We are specialized!

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Mittwoch, 29. April 2015

Blood, Sweat and other distractions – ProtectiveBikeMarathon Bad Harzburg


Ganz fest in jedem Rennkalender steht der Bikemarathon in Bad Harzburg. Da ich nach zwei endlosen Wochen Studium ohnehin mal wieder Heimatluft schnuppern wollte, kam mir dieser Wettkampf sehr gelegen.
Als ich bei 25 Grad in München meine Anmeldung ausfüllte, kamen mir 58 km Mittelstrecke zwar mehr als gewöhnlich, aber machbar vor. Genauso wie 1600 Höhenmeter.

Muffins für den besten Verein überhaupt!
Als ich dann aber am sehr frühen Sonntagmorgen mein S-Works, meine drei handlichen Taschen und die obligatorischen Muffins bei Nieselregen ins Auto lud und mich auf den Weg in den Harz machte, wurde ich doch ein bisschen nervös. Schließlich hatte ich in den vergangen Wochen mehr als genau Legenden um den Harzcup gehörte. Von Defektserien, Totalschäden, Stürzen und dem jährlichen DNF auf der Mittelstrecke. Von den endlosen Anstiegen und den steilen Downhill-Passagen. Und von dem großen Ziel: der Ziellinie. Die war auch mein erklärtes Tagesziel, denn da es keine Altersklassenwertung geben würde und eine starke Damenkonkurrenz zu erwarten war, wäre eine Platzierung unter den ersten 10 Fahrerinnen schon ein Erfolg für mich.

An der Rennbahn angekommen fühlte ich mich in Gesellschaft meines Teams gleich viel sicherer und verwarf nach den sachlichen Einschätzungen der Anderen die Idee wieder, mich doch noch in letzter Minute auf die Kurzstrecke umzumelden. Schließlich war es Zeit sich im Startblock aufzustellen und ich konnte mir im großen Fahrerfeld einen guten Platz im Mittelfeld sichern. Einige letzte Tipps der Mannschaftskollegen, ein letzter mutmachender Blick, Einklicken, Start.

Doch schon nach den ersten Kilometern standen wir wieder, wie von den erfahrenen Fahrern prophezeit. Der lange, steile Trailanstieg war zwar eigentlich machbar, doch nach einem Massenstart dieser Größe und dem obligatorischen Stau mussten wir die erste Passage schieben. Die nächsten neun Kilometer ging es hoch, höher und noch höher. Da ich grundsätzlich dazu neige, am Anfang zu viel Gas zu geben, wurde mir mehrfach vor diesem Rennen ans Herz gelegt, mir die Kräfte einzuteilen, was mir in der ersten Runde dank eines Teamkollegen, der mich mitzog, super gelang. Wir hatten uns bereits kurz nach dem Start einem Fahrerfeld angeschlossen, dass ein zügiges, aber vor allem gleichmäßiges Tempo vorlegte.  Die nun anstehenden Downhillpassagen waren zwar eng und steil, aber trotz des Regens gut befahrbar, sodass ich die Bergabpassagen flüssig hinter mich bringen konnte und mich mit zunehmender Freude der Strecke widmete. Wir näherten uns einer Bachdurchfahrt, als uns ein Streckenposten bereits von Weitem zurief: „Fahrt langsam, sonst holt ihr euch einen Platten!“. Hä? Wieso? Was hatte der Bach denn mit einem Platten zutun? Trotzdem drosselten wir alle das Tempo und passierten den schmalen Bach, um mit dem letzten Restschwung den kommenden Anstieg zu meistern. Und Tatsache: an diesem Anstieg saßen mindestens fünfzehn Fahrer, die dabei waren, ihre Schläuche zu wechseln. Ich war typischerweise mal wieder auf gar keinen Defekt vorbereitet, hatte weder eine Pumpe, noch einen Ersatzschlauch dabei und vor allem im Normalfall keine Nerven, um bei einem Rennen meinen Schlauch zu wechseln. Doch das Glück war auf meiner Seite: die Laufräder blieben heil, und so konnte ich nach einer Wiesenabfahrt die erste Runde nach einer guten Stunde, und vor allem mit Platz 3 bei den Frauen, beenden. Die erste von drei Runden geschafft.
Auf dem Weg nach oben...



Also wieder den endlosen Trailanstieg hoch. Die erste Runde merkte ich bereits zwickend in den Beinen, doch da wir immernoch im selben Fahrerfeld fuhren, konnte ich mein Tempo halten und erklomm Höhenmeter um Höhenmeter. Doch kurz darauf blieb ich mit meinem Schuh an einer Wurzel hängen und riss mir die Schnalle meines Schuhs ab, was für Fahrer mit Klickpedal bedeutet: keinen Halt mehr, kein Druck mehr auf dem Pedal, kein Weiterfahren. Während ich mit Hilfe von Haargummis und Fantasie meinen Schuh notdürftig reparierte, überholte mich ein relatives großes Fahrerfeld und einige meiner Konkurrentinnen. Nach gut fünf minütiger Defektpause konnte ich weiterfahren, doch ich ärgerte mich maßlos. Zudem war nun auch noch meine Gruppe weg, sodass ich mich vorerst allein durchschlug, bis mich eine kleinere Gruppe einholte und mitzog.  Doch das Glück hatte sich wohl heute eine andere Startnummer ausgesucht. Im nächsten Downhilltrail verbremste sich der Fahrer hinter mir und erwischte dabei mein Hinterrad, was uns beide bei gut 45 km/h auf den matschigen Boden beförderte. Nachdem ich mich zuerst vergewissert hatte, dass mein Mitfahrer und vor allem mein Bike unversehrt geblieben waren, stellte ich bei mir nur eine Wunde am Knie fest und hatte vor zügig weiter zu fahren. Doch auf dem wurzelreichen Trail hatte ich nun doch auch Schmerzen im Oberschenkel und im Rückenbereich, sodass ich auf den letzten Kilometern bis zur nächsten Zieldurchfahrt den Entschluss fasste, das Rennen nach zwei Runden abzubrechen. So kam ich schließlich in den Zielbereich, mit blutendem Knie, schweren Beinen und dem DNF vor dem inneren Auge. So nahm ich mir mit zwei anderen Fahrern die Zeit, bei der Zielverpflegung erst einmal etwas zu trinken und einen Riegel zu essen. Und schließlich fuhr ich nach zwei Minuten Pause dann doch weiter in die dritte Runde, denn ich kannte mich gut genug um zu wissen: Ich würde mir das nicht verzeihen, wenn ich so kampflos aufgeben würde. Außerdem hatte ich ja jetzt ohnehin nichts zu verlieren, da ich gefühlt bereits von allen anderen Fahrern überholt worden war. So ging ich, überraschend entspannt, die lange Trailauffahrt an und gondelte so in gleichmäßigem Tempo nochmal hoch, höher und noch höher. Auf den ausgiebigen Bergab-Passagen konnte ich trotz Hagel noch einige Plätze im Gesamtfeld und auch im Damenfeld gut machen und gab auf den letzten Kilometern nochmal alles. So erreichte ich schließlich nach 3:45 h und 58 km die legendäre Ziellinie. Zwar blutend, triefend nass und dreckig, aber immerhin. Ich hatte es geschafft!

Und nachdem auch ich verarztet und wieder einigermaßen trocken war, gönnten wir uns in wunderbarer Eulenatmosphäre die Eulenmuffins, Kuchen und Bratwurst.

Was für ein Rennen! Mit einem Gesamtplatz 5 bin ich nach diesem durchwachsenden Rennen mehr als zufrieden. Und vor allem kann ich sagen: Ich hab es durchgezogen, und die legendäre Mittelstrecke bezwungen!

Geschafft!
Evelyn



 Zitat des Tages aus dem Startblock: "Hey Kleine, willst du vorbei?"
                                                           "Nein danke, ich überhole euch bergauf so oder so."



Montag, 27. April 2015

SKS-Marathon Sundern: Der lange Weg aus Startblock 9 an die Spitze (nächstes Jahr melde ich mich früher an!)

Am vergangenen Wochenende stand das Mega-Sports-Festival in Sundern/Hagen mit dem zweiten Marathon der SKS-Serie in meinem Rennkalender. Ich war schon bei vielen Marathonveranstaltungen dabei - doch diese hier sprengte sämtliche Dimensionen. Noch nie habe ich so viele begeisterte Mountainbiker im Rennmodus auf einem Haufen gesehen. Nachdem ich mir den Weg durch die Massen gebahnt hatte, um meine Startunterlagen in Empfang zu nehmen, war noch genügend Zeit, um mit den Teamkollegen fachzusimpeln und zu hoffen, dass der Himmel den angekündigten Regen nicht unbedingt während des Rennens über uns ausschütten möge.

