprach. Zumindest die erste gemeinsame Stunde, bis wir die ersten Hügel vor uns hatten und diese zur Tempoverschärfung einluden. Dies hatte allerdings zur Folge, dass wir die bis dahin völlig harmonische Gruppe völlig auseinander zogen, was ihre Tourenführerin vor kleinere und zunehmend größer werdende Herausforderungen stellte, bis wir uns schließlich trennen mussten.  So kam es, das wir unsere Tour bis nach Randa fortsetzten und schließlich natürlich auch das auf 542 Meter gelegene Kloster Cura erreichten.


An diesem "Place to be" war ich ja bereits im Verlauf des letzten Trainingslagers gewesen, doch diesmal fiel mir der Aufstieg deutlich leichter. Nachdem die Beweisfotos geschossen waren, machten wir uns über die Passstraße auf den Rückweg, nicht ohne einen letzten zerstörenden Blick von der mittlerweile auch anwesenden Gruppenführerin (siehe oben) zu bekommen. Als wir durchgefroren und durchgepustet den Marktplatz von Petra erreichten, beschlossen wir uns Kuchen und Koffein zu gönnen, schließlich wartete noch ein 50 Kilometer Rückweg auf uns.

Als wir nach über 5 Stunden wieder im Hotel ankamen, war ich einfach nur froh, die erste Tour über 100 Kilometer verzeichnen zu können. Und, dass es bald Abendessen geben würde.

Das bereits angesprochene Strava-Problem nahm schockierende Ausmaße an und beschäftige uns durch alle Gänge des Abendessens hinweg. Die Folge waren erhöhte Pulswerte, gesteigerte Durchblutung, Verweigerung der Nahrungsaufnahme bis hin zu Panikattacken. Was blieb war allerdings nur grenzenlose Frustration und weiterhin keine Lösung des Problems in Sicht.
Die Ursache suchten wir im eigentlich nicht existierenden Tag des 29. Februars, aber es wird wohl immer ein Mysterium bleiben.

Vanessa und Evelyn 


Zitate des Tages:

"Nur Stravakilometer sind echte Kilometer!"

"Alle Radwege führen immer irgendwo hin"

"Wer als erstes schläft, sagt Bescheid!"

"Du gehst so, als hättest du auf dem Weg zum Kühlschrank schon vergessen wo du hin wolltest"

Strava-Ersatz...










Sonntag, 28. Februar 2016

Trainingslager Tag 3: Girls on tour

Nach einem weiteren morgendlichen Besuch im Kraftraum, der Speicherauffüllung beim Frühstück und dem Fehlen der anderen Gruppenmitglieder (das kann nur eins heißen: Ruhetag!), machten wir uns an die Tourenplanung. Ein Blick vom Balkon aus in Richtung Berge ließ uns buchstäblich erstarren: Schnee! Unglaublich, was ist nur mit dem Wetter los? 
Als wir uns umgezogen um Punkt 10 im Radkeller einfanden, präsentierte sich das Wetter allerdings angenehmer als gedacht. Bei Sonne und 14 Grad machten wir uns hochmotiviert in Richtung Orient auf. Geplant waren 113 Kilometer mit gut 1000 Höhenmetern, die Karte hatten wir dabei, die Beine waren gut, die Vorräte in den Trikottaschen ausreichend und die Motivation riesig.

Nur noch zu zweit verließen wir Alcudia in Richtung Can Picafort, auf der Suche nach einem passenden Windschattenspender. Der fand sich bereits am Ortsausgang in Form eines ambitionierten Werbungsgespicktem-Profiverein-Trikot-Trägers. Also fuhren wir die Lücke zu und stellten fest, dass das Tempo uns zu langsam war. Wir setzten zum Überholvorgang an und fuhren unser eigenes Tempo vorwärts. Nach kurzer Zeit fiel uns allerdings auf, dass er seinerseits seit unserem Überholen unseren großzügigen Windschatten ausnutzte und an unseren Hinterrädern klebte. Am nächsten Kreisel endete die "Zusammenarbeit" dann allerdings abrupt, da wir den direkten Weg nach Muro nahmen. Wie sich herausstellte gibt es viele verschiedene Wege nach Muro. Trotzdem fanden wir auch problemlos den nächsten Abzweig nach Sineu, die nächste Station auf unserem Weg nach Westen.
Völlig unerwartet erwischte uns dann vor den Mauern Sineus ein gewaltiger Schauer, der erst Graupel, dann Hagel und anschließend Platzregen für uns bereit hielt. Darauf waren wir, in kurzer Hose und dünner Windweste nicht vorbereitet. Weit und breit gab es weder Strauch noch Baum oder gar Zivilisation zum Unterstellen, sodass wir zur Weiterfahrt gezwungen waren. Doch wohin? Die angepeilte Route gen Westen erschien uns aufgrund der Wetterkapriolen zu riskant, waren wir doch bereits jetzt nass bis auf die Haut. Zudem durchlebten wir einen Temperatursturz von 10 Grad, was nicht zur allgemeinen Verbesserung der Gesamtsituation beitrug. So entschieden wir uns den Rückweg anzutreten und erreichten deutlich verkühlt nach 2,5 Stunden und 65 Kilometern die heimische Radstation.

