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Montag, 18. Mai 2015

Auf ins Abenteuerland: Grenzerfahrungen im Bikepark

Vanessa und Evelyn:

Um etwas an unserer Fahrtechnik zu feilen und mal einen ganzen Tag lang gepflegt Trails zu rocken, entschieden wir uns für einen Ausflug in den Bikepark Winterberg. Für uns völlig fremdes Terrain. Bereits auf dem Parkplatz fielen wir mit unserem Marathon/Cross-Country-typischen Outfit auf. Enge Hosen, Klickschuhe und Radtrikots mit Sponsorenwerbung kommen in der Welt der Downhill-Cracks eher nicht vor. Hier verdrängt  der „Coolness-Faktor“ der Kleidung die Funktionalität.  Nachdem wir uns von den ersten abschätzenden Blicken der anderen erholt hatten, war es an der Zeit unsere geliebten Specialized-Hardtails für einen Moment alleine im Kofferraum der Autos zurückzulassen, um uns einem Leih-Fully zu widmen. Wir ergatterten im Verleih die letzten Fullys in unserer Größe – Glück gehabt. Nachdem wir verstanden hatten, dass man in diesem Bike-Segment keinen Wert auf die Einstellung der anatomisch korrekten Sattelhöhe und –neigung legt, wartete bereits das nächste Abenteuer auf uns: Da man mit den ultraschweren Bikes niemals einen Berg – wie wir es normalerweise zu trainingstechnischen Zwecken gewohnt sind – hochkurbel kann („Die Schaltung ist hier ja völlig überflüssig!!), waren wir gezwungen den Schlepplift zu nehmen. Obwohl es für uns als eingefleischte Wintersportler ein typisches Winterfortbewegungsmittel ist, war dies mit dem Bike doch zunächst ein ungewohnt-mulmiges Gefühl. 

Wir verstanden jedoch schnell, dass wir berghoch weder mit treten, noch bremsen müssen und bekamen Routine in dieser neuen Fortbewegungsart. Die ersten Abfahrten führten uns durch die flowige Abfahrt mit einigen Hügeln, Anliegern und Steilkurven. Nachdem wir uns an das Fahrgefühl gewöhnt hatten, wagten wir uns schließlich auch auf die etwas längeren und technisch schwierigeren Abfahrten auf der anderen Seite des weiträumigen Parks. Hier führte uns der Weg hinauf dann aber mit dem Sessellift. Da wir ja völlige Neulinge auf dem Gebiet des Downhills waren, musste der Lift wegen uns leider mehrfach oben angehalten werden, weil wir unsere Räder nicht schnell genug aus der Transportverankerung befreien konnten. Nach einigen (peinlichen) Fehlversuchen sprang uns dann die Übungsstelle am Lift ins Auge, bei der wir uns in einer Trockenübung mit der Technik vertraut machen konnten. Übung macht den Meister – und der Liftbetrieb konnte schließlich flüssig weiterlaufen.

Wir fanden sehr schnell Gefallen und Spaß im neuen Terrain des hauptsächlich auf die Bewältigung von Tiefenmetern angelegten Bike-Erlebnisses.

Vanessa 
Für mich fand der Ausflug des bis dahin supertollen Specialized-Mädels-Tages im Bikepark leider keinen guten Ausgang: Bei der allerletzten Abfahrt verlor ich die Kontrolle über das Rad und stürzte. Zunächst nahm ich nicht an, dass allzu viel passiert war. Im Krankenhaus erhielt ich dann aber leider die Diagnose, dass beide Handgelenke gebrochen sind. Wie es mit der Saison weitergeht und wann ich wieder auf dem Rad sitzen kann ist derzeit noch ungewiss. Es ist nun mal leider passiert und sich darüber zu ärgern bringt nichts, bei solchen Risikosportarten können Unfälle niemals ausgeschlossen werden. Aber aufgeben ist nicht! Ich werde weiterkämpfen – für mich ist die Saison noch lange nicht vorbei.

Evelyn

Nachdem ich mit meinen hochprofessionellen tiermedizinischen Kenntnissen Vanessa so fachmännisch wie möglich versorgt hatte und sie auf dem Weg ins Krankenhaus war, blieb ich allein mit meinem Specialized-Bike zurück und überlegte, was ich nun mit meiner verbliebenen Zeit anfangen konnte. So entschloss ich mich, wenn auch in Gedanken bei der besten Trainingspartnerin der Welt, noch eine Tour mit meinem Bike zu drehen. Dank der gut ausgeschilderten Wanderwege erklomm ich auf sehr direktem Weg über einige steile Trails den kahlen Asten und genoss die fabelhafte Aussicht auf das Sauerland. Doch überraschenderweise pumpte nach einem langen Tag im Bikepark bereits das Laktat in meinen Beinen, sodass ich mich ohne größere Umwege auf den Rückweg machte.

Ab jetzt heißt es: Daumen drücken für Vanessa! 




Zitate des Tages:
„Was ist mit der Sattelhöhe? Wollen die das nicht mal einstellen?“
„Sport ist generell gefährlich – aber ich denke das hier ist schon gefährlicher!“
„Ich mache das mit dem Schlepplift das erste Mal- glauben Sie, ich kriege das hin?“

„Oh je jetzt müssen die schon wieder den Lift wegen uns anhalten…“