Um kurz vor halb 11 reihte ich mich dann in den letzten Startblock Nummer 9 (!!) ein - der „späten“ Anmeldung zu diesem Großevent geschuldet. Meine Anmeldung erfolgte zwar nur einen Tag nach dem offiziellen Anmeldestart, bescherte mir aber dennoch eine unfassbar hohe Startnummer. Alle Versuche mich irgendwie noch weiter nach vorne zu schummeln, scheiterten leider am wachsamen Streckenpersonal.
Von Startblock 9 aus konnte man den Startbogen beim Blick über die rund 1600 anderen Teilnehmer vor mir nur in weiter Ferne erahnen. Dicht gedrängt mit rund 150 anderen viel zu späten Anmeldern im Startblock schnappte ich noch letzte Informationen über die Strecke auf: Die ersten Kilometer wird es eine breite Bundesstraße hinauf gehen. Schnell überlegte ich mir eine Taktik: Meine einzige Chance auf eine gute Platzierung war also bereits hier ordentlich Tempo zu machen, um so einige Startblöcke aufzuholen. Normalerweise wird ein Marathon nicht am Anfang gewonnen - dieser jedoch schon! Gesagt getan: Die breite Bundesstraße „erfreute“ uns mit einem zähen sechs kilometerlangen Anstieg mit ordentlich Gegenwind. Ich ordnete mich gleich links ein und zog im Windschatten an den Massen vorbei, bis schließlich das Führungsfeld irgendwo ganz weit vorne in Sichtweite kam. Nach diesem aggressiven Einstieg mit extrem hohem Tempo hatte ich dann aber auch schnell das Gefühl, dass das Laktat in meinen Beinen bereits Überhand genommen hatte.


Doch zum Durchschnaufen war keine Zeit - denn nach den Ausreißmanövern auf der Teerstraße ging es nun endlich in die tiefen Wälder des Sauerlandes. 

Da ich keinen Überblick hatte, wo ich mich derzeit im Starterfeld befand und wer von meiner Alterklasse noch vor mir war, hielt ich das Tempo konstant hoch und arbeitete mich nach vorne. Bei Kilometer 15 stieß ich dann auf eine Konkurrentin meiner Alterklasse Damen. Es war zunächst nicht einfach an ihr dran zu bleiben. Erst rund 6 Kilometer vor dem Ziel riss ich am Berg aus und hängte mich ein kurzes Stück an die vorbeiziehende Männergruppe der Langstrecke, die die zweite Runde ihrer zu absolvierenden 100 Kilometer in Angriff nahm. Dadurch machte ich einige Meter und Sekunden gut. Schließlich passierte ich als zweite der Damen den Zielbogen mit knapp 40 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Ich war doch etwas überrascht, da ich mit einer so guten Platzierung aufgrund meines Starts im hintersten Startblock nicht gerechnet hatte. Ich bin sehr froh, nun endlich in den „Rennmodus“ gefunden zu haben und beim riesigen Event des SKS-Marathons in Sundern so viele wertvolle Renneindrücke sammeln zu können. Es war einfach eine tolle Veranstaltung!

Ausblick: Am Freitag (1. Mai) steht für mich noch einmal ein Ausflug in den Straßenradsport im Rennkalender. Dann starte ich beim Klassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn“ in Frankfurt.

Keep on riding

Vanessa

Zitate des Tages:
„Es gibt nur ein Gas - Vollgas!“
„Wann kommt denn der Shuttle-Bus?“
„Fokussier dich mal!“
„Müsste der Shuttle-Bus jetzt nicht langsam mal kommen?“
„Viele Wege führen nach Sundern - leider keine Autobahn.“

„Es gibt hier nur Männerduschen! Aber Kuchen kann ich dir anbieten.“

Montag, 20. April 2015

SKS-Marathon Gilserberg: Willkommen im Kellerwald - Berge ohne Grenzen!

Weil die Startzeiten - warum auch immer - stets in die frühesten Morgenstunden gelegt werden, hieß es am Sonntag nahezu mitten in der Nacht: Auf zum SKS-Kellerwald-Marathon nach Gilserberg. Dem Frühjahrsklassiker schlechthin. In Fachkreisen wird dieser Marathon gerne als härtester Marathon der Saison betitelt. Und das nun also gerade zum Saioneinstieg. Was will man mehr?;-) Das Wetter meinte es zumindest schon mal gut mit uns. Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel. Jedoch waren die Temperaturen zur Startzeit noch recht frisch. So galt es zunächst die elementaren Fragen der richtigen Kleiderwahl für das Rennen zu klären: Langarmtrikot mit Weste, Hose mit Beinlingen, Trikot ohne Armlinge und dafür aber Hose mit Knielingen? Solche Entscheidungen wollen wohl bedacht werden, denn im Startblock gibt es kein zurück mehr. Um Punkt zehn Uhr fiel dann schließlich der Startschuss und die Strecke für die rund 44 zu absolvierenden Kilometer war für das sehr große Fahrerfeld eröffnet. Die genaue Kilometeranzahl war zunächst nicht ganz klar, da es eine Änderung der Strecke gab - mehr Trailspaß für alle laut Organisator. Lassen wir uns überraschen.

Dem wochenlangen Regenentzug sei Dank waren die Strecke staubtrocken. Nach der rund fünf Kilometer langen Einführungsrunde über sandige Wiesenwege mussten Radcomputer und Radbrille zunächst von der rund zwei Zentimeter dicken Staubschicht befreit werden, um den Durch- und Überblick zu behalten. Nach der noch recht harmlosen Einführungsrunde ging es dann in die dichten Wälder des Kellerwaldes. Aufgrund der zähen, nicht enden wollenden und teils extrem knackigen Anstiege kann der Kellerwald getrost auch als Ausläufer des Alpenvorlandes bezeichnet werden. Auf den wenigen Bergabpassagen handelte es sich um flüssig zu fahrende Trails, die zwar technisch nicht besonders anspruchsvoll waren, aber dennoch eine nette Abwechslung zum bergauf-pedalieren boten. Der Höhenmesser am Radcomputer ging schneller nach oben, als die Spritpreise zu Ferienbeginn und ich fragte mich zwischendurch ernsthaft, ob eine Überquerung der Alpen höhenmetertechnisch überhaupt mit dem Kellerwaldmarathon konkurrieren kann.

Irgendwann tauchten dann aber die Windkraftanlagen von Gilserberg am Horizont auf und wir wussten, dass es nun bald ins Ziel gehen müsste. Nach der Durchfahrt einer kurzen verwinkelten Cross-Country-Passage im Zielbereich war der Frühjahrsklassiker dann geschafft. Mit rund 44 Kilometern, 1200 Höhenmetern und einer Zeit von 2:27 Stunden in den Beinen, passierte ich als neunte der Altersklasse Damen den Zielbogen.

Mit dem Ergebnis bin ich zwar zufrieden - weil ich mir zum Ziel gesetzt hatte, unter die Top-Ten zufahren - jedoch wäre eigentlich noch ein wenig mehr drin gewesen. Leider konnte ich nicht über die gesamte Distanz die volle Leistung abrufen und fand noch nicht so recht in den Rennmodus.

Nächste Woche geht es weiter zum SKS-Marathon nach Hagen-Sundern, wo ich dann weiter nach meinem Rennmodus suchen werde und probiere noch einige Plätze nach vorne gut zu machen.

Keep on riding!


Vanessa

Dienstag, 14. April 2015

Warmup-Marathon in Hellenthal - let's race!


Wenn man an einem Sonntagmorgen um kurz nach sechs Uhr von seinem Wecker geweckt wird, kann man sich im Halbschlaf schon mal fragen, welchen Grund es geben könnte, um diese Uhrzeit den Tag zu beginnen. Als ich mich doch aufraffe die Augen aufzumachen fällt mein Blick auf mein rotes Specialized-Trikot, dass an meiner Tür hängt: Ach ja, Raceday.

Damit wäre diese Frage schonmal geklärt. Der Rest läuft wie von selbst. Frühstücken, die am Vortag gepackten Taschen ins Auto, den Muffinberg ins Auto und das Mountainbike ins Auto. Und schon bin ich auf dem Weg zu meinem ersten Rennen dieser Saison.

Im vergangenen Jahr konnte ich bereits erste bleibende Eindrücke von der Strecke in Hellenthal sammeln. Ich erinnere mich an einen nicht unerheblich langen, deutlich ansteigenden Berg am Start und eine lange Wiesenauffahrt, die das Potential hat, die Waden zu sprengen. Allerdings ging ich im vergangen Jahr über die 40 km an den Start, ohne vorher jemals 40 km Mountainbike am Stück gefahren zu sein.
Dieses Jahr sah die Vorbereitung ja bekanntlich etwas anders aus...

Als die Formalitäten erledigt sind und ich meine Challenge-Startnummer 35 für diese Saison in Empfang genommen habe, nutze ich die Zeit bis zum Start um mich mental einzustimmen auf den kommenden schnellen Marathon und mich ausgiebig warm zu fahren.

Um kurz nach 10 fällt endlich der Startschuss und ich starte im vorderen Teil des Feldes in den ersten Berganstieg, an dem wieder viele Zuschauer der kollektiven Quälerei zuschauen und anfeuern. Ich kann meine gute Ausgangsposition am Berg und auf den darauf folgenden breiten Schotterpisten behaupten und finde ein Fahrerfeld, dass meinem Tempo entspricht und mich gut nach vorne zieht. Während meine Vereinskollegin bereits über alle Berge ist, habe ich die einzigen beiden Frauen, die noch vor mir gestartet sind, nun in Sichtweite. Ich arbeite mich auf den langen Anstiegen ran und gebe auch auf den Trails alles, doch erst auf der langen Geraden durch das zurück in den Ort mache ich endlich deutlich Boden gut und kann an die vor mir fahrende Gruppe mit meinen Konkurrentinnen anschließen. Gemeinsam durchqueren wir den Bach, kämpfen uns den ersten Wiesenanstieg hoch und haben kurz darauf die erste Runde bereits hinter uns. Am Startberg zieht sich unser groß gewordenes Fahrerfeld noch einmal deutlich außeinander, doch ich schaffe es noch ein paar Plätze gut zu machen und vor allem auf den folgenden Kilometern Forstautobahn ordentlich Tempo zu machen, was ich vor allem meinem Vereinskollegen zu verdanken habe, der mich wieder zu den beiden Frauen vor mir heranzog. Als wir schließlich zum Zweiten Mal die lange Sprintstrecke in den Ort erreichen, weiß ich, dass ich diese Chance nutzen muss, um mich absetzten zu können, um zu verhindern, dass es mir wie in Peine beim letzten Trainingsrennen ergeht. Also Kopf runter, Kette rechts und nicht mehr nachdenken. Und ich schaffe es wirklich, überhole das Hauptfeld und knalle mit 55 km/h in den Ort. Noch einmal durch den Bach und auf geht’s die Wiese wieder hoch in den Wald. Ich halte mich an die Weisheit meiner Trainerin: Dreh dich niemals um, fahr dein eigenes Rennen! Und das mache ich, den letzten Anstieg hoch, über die Trails im Solling Funpark wieder runter und schließlich die letzten Meter ins Ziel, wo ich schließlich mit 1:51 h gestoppt werde.

Dicht hinter mir kommen die beiden anderen Fahrerinnen ins Ziel und wir feiern gemeinsam unsere fantastische Zeit und ein super Rennen. Ich bin zur Abwechslung mal über alle Maßen zufrieden mit meiner Leistung und freue mich über meine Zeit, besonders da es auch mein erstes Rennen als Mitglied des MTB Eulenexpress war.
Im letzten Jahr habe ich gute 22 Minuten länger gebraucht, das Training hat sich absolut gelohnt!

Den Nachmittag verbringe ich mit den anderen Eulen gemütlich bei Kaffee, Kuchen und der Siegerehrung. Mit vier mal Platz Eins, ein mal Platz vier, ein mal Platz 8 und ein mal Platz 14 haben wir heute eine super Vereinsbilanz vorzuweisen.

Siegerehrung bei Kaffee und Kuchen
Eulenpower!!

Ich sichere mir mit meiner Zeit heute den Sieg in meiner Altersklasse und somit die ersten 100 Punkte für die Challenge4MTB-Gesamtwertung. In der Gesamtwertung bin ich hinter meiner Vereinskollegin die zweitschnellste Frau im Feld gewesen.


Für mich war es ein absolut gelungener Renntag. Danke an den coolsten Verein, den MTB Eulenexpress, für einen super schönen Tag und natürlich danke an den Veranstalter DDMC Solling für die Organisation!

Evelyn

Montag, 13. April 2015

Premiere beim Saisonauftakt – endlich geht es los!

Bevor am nächsten Wochenende die Mountainbikesaison endlich startet, nutzte ich die Wartezeit, um mich auf fremdes Terrain zu wagen - ein Straßenrennen. Da ich die meisten Trainingsstunden, Trainingskilometer und auch das Trainingslager auf dem Rennrad absolviert hatte, bot sich dieser kleine Ausflug in eine andere Wettkampfdisziplin an. Beim Großen Preis der RSG Buchenau in Breidenbach wartete ein anspruchsvoller Rundkurs auf uns Radsportler. Insgesamt 18 Mal galt es die Zwei-Kilometer-Runde mit einigen Höhen- und Tiefenmetern zu absolvieren. Obwohl ich generell eher kein Fan von Rundstreckenrennen bin - „jede Runde das gleiche sehen, langweilt irgendwann“ - ließ ich mich auf diese Rennradpremiere ein. Meine üblichen Probleme beim Start und beim Einfinden in das Rennen blieben diesmal glücklicherweise aus, sodass ich vom Start weg ein gutes Tempo fahren und dieses auch bis zum Ende durchziehen konnte. Bis zur siebten Runde konnte ich die Führung im Damenfeld behaupten, musste die spätere Siegerin dann aber ziehen lassen und kam bis auf etwa 40 Sekunden trotz Tempoverschärfung in der letzten Runde nicht mehr heran. So konnte ich mich letztlich über einen zweiten Platz freuen. Mit meinen Einstieg in die Welt des Straßenradsportes war ich sehr zufrieden. Zudem bestätigte mich der Wettkampf in meiner Form und ich blicke zuversichtlich auf die nun kommenden Mountainbike-Wettkämpfe. Nächste Woche starte ich beim SKS-Kellerwald-Marathon in Gilserberg.

Keep on Riding!


Vanessa

Montag, 6. April 2015

Frohe Ostern - frohes Biken!

In den vergangenen beiden Trainingswochen haben mein Bike und ich wirklich jede Spielart des Wetters mitgemacht, um optimal auf das Auftaktrennen der Saison vorbereitet zu sein.
Bei strahlendem Sonnenschein, angenehmen 18 Grad und trockenem Wetter wurden ausgiebig die Hometrails unsicher gemacht, hier und da an der Technik gearbeitet und die Berge hoch und runter gerattert. Schließlich stehen auch im XC-Bereich einige wichtige Rennen für mich an!

Auch im Schnee ist das Weserbergland schön...
Doch das Wetter schlug schnell um und das besagte Sturmtief erreichte uns mit voller Wucht. So kam es, dass ich meine morgendliche Laufrunde mehr als einmal im Neuschnee absolvierte und statt Kurz-Kurz lieber zum extralangen Wintertrikot griff.
Und auch wenn ich wieder einmal glaubte, die besagte Sonnenpause erwischt zu haben, Hagel, Schnee und Regen holten mich jedes Mal wieder ein. Und als ich zum wiederholten mal durchgefroren und nass nach Hause kam, fielen mir doch einige Vorteile für wetterunabhängige Indoorsportarten ein. Doch spätestens nach der warmen Dusche und dem nächsten Sonnenstrahl wollte ich mit keinem Schwimmprofi, Tänzer oder Basketballer tauschen.


S-Works in Aktion!




















Passend zum Osterwochenende besserte sich das Wetter wieder und auch wenn die Trainingseinheiten mit kurzen Lauf- und Klettereinheiten über umgestürzte Bäume und Schwimmeinheiten durch über die Ufer getretene Bäche ergänzt wurde, konnten wir unsere Osterradtour doch genießen. Mit dem Osterbesuch ging es entspannt an der Weser entlang hoch in den Solling, wo wir nach dem finalen Slalom um die Osterwanderer unser Ziel, den Weserskywalk, erreichten. 




Der Blick vom Skywalk in Richtung Herstelle...
und in Richtung Bad Karlshafen

Mit 525 Kilometern in 2 Wochen blicke ich zuversichtlich auf das kommende Rennen in Hellenthal und freue mich auf die kommende Trainingswoche und die Rennvorbereitung für den ersten Marathon.

Frohe Ostern und love your bike!

Evelyn