We are specialized!

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Samstag, 28. Februar 2015

Tag 2: Okay Google...zeig uns den Weg zum nächsten Kaffee!

Sonnenaufgang auf dem Hotelbalkon
Nachdem uns die Sonne bereits um kurz vor 8 entgegen strahlte, galt es bereits am Frühstückstisch die wichtigste Frage überhaupt zu klären: Starten wir heute in 7/8, 4/16 oder 5/95 Hosen? Und wie präsentieren wir uns heute im Bezug auf die Trikotfarbe? Nachdem die erste Hürde des Tages genommen war, stellten wir uns der aufgeschobenen Herausforderung, endlich den Fußmarsch hin zu unseren Mieträdern anzutreten. Getreu dem Motto "Zu Fuß hin - mit dem Rad zurück" passierten wir auf unserem Marsch viele Fahrradverleihe, die wir allerdings links liegen ließen, bei dem die ersten vier Kilometer des Tages zu Buche schlugen.

Schrauberwerkstatt!
Zurück im hoteleigenen Radkeller begann zunächst ein hochprofessioneller Schraubmarathon, bei dem undefinierbare Teile ausgetauscht und neu zusammengesetzt, die Sattelstützen gecheckt, der Reifendruck optimiert und gefachsimpelt wurde. Nachdem schließlich auch der letzte Mann(!!!) seine Sachen beisammen hatte und auch Evelyn schließlich die Bremse am Versuchsobjekt Rennrad (völliges Neuland, wo ist meine Bremse, ich habe keine Schaltung, ich trage die falschen Schuhe) starteten wir schließlich kurz vor Mittag bester Dinge um die mallorquinischen Straßen zu erobern.

Über Sineu, San Joan und Maria de la Salut erreichten wir schließlich Muro. Wobei wir uns nicht sicher sind, welche entlegenen Orte wir noch passierten, da der Orientierungssinn der Gruppe stellenweise fragwürdige Aussetzer vorzuweisen hatte. Um diese nicht ganz planmäßigen Abkürzungen in den nächsten Tagen zu vermeiden heißt es ab sofort: Karte unters Kopfkissen, das Unterbewusstsein regelt das schon. Oder so.
Wo sind wir? Google? Hilfe!

 In Muro angekommen genossen wir in der warmen Nachmittagssonne den wohlverdienten Kuchen, der bereits kurz nach dem Start als Lockmittel in schwierigen Passagen diente und uns die letzten Anstiege nach Muro beflügelte. Um unseren Koffeinspiegel konstant zu halten, durfte natürlich der Kaffee nicht fehlen.
wohlverdiente Pause und legendärer Kuchen

Der Weg hinaus aus der mediterran verwinkelten Altstadt Muros gestaltete sich aufgrund begrenzter Ortskenntnis schwieriger als gedacht, was allerdings durch den legendären Ausblick auf das Hinterland kaschiert wurde.

Herrlicher Ausblick an der Stadtmauer Muros. 
Der hohe Koffeingehalt im Blut setzte ungeahnte Kräfte frei und der Rückenwind tat sein übriges, sodass wir nach 110 Kilometer und vier Stunden effektiver Fahrzeit schließlich ins Hotel zurückkehrten. Oder 130. Oder 124. Oder vielleicht auch nur 107. Unsere mallorquinischen all-inklusive Miet-Tachometer schienen sich darüber nicht ganz einig zu sein. Bei den tatsächlich gefahrenen Kilometern verließen wir uns dann doch lieber auf unsere mitgebrachte deutsche Qualitätsware, sodass wir schließlich für den heutigen Tag stolze 110 Kilometer und 819 Höhenmeter      
erradelten.

Für uns Mädels in der Gruppe war es eine Premiere: Wir saßen das erste Mal über 100 Kilometer am Stück im Sattel und die Jungs waren zufrieden am ersten Trainingstag keine "U-Hu"-Tour (unter 100 Kilometer) verzeichnen zu müssen.

Beim Abendessen war es mal wieder soweit: bei alle anfallenden Problemen jeglicher Art, wie zum Beispiel bei unbekannte bzw. undefinierbare Nahrungsmittel, Sprachbarrieren oder Orientierungslosigkeit, wurde die Google Suche App zu Rate gezogen.

Seit auch morgen wieder dabei wenn es heißt: Okay Google, wir hätten da mal eine Frage...

Vanessa und Evelyn






Freitag, 27. Februar 2015

Trainingslager Mallorca - Tag 1: Keep calm and drink coffee!

Der Saisonbeginn 2015 steht unmittelbar bevor und da in Deutschland keine formsteigernden kälte- und schneefreien Trainingseinheiten möglich sind, blieb uns nur die Flucht nach Mallorca. 

 Und so machten sich am frühen Freitagmorgen sechs trainingshungrige Radsportler zum Testen ihrer individuellen Laktattoleranz auf den Weg zur Saisonform. 
Nach der Regionalbahn...
...und dem Check-In...
...genießen wir die Freiheit über den Wolken!




































Zwar begrüßte uns Alcudia nicht unbedingt mit den erhofften sonnigen 20°C, aber der Regen war immerhin wärmer als in Deutschland. Palmen, Orangen- und Mandelbäume ließen sofort die Motivation hochkochen. Das Einzige, was uns hochmotivierte Leistungssportler heute davon abhielt, die ersten lockeren 100 km auf dem Rad abzuspulen, war der 3 km lange verregnete Fußmarsch zum Radverleih. So fanden unsere angemieteten hochklassigen Rennräder ihren Weg in den hoteleigenen Fahrradkeller (bzw. in die Marmorduschen unseres Hotelzimmers) am Tag der Anreise leider noch nicht. 
So trug es sich zu, dass wir unserer erste Trainingseinheit in den bequemen Ledersesseln der Hotellobby verbrachten. Dabei beobachteten wir nicht nur den stetigen warmen Regen (wobei wir uns in regelmäßigen Abständen einredeten, der Himmel reiße auf...) sondern auch diverse durchweichte Leidensgenossen, die den freundlichen Hinweis auf den Verbot der (dreckigen) Radschuhe in der Lobby großzügig ignorierten. Da die Trainingsgruppe, gezeichnet von Müdigkeit, Koffeinentzug und der mangelnden Radeinheit, mittlerweile zunehmend von den weißen Ledersesseln zu verschlucken drohte, hatte der Kellner ein Einsehen und ging unseren Bitten nach Kaffee in allen Variationen nach. Zudem bekamen wir aufgrund unseres desolaten Erscheinungsbildes einen Teller voll Kekse geschenkt.


Kaffeerunde die Erste!
Der steigende Koffein- und Blutzuckerspiegel machte sich schnell in Form eines unerwarteten Bewegungsdranges bemerkbar, was dazu führte, dass wir mit den hoteleigenen qualitativ hochwertigen Hotelschirmen die Hotellobby schließlich verlassen konnten. Nach dem unermüdlichen Kampf mit dem Wind und "leicht" durchnässt, mündete unsere Wanderung schließlich in einem gemütlichen Café in der Altstadt. Unter dem Motto "Keep calm and drink on" war die nächste Kaffeerunde fällig. 

Kaffeerunde die Zweite!
Nach dem gemütlichen Auftakt zum zehntägigen Trainingsmarathon fand schließlich der Ehrgeiz und damit der eigentliche Grund der Reise den Weg zu uns zurück. So verbrachten wir den Rest des Nachmittages im hoteleigenen Fitnessraum, dessen versteckten