Den Nachmittag verbrachten wir dann in der malerischen Altstadt von Alcudia in einem netten kleinen Café, wo wir uns bei Kaffee und Kuchen unter die Einheimischen mischten. Spanischnachhilfe bei der Bedingung inklusive (La torta es muy bueno).
Bei mal wieder bestem Wetter (jetzt wo die Räder verstaut waren und die Trainingseinheit im Eimer) flanierten wir durch die Altstadt über den Strand zurück zum Hotel. Auf den letzten 500 Metern wartete wieder ein erfrischender Schauer auf uns, der uns noch einmal vor sportliche Höchstleistungen stellte, da die Wassermassen die Straßen überfluteten, was nicht zuletzt an den völlig fehlkonstruierten Gullideckeln lag.


Trotz der Herausforderungen, vor die uns das Wetter stellte, machten wir das Beste aus dem Tag und setzen unsere Hoffnungen nun auf die kommende Woche.

Vanessa und Evelyn 














Zitate des Tages:

"- Fahren wir heute einen Hunderter? (vom Winde verweht)
 -Was? Muttertag??"

"-Was sagt der Architekt dazu?
  -Joah, kann man so machen, bringt aber nix!" (Mallorquinische Gullideckel)

"Die Berge hängen heute tief!"

"Morgen ist auch nochmal Februar"




Samstag, 27. Februar 2016

Trainingslager Tag 2: Auf der Flucht vor dem Regen, der Sonne entgegen





In der Nacht wurden wir unsanft von einem erheblichen Gewitter mit Starkregen aus unserer Nachtruhe gerissen, was uns natürlich nicht davon abhielt, um 7 Uhr die erste Einheit des Tages im Kraftraum zu absolvieren. Frisch und munter fanden wir uns beim Frühstück ein und besprachen mit unseren potentiellen Mitfahrern den Tagesplan, der heute vor allem wetterabhängig gestaltet werden musste. Also wurden alle auf dem Markt verfügbare Wetter-Apps verglichen, nur um sich die beste Vorhersage auszusuchen. Unserem Ziel, der Bräunungsoptimierung, näherten wir uns heute allerdings nicht, da wir bei 12 Grad doch lieber zu "Lang-Lang" statt  "Kurz-Kurz" griffen. 

Als wir uns um 10 Uhr im Radkeller trafen, trennten sich Krankheits- und Trainingsplan bedingt die Wege. Wir starteten zu fünft in eine Ausfahrt, die sich auf die nähere Umgebung konzentrierte - denn war doch ab Mittag Regen und Sturm vorhergesagt. Zunächst kämpften wir uns bei Sonnenschein und blauem Himmel gegen den Wind Richtung Westen, vorbei an blühenden Mandelbäumen, Schafen und Fincas. Völlig aufgebracht waren wir allerdings, als uns in einer Einbahnstraße (die wir in der falschen Richtung befuhren) ein Auto entgegen kam, so ein Rowdie! Eine ortskundige Nordic-Walkerin wies uns dann mit einem unterkühlten "Ola", das mehr wie ein Drohung klang, in die Schranken. Was uns natürlich weder von einer weiteren Einbahnstraße noch von einem gesperrten Privatweg abhielt. Um Verkehrsschilder zu verstehen, reicht unser Spanisch dann doch nicht.

Da die Berge, auf die wir zusteuerten, zunehmend in den Gewitterwolken verschwanden, und die Regenwand sich uns bedrohlich näherte, drehten wir ab. Der Rückenwind brachte uns Alcudia schnell näher, aber auch die Regenwand profitierte von dem Sturm, sodass es zunehmend mehr zum Wettlauf gegen die Zeit ausartete. Wir konnten den Kampf gegen den Regen allerdings nicht ganz gewinnen, da unser Ehrgeiz, heute die 100 Kilometer Marke zu knacken, uns immer wieder Schlenker fahren ließ. Als der erste richtige Schauer die Straßen aber doch zur Rutschpartie für unsere neuen Reifen werden ließ und wir alle durchgepustet waren, fanden wir uns zur Lagebesprechung im hoteleigenen Radkeller ein, leider erst bei Kilometer 86. Einen Riegel und einen Schauer später lockte uns die Sonne und vor allem der Ehrgeiz (kein U(unter)Hu(unter Hundert Kilometer) ) doch wieder hinaus. Die Gruppe schrumpfte auf drei Fahrer. Gemeinsam machten wir uns also auf die "flache" Zielgerade, die allerdings die Hälfte der Höhenmeter des Tages schluckte. Nachdem wir das Labyrinth Alcudia hinter uns gelassen hatten, führte uns eine passähnliche Straße  mit 14 prozentiger Steigung ganz entspannt an der Küste entlang, zum Aussichtspunkt mit traumhaften Blick auf die Bucht.


Dort angekommen hieß es wieder einmal oben anschlagen, Fotostop und wieder zurück. Aber auch mehrere provozierte Umwege ließen uns unserem Ziel, die 100 Kilometer zu erreichen, nur langsam näher kommen. Dazu kam, dass wir nach 4,5 Stunden auf dem Rad leicht unterzuckert waren, was sich in hungrigen Quengeleien ausdrückte. Als der nächste Gewitterschauer uns erreichte und wir gerade die vierte Runde um den Blog drehten, entschlossen wir uns die Räder für heute an den Nagel, beziehungsweise an den bizepsfördernden Haken, zu hängen.

Ausgehungert plünderten wir erst unsere Vorräte und machten uns dann auf den Weg ins nächstgelegene Café. Zur Entspannung ließen wir anschließend den Tag im Wellnessbereich ausklingen.

Vanessa und Evelyn

Zitate des Tages:


"Wir sind nun einfach in einem Alter, wo es nicht mehr wichtig ist gut auszusehen, hauptsache man friert nicht."

"Ich scheiß auf den Hunderter, ich will jetzt sofort was zu essen."

"Ohne Watt zum Erfolg - das wird ein Bestseller!"

"Auf Mallorca sind 3 Kilo viel schwerer als in Deutschland!"




Freitag, 26. Februar 2016

Trainingslager reloaded - Mallorca 2.0.

Und auch in diesem Jahr verspürten wir wieder den Drang, dem meteorologisch unbegünstigten kalten Deutschland zu entfliehen, um uns 10 Tage Ruhe vor Schneestürmen, Matschpisten und vereisten Fingern zu gönnen. Der Urlaubseffekt erschließt sich nicht umbedingt sofort, wenn man um 1:00 Uhr nachts im Teambus von Schneider Sports Herborn sitzt (vielen lieben Dank fürs Ausleihen!). Aber spätestens, wenn man am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens steht, ist die Vorfreude um 03:15 Uhr kaum noch zu bremsen.




Alcudia beim Landeanflug
Als sich unsere Gruppe, in diesem Jahr etwas neu sortiert, gesucht und gefunden hatte, durften wir pünktlich im Flieger Platz nehmen. Wir freuten uns über das Privileg, als erste Maschine des Tages starten zu dürfen, bis der Pilot uns mitteilte, dass aufgrund von Störungen im Triebwerk und der Klimaanlage unser Start verschoben wird. Nachdem das Flugzeug schließt auch noch enteist war, stellte sich heraus, das es auch noch nachgetankt werden musste. Schließlich konnte niemand damit rechnen, dass heute morgen schon ein Flug nach Palma auf dem Plan stand. Mit 45 Minuten Verspätung landeten wir schließlich auf der Zielinsel, wo wir recht zügig unser Gepäck erhielten und der Shuttelbus uns nach Alcudia brachte.


Hochmotiviert machten wir uns nach dem ersten Koffeinschock des Tages auf den langen Fußmarsch zum Radhändler unseres Vertrauens. Dort erhielten wir nach ausführlichem Körperscan und technischen Problemen unsere Mieträder. Nachdem wir schließlich alle wieder sicher im Hotel angekommen waren, galt es, die Zimmer zu beziehen und erste lebenswichtige Einkäufe zu tätigen. Wir Mädels fanden uns zuerst abfahrbereit im Radkeller ein, nur um eine weitere Stunde damit zu verbringen, auf den Großteil der Männer der Gruppe zu warten, während sich der frühlingshafte Himmel immer weiter zuzog ("Beeilt euch, es regnet gleich!"). Nachdem auch schließlich der letzte seinen Sattel millimetergenau justiert hatte, ging es schließlich in die erste Ausfahrt.



Die obligatorische Rast in Muro
Heute stand für uns "leichtes Einrollen" auf dem Programm. Also von Alcudia zum Golfplatz nach Pollenca, durch das Maffaytal nach Campanet und schließlich über Buger nach... Muro! Womit wir nahtlos an die Ereignisse des letzten Trainingslagers anschließen, das Stichwort heißt Murokrise und Pampelmusenfrau... (aufmerksame Blogleser werden sich erinnern). Nach einem weiteren Koffeinschock ging es ins völlig entspannte Ausscheidungszeitfahren Richtung Heimat.




Nach der verdienten Dusche ließen wir den Tag mit einem Bummel durch die Stadt und einem Spaziergang am Strand ausklingen, der uns schließlich die Erkenntnis brachte, dass unser Stammsupermarkt trotz Brandanschlag noch existierte.


Beim gemeinsamen Abendessen tauschten wir unsere mehr oder weniger umfangreichen Sturzerfahrungen aus, schmiedeten Pläne für den nächsten Tag und bemühten unsere Wetter-App, um schließlich einen langen Tag ausklingen zu lassen.

Vanessa und Evelyn






Zitate des Tages:

"Der Junge weiß doch gar nicht wohin!"

"Es gibt Dinge, die will man einfach nicht vor dem Start des Flugzeugs hören - wie zum Beispiel technische Probleme."

"Der hat keine Frau, nur den BDR und seine Mutter."

"Jetzt kommt der Hammersturz!
- Wie das ist noch steigerungsfähig??"