We are specialized!

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Dienstag, 30. Juni 2015

Harzcup Teil 3 - Sülzhayn

Nach einer Woche Zwangserkältungspause konnte ich Anfang letzter Woche endlich wieder in mein Training einsteigen und anfangen, wieder ordentlich nach Trainingsplan zu trainieren. Das tat ich auch. Genau zwei Tage lang, solange bis ein umgestürzter Baum mich sehr unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Schön Tempo bergab gemacht, Kurve schneidig genommen, Überschlag. Der Baum ist mir so richtig erst nach dem Sturz aufgefallen, nachdem ich mich erst einmal vergewissert hatte, dass mein Rad und meine Knochen heile geblieben waren. Alles gut soweit, offensichtlich hatte mein rechtes Bein alles abgefangen, denn das schimmerte bereits in den schönsten Farben, das Knie bereits zugeschwollen. Das war es dann also mit dem Trainingsplan.

Nach drei Tagen Pause wagte ich mich am Freitag dann wieder aufs Rad, wo ich erleichtert feststellte, dass mein Knie schon fast wieder perfekt mitwirkte. Also doch mal einen kurzen Blick auf den Rennkalender riskiert und festgestellt: Harzcup in Sülzhayn. Das wäre doch was. Natürlich nur wenn man keine Erkältung in den Knochen hat und kein geprelltes Knie. Nach endlosem Hin- und Herüberlegen, Planen und Plan umwerfen machten meine Schwester und ich uns dann doch am sehr frühen Sonntagmorgen auf den Weg nach Thüringen.

Als wir pünktlich das Wettkampfgelände in der beschaulichen Stadt erreichen strahlt die Sonne bereits vom Himmel und die bergigen Wälder rund um Sülzhayn dampfen vom Regen der letzten Tage. Die Idylle wird nur von den ersten Rennfahrern getrübt, die bereits den ersten Marathon auf der Rolle absolvieren, fachsimpeln oder noch beim Aufbau der Strecke helfen. Wir suchen und finden das Rennbüro und melden mich, nach letztem kurzen Zögern, auf der 30 km lange Kurzdistanz an. Auch wenn ich damit aus der HarzCup Wertung rausfalle, nach den durchwachsenen letzten Wochen habe ich mich gegen das Risiko entschieden, auf die Langstrecke zu gehen. Schließlich soll dieses Rennen in erster Linie für mich eine Generalprobe für den Allersheimer Mountainbikecup am nächsten Wochenende sein.
 
Und so stehe ich, nach nur kurzem Einrollen, um kurz nach Zehn mit nur etwa 50 anderen Fahrern am Start der Kurzstrecke bereit. Nach dem Megaevent in Willingen genieße ich die familiäre Atmosphäre umso mehr und freue mich über viele bekannte Gesichter, Aufmunterungen und nette Worte. Die Lang- und Mittelstreckenfahrer sind bereits auf der höhenmeterlastigen Strecke unterwegs und absolvieren vier bzw. drei Runden a 15 km. Als der Startschuss auch für uns fällt komme ich allerdings dann doch nicht so gut weg wie ich es gehofft hatte. Die erste Bachdurchfahrt, die erste Rampe, der erste sehr steile Trail und dann ist die Einführungsrunde auch schon beendet. Ab geht’s auf die Hauptrunde. An der Startlinie kam kurzzeitig das Gerücht auf, die erste Hälfte jeder Runde ginge es nur bergan. Was sich als absolut wahr herausstellt. Ich finde allerdings am Berg meinen Rhythmus und eine Gruppe Fahrer mit ähnlichem Tempo und kann so viel Boden und viele Plätze gut machen, die ich am Start verloren habe. Nach gut 8 Kilometern stürzen wir uns dann in die erste steile und matschige Downhillpassage. Ich bremse scharf ab, gerate ins Rutschen, bremse stärker, blockiere mein Hinterrad, bremse weiter... Natürlich ganz falsch und normalerweise auch überhaupt gar nicht mein Stil, aber auf einmal spukt mir mein Sturz im Kopf rum, und so sehr ich mich auch bemühe, die Unsicherheit auszublenden und alles zu vergessen, ich schaffe es nicht. Ich zittere mich wirklich den Downhill hinunter, mit dem Ergebnis, dass ich nicht nur gefühlt alle meine am Berg gewonnenen Plätze wieder verliere, sondern nun ohne jeglichen Schwung die brutale Rampe zum letzten Teilabschnitt der Strecke hochtreten muss. Oben angekommen, kurz durchatmen, den letzten Trail runter in die Stadt, die Bachdurchfahrt und die erste Runde ist vorbei. Kurzer Blick zur Anzeigetafel, 55 Minuten, und auf geht’s in die zweite Runde. 
Kurzer Kettenklemmer-Selbsthilfe-Stopp, und dann Dampf am Berg machen, was mir in der zweiten Runde sogar besser als in der ersten Runde gelingt. Vielleicht sollte ich mich doch besser mal vernünftig warmfahren. Dieses Mal gehe ich die Bergab-Passage ruhiger an und verlasse mich wieder etwas mehr auf meinen Instinkt, mein Bauchgefühl und meine Routine. Geschafft! An der (mir fast senkrecht vorkommenden) Rampe habe ich dann doch ordentlich zu kämpfen, vor allem mit dem möglichst entspanntem Lächeln für den Fotografen an der steilsten Stelle. Nochmal Tempo auf der Geraden, Bachdurchfahrt, Zielsprint und da ist das Rennen auch schon vorbei.

Insgesamt habe ich im Ziel 31 km und etwas mehr als 900 Höhenmetern in 1:54 h auf dem Tacho. Ein Ergebnis, mit dem ich völlig zufrieden bin, ebenso wie mit meiner Entscheidung, nur die Kurzstrecke zu fahren.

Meine Schwester informiert mich über den Verlauf des Langstreckenrennens und den Verbleib der anderen Eulen, für die es ebenfalls sehr gut läuft. Gemeinsam spritzen wir den gröbsten Dreck von meinem treuen S-Works, besuchen die Verpflegungszone und verbringen die Zeit bis zur Siegerehrung mit Gesprächen über Einhörner, Dreck und Eis.

Was mir an diesem Tag immer wieder besonders auffällt, ist die völlig entspannte und familiäre Stimmung. Das Organisationsteam hat alles im Griff, führt zahlreiche Interviews, versorgt Sportler und Betreuer mit allen wichtigen Infos, Essen und noch mehr Essen, und vielen interessanten Gesprächen.

Am Ende freue ich mich über den Sieg in meiner Altersklasse und den Gesamtsieg bei den Frauen auf der Kurzstrecke. Auch bei Olaf und Dirk auf der Mittel- und Langstrecke lief es gut, sodass wir drei Eulen mit drei Pokalen Thüringen später verlassen.


Zusammenfassend bin ich sehr froh, dass ich mich doch entschlossen habe, das Rennen anzugehen. Der Start auf der Kurzstrecke war definitiv die richtige Entscheidung und mal wieder eine ganz neue Erfahrung. Die Probleme in den Abfahrten habe ich zur Kenntnis genommen, jetzt liegt es an mir diese sturzbedingte Kopfsache hinter mir zu lassen und wieder frei über die Trails zu fliegen.

Am kommenden Samstag steht für mich der Allersheimer MTBCup in Neuhaus an, wo ich hoffentlich wichtige Challenge4MTB Punkte sammeln kann. Ich freu mich schon sehr darauf!

Bis dahin,

Evelyn















Donnerstag, 18. Juni 2015

Bikefestival Willingen - RockyMountainBike Marathon

Nach dem erfolgreichen Marathon in Dassel hatte ich mir fest vorgenommen,  mich nun erstmal auf mein Studium zu konzentrieren und mir bis zum nächsten Rennen Zeit zu lassen. Als ich dann allerdings von allen Seiten ausgefragt wurde, ob ich nicht doch beim Marathon in Willingen am Start sei, ertappte ich mich doch dabei, wie ich die Ausschreibung raussuchte, die Zugverbindungen scannte und mich schon am Donnerstag auf dem Rückweg von München befand. Als ich mich allerdings nach einem langen Unitag inklusive sehr frühmorgentlichem Training (um 4:30 Uhr!) im überhitzen und überfüllten Zug nach Hause befand und versuchte, Sinn in meine Anatomiemitschriebe zu bringen, überkamen mich doch Zweifel. Wieso tat ich mir das eigentlich an? Was wäre gegen ein entspanntes Tourenwochenende einzuwenden gewesen? Aber das Riesenevent, die Aussicht auf eine schöne Strecke, viele bekannte Gesichter und schließlich einfach mein Ehrgeiz brachten meine gewohnte Vorfreude zurück. Meine Schwester Carolin erklärte sich sofort bereit, mich als moralische Unterstützung zu begleiten und so machten wir uns, aufgrund des sehr frühen Starts am Samstagmorgen, schon am Freitag auf den Weg zum Bikefestival. Unser Schwesterroadtrip führte uns zuerst in die örtliche Jugendherberge, die aufgrund der Bikeveranstaltung fast ausgebucht war. Wir bekam ein Zimmer in einem seperaten Haus zugeteilt, was mich erleichtert aufatmen ließ: so konnte ich mein Bike ganz entspannt mit in unser Zimmer schmuggeln, statt es im Auto zurücklassen zu müssen.
 Nachdem das Zimmer bezogen war machten wir uns auf dem Weg zum Festivalgelände, was sich aufgrund von zahlreichen parkplatzsuchenden Autos, Fahrradfahrern und Betreuern, die die ohnehin schon schmalen Straßen blockierten, als schwieriger als gedacht erwies. Als schließlich auch wir einen Parkplatz gefunden hatten, schlenderten wir über das Gelände, holten meine Startunterlagen ab und nahmen möglichst viel von der Stimmung mit. Nun stand die prärenntagliche Nahrungsaufnahme an, die ja bekanntlich von großer Bedeutung für das kommende Rennen ist. Wir entschieden uns für ein amerikanisches Diner, das anlässlich der Sportveranstaltung viele kohlenhydrathaltige Gerichte anbot. Und so aß ich meine Nudeln und meine Schwester ihren Wrap an einer Bar, umgeben von amerikanischen Nummernschildern und Elvisbildern.
 
Zurück in der Jugendherberge verbrachten wir den Abend damit den morgigen Tag zu planen, den Busfahrer vom Tabuspielen aufzutreiben, der uns zugeparkt hatte und, in meinem Fall, den perfekten Platz für mein Bike im Zimmer zu suchen. („Nein nicht an die Heizung, vielleicht geht die in der Nacht an. Nicht so nah an die Tür, wenn die jetzt auf geht! Ja, auf dem Bett ist gut!“)

Punkt 5 Uhr klingelte uns der schrille Wecker aus dem Schlaf, Punkt halb sechs saßen wir wieder im Auto und um Punkt viertel vor 6 parkten wir auf dem Festivalgelände – diesmal Gott sei Dank nicht auf dem Reweparkplatz... Da hätte das Frühstückspicknick, was wir vorbereitet hatten, auch nicht halb so viel Spaß gemacht. Meine Schwester ließ ich zwischen Müsli, Knäckebrot und Babybrei zurück, um mich warm zu fahren und Vanessa zu suchen. 
Nachdem die neusten Neuigkeiten und Insidertipps ausgetauscht worden waren, machten wir uns auf den Weg zur Startlinie, beziehungsweise in den Startblock B. Leider trennte uns dann die Absperrung, aber Vänsi: bald wieder geballte Specialized Power!  Als pünktlich um halb 8 der Startschuss für Block A und Block B, also circa die ersten tausend Starter fiel, hatte mich das Rennfieber wieder voll im Griff. Auch wenn das Streckenprofil mit 1800 Höhenmetern auf 54 km heftig ausfiel, war ich fest entschlossen, alles zu geben. Ich erwischte einen guten Start und hängte mich an eine Lizenzfahrerin aus Block A, die sich geschickt durch das volle Starterfeld ihren Weg bahnte. Als wir das Eventgelände einmal halb umrundet hatten ging es in den ersten langen Anstieg. Ich hing immer noch am Hinterrad der schnellen Lizenzfahrerin und konnte die Gelegenheit nutzen, um ordentlich Plätze gut zu machen, auch wenn eine Platzierung auf dem Podium für mich keine ernsthafte Möglichkeit darstellte. Vielmehr war nach den stressigen Wochen, an denen ich wärmebedingt beim Training immer wieder mit ernsthaften Luftproblemen zu kämpfen hatte, ein solides Rennen das Ziel. Als nach 6 Kilometern die Strecke das erste Mal deutlich abfiel und wir uns in die erste technisch anspruchsvollere Downhillpassage stürzten, kam es zu den ersten Stürzen und Komplikationen im immernoch sehr komprimierten Fahrerfeld. Der Staub nahm die Sicht, der Weg war schmal und ach Mist, da war eine Wurzel. Ich kam etwas unsanfter auf als geplant, was meine Flasche dazu veranlasste, sich hunderter anderer Flaschen anzuschließen und zurück zu bleiben. Mist.

Die Strecke führte nun in regelmäßigen Abständen lang und stetig bergauf und steil wieder herunter. Ich hatte noch immer das Trikot der Lizenzfahrerin im Blick und wir machten Platz um Platz gut, bis ich an einem eben dieser Berganstiege auf einmal Platz und Beine hatte und meine ganze Gruppe überholen konnte. Im Nachhinein denke ich, dass es in Anbetracht der Streckenlänge und Anforderung sinnvoller gewesen wäre, im gleichmäßigen Tempo weiterzufahren. Aber das angesprochene Rennfieber zog mich alle Berge hoch und ließ mich alle Berge herunterfliegen. Allerdings vermisste ich mittlerweile schmerzlich meine Trinkflasche und so war ich mehr als froh, als nach 26 Kilometern am Ufer des Diemelsees der Verpflegungsstand auftauchte, der in diesem Moment für mich einer paradiesischen Oase in der Wüste gleich kam. Allerdings griff ich nur im Vorbeifahren meine obligatorischen Becher Wasser ab und hielt nicht etwa an, um mir eventuell eine neue Trinkflasche zu organisieren. Als ich kurz vor Kilometer 30 an einer ewig langen Bergpassage mit brennenden Waden verzweifelte und immer weiter zurück fiel, wäre ich am liebsten zurück gefahren. Als mich allerdings die besagte Lizenzfahrerin überholte siegte dann doch der Kopf und gemeinsam kämpften wir uns hoch, und höher und immer wieder hoch.

Wie immer im Rennverlauf überholt man eine Reihe an Fahrern, die aufgrund von technischen Defekten verschiedenster Arten am Rand sitzen, schieben oder bereits dabei sind, das Problem zu beheben. Während ich mal wieder völlig unvorbereitet und naiv auf gar keine Art von Defekt ins Rennen gegangen bin, auch wenn ich mir immer wieder fest vornehme, endlich mal einen Technikkurs zu machen oder zumindest einen Schlauch einzustecken. Als wir wieder mal einen Berg hochtraten und ich wieder mal gefühlt kurz vor dem Verdursten war, kam uns ein Fahrer entgegen, dessen Defekt sofort ins Auge sprang: Rahmenbruch. Moment, das heißt doch... „Brauchst du deine Flasche noch? Kann ich die haben? Danke!!“ An dieser Stelle nochmal ganz vielen lieben Dank an den netten belgischen Fahrer, der mir bereitwillig seine volle Trinkflasche überlassen hat!
So, Versorgung sichergestellt, Überleben gesichert.

Trotzdem musste ich mir (wieder einmal...) eingestehen, dass mein angeschlagenes Anfangstempo zu schnell gewesen war. Gegen Kilometer 40 musste ich mit brennenden Waden und leichten Krämpfen im Mittelfuß abreißen lassen und bemühte mich nun, meinen eigenen Rhythmus wieder zu finden, was mir erstaunlich gut gelang. Ich erwischte den Anschluss an eine zügige Gruppe und kann mich die letzten Kilometern auf den Trails mitziehen lassen, bis wir schließlich vor der imposanten Skisprungschanze stehen, was nur heißen kann: weit ist es nicht mehr!

Weit nicht, aber wieder mal hoch. Eine steile Rampe entließ uns im oberen Teil des Bikeparks, wo sich das erste Mal die Wege der Downhiller und der Marathonfahrer kreuzten. Während wir durch eine Mulde fuhren, sprangen die Downhillfahrer über uns hinweg. Der Wahnsinn! Die letzten Trails brachten uns in den Zielbereich, wo mich die Stimmung nochmal zu einem Zielsprint animierte, wo auch ich immer ich die Kraft dazu noch aufgetrieben habe, sodass ich nach 2:54h die Ziellinie überquere.

Natürlich werfe ich dann doch einen Blick auf die Gesamtplatzierung. In meiner Altersklasse habe ich es auf Platz 8 geschafft, bei den Frauen Gesamt auf Platz 12 von 98. Und auch im Gesamtfeld bin ich mit Platz 233 von 908 überraschend gut platziert. Klar, ein Podiumsplatz war nicht in Sicht, trotzdem bin ich nach diesen stressigen Wochen zwischen Lernen, Training und Pendeln super zufrieden mit meiner Leistung und dem Rennverlauf.

Love the Ride,

Evelyn









Neue Perspektiven - am Streckenrand

Vanessa:
Verletzungsbedingt konnte ich beim Bike-Festival in Willingen leider nicht an der Startlinie stehen. Ich reiste deswegen als Zuschauerin und persönliche Betreuerin mit ins Sauerland. Ein Perspektivwechsel. Doch obwohl ich selber nicht startete, kam durch die Atmosphäre doch ein wenig der typischen Rennstimmung  auf. 

Wir beschrieben in der Vergangenheit die Startzeiten der Rennen -bei denen in der Regel gegen 10 Uhr der Startschuss ertönte - als früh. Seit dem Wettkampf in Willingen definieren wir nun „frühe Startzeiten“ anders: Bereits um halb acht wurden die Starter auf die Strecke geschickt! Aber wer früh aufsteht, hat bekanntlich mehr vom Tag.

Während die anderen nun die höhenmeterlastige 52 kilometerlange Strecke unter die Räder nahmen, konnten wir Zuschauer die Zeit nutzen, um das riesige Festivalgelände in Augenschein zu nehmen. Einen Coffee-To-Go und ein Frühstück später, fanden wir uns schließlich an der Downhill-Strecke ein, um die Fahrer bei ihren waghalsigen Sprüngen zu beobachten. Aufgrund meiner schlechten Downhill-Erfahrung in jüngster Vergangenheit, stockte mir bei dem einen oder anderen Fahrmanöver doch der Atem. Nach rund 2 Stunden wurden die ersten Zieleinfahrten der Kurzstrecke über die Lautsprecher angekündigt und auch wir fanden uns im Zielbereich ein, um unsere Lieben in Empfang zu nehmen.



Nach dem Austausch der Renneindrücke, stürmten wir noch das Festivalgelände, ergatterten einige Give-Aways der Aussteller und das Gratis-Festivaltrikot als Andenken.


Zitate des Tages:
„Meine Nerven. Downhill – nie wieder!“
„Die Zeitmessung der Startblöcke A, B, C und D erschließt sich mir einfach nicht.“


"
Du bist schon im
Ziel
?
Hatte noch gar nicht mit dir gerechnet
!
"
 „Skifahren könntest du doch im Prinzip mit deiner Verletzung, lässt du einfach die Stöcke weg.“

Sonntag, 14. Juni 2015

Neues Bikerevier - Verfahren unmöglich.

Zurück auf dem Rad! Die nächsten Wochen wird mein "Bikerevier" zwar noch die heimische Terrasse sein, aber immerhin ist das Fahren auf der Rolle extrem effektiv....wenn das Rennrad groß ist, wird es auch übrigens noch ein Specialized - nur am Rande.

Dienstag, 2. Juni 2015

2. Lauf der Challenge4MTB – MTB Schäferwerk Marathon in Dassel


Nach drei Wochen ohne Rennen hieß es für mich am Sonntag endlich mal wieder – let’s race! Dank der vielen (teilweise selbstständig) verlängerten Wochenenden hatte ich reichlich Zeit mich ausgiebig auf das Training zu konzentrieren, auch wenn das eben um 6:00 Uhr aufstehen zum Lauftraining beinhaltete, egal wie lang oder kurz die Nacht gewesen war. Doch ich hatte soviel Spaß beim Training, dass ich nur noch mehr trainierte.  Und das spiegelte sich auch zunehmend in meinen Trainingszeiten wieder. Nach 200 bis 250 Trainingskilometern pro Woche, Krafttraining und einigen Laufkilometern fühlte mich in der letzten Woche vor dem Rennen zwar optimal vorbereitet, aber auch etwas übertrainiert, was ich mal wieder meinem Perfektionismus zu verdanken hatte.

Doch als ich dann am frühen Sonntagmorgen meine Ausrüstung und mein geliebtes Specialized S-Works in den Wagen packe und mich gen Solling aufmache, spüre ich doch das übliche nervöse Kribbeln. Am Renngelände angekommen tut allerdings die bewährte Rennatmospähre seine Wirkung und die Nervosität weicht dem unbeschreiblichen Rennfeeling. Zusammen mit den anderen Eulen rolle ich mich im Dasseler Sportstadion ein, sehe den anderen dabei zu wie sie unseren eigenen kleinen Getränkeständer (mit Eulen-Fahne) drapieren und zusammen machen wir uns eine gute Viertelstunde vor Rennstart auf in den Startblog. Aus meinen Erfahrungen in der letzten Saison habe ich gelernt, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, sich in die letzte Reihe zu stellen, denn verschenkte Zeit ist verschenkte Zeit. Also setzte ich das „unschuldige-Mädchen-Lächeln“ auf, packe die Ellenbogen aus und mogele mich so bis in die dritte Reihe des gut gefüllten Startblogs vor, wo ich meine Konkurrentinnen besser im Auge habe.

Der volle Startblock aus der Zuschauerperspektive
Als der Startschuss endlich fällt komme ich erstaunlich gut weg und kann das größte Gedränge schnell hinter mir lassen. Es geht in den langen Anstieg hoch in den Wald. Ich habe zwei Frauen direkt vor mir und lasse mich von ihrem zügigen Tempo den Berg hochziehen, bis es im Wald auf die ersten Trails geht. Es ist zwar feucht, aber im Vergleich zur Schlammschlacht auf den Trails im letzten Jahr (Wer kann am schnellsten mit seinem Rad den Trail hochrennen??) gut zu fahren.  Auf der nächsten langen Forstautobahn kann ich einige Plätze gut machen und lasse die anderen beiden Fahrerinnen hinter mir. Was mich jetzt allerdings irgendwie zur Gejagten macht. Also auf gar keinen Fall umdrehen und lieber nochmal reintreten, bevor es über wurzelreiche Trails auf die wadenzerstörende Himmelsleiter zugeht. Ich habe ein schnelles Fahrerfeld vor mir und kann am Berg gut mithalten. Oben angekommen geht es nun in die technisch anspruchsvolleren Trails bergab. Als ich problemlos und sehr zügig aus dem endlos langen Trail auf die Gerade einbiege und das Stadion schon wieder vor mir sehe, weiß ich ganz sicher, dass sich jede Technikeinheit bezahlt gemacht hat. Und nach 42 Minuten ist die erste Runde auch schon vorbei. Noch zwei zu fahren.

Dank dem schnellen Fahrerfeld lässt sich der Startanstieg und auch die Trails, die uns bereits aus dem ersten Rennen in Hellenthal bekannt sind, gut bewältigen. Als ich an der Himmelsleiter zwei Fahrern mit Defekten hinter mir lasse ,wird mir doch etwas mulmig zumute, da ich mal wieder nichts dabei habe, um mir in irgendeiner Weise selbst zu helfen. Keinen Schlauch, keine Pumpe, kein Tech-Set. Ich muss mich also mal wieder auf mein Glück verlassen und lasse die Bedenken mit der Himmelsleiter hinter mir. Trails wieder runter, Sprint durchs Stadion und damit ist die letzte Runde eröffnet. Trotz meiner Neugierde, wie nah die anderen Fahrerinnen an mir dran sind, drehe ich mich nicht um. Schließlich muss in erster Linie erst einmal jeder sein eigenes Rennen fahren. Und als es ein letztes Mal die Himmelsleiter hoch geht, bin ich wieder einmal dankbar für das Fahrerfeld, dass mich mitzieht, denn allein wäre ich jetzt gern abgestiegen und hätte geschoben. Aber auch wenn die Waden brennen, mittlerweile ist zu mir durchgedrungen, dass ich möglichweise gerade den Gesamtsieg in der Hand habe, und dieser Gedanke begleitet mich das letzte Mal durch die schnelle Downhillpassage.
Schließlich knalle ich nach 2:12 h und 42 km überglücklich über die Ziellinie und kurz darauf wird über die Lautsprecherdurchsage mein Gesamtsieg verkündet.

Im letzten Jahr habe ich knapp drei Stunden für die gleiche Strecke gebraucht, auch wenn es damals deutlich nasser auf der Strecke gewesen ist, ich habe mich auch defintiv schwerer getan. In diesem Jahr bin ich super zufrieden mit meiner Leistung! Und mit dem ersten Platz in meiner Altersklasse und dem Gesamtsieg sichere ich mir außerdem 100 Punkte für die Gesamtwertung der Challenge4MTB und kann so meine Führung weiter ausbauen.

Ich bin überglücklich und es war definitiv ein Race to remember für mich!

Ich möchte die Gelegenheit nutzen um mich bei allen bedanken, die immer wieder dazu beitragen, dass ich meinen Sport, besondes neben dem Studium, so leben kann!
Danke an meine Familie, die mich immer unterstützt, sei es mit Motivation an Regentagen, mit Verständnisse für frühe Trainingseinheiten, Essenswünschen oder einfach der Weg zum Mechaniker. A propos Mechaniker: Danke an meinen Mechaniker Hubertus Gründer, denn ich immer anrufen kann, wenn mein Baby krank ist oder ich mal wieder einen eigentlich unmöglichen Schaden verursacht habe.
Danke an meine Freunde, die immer Verständnis haben und immer so mitfiebern! Und besonderen Dank an die Motivationsgruppe vom Wochenende, es hat super Spaß gemacht mit euch, danke für die Unterstützung und den Jubel!
Danke Vanessa, du bist die beste Trainingspartnerin der Welt! Danke für die ganze Aufbauarbeit, die Motivation und einfach die tolle Zeit mit dir, du bist einfach die Beste. Deshalb ist dieser Sieg auf für dich, und bald stehen wir wieder zusammen an der Startlinie!

Und danke an das geilste Team der Welt, den MTB Eulenexpress! Ihr seit alle so cool und danke, dass ihr mich so lieb aufgenommen habt!

Bis zum nächsten Rennen!

Evelyn







Vanessa: Bald geht die Saison weiter!

Noch 33 Tage und ich darf endlich wieder auf mein Rad!!:) Dann kann ich meine Handgelenke wieder voll belasten.Die Operation ist gut verlaufen, ich arbeite jeden Tag mit dem Physiotherapeuten zusammen und es geht es schnell aufwärts. Um meine Form zu erhalten, sind die Einheiten auf dem Rad durch Laufeinheiten ersetzt worden - somit kann ich gut weitertrainieren.‪#‎WeiterKämpfen‬ ‪#‎CyclingIsOurPassion‬‪#‎Specialized‬ ‪#‎LoveMyBike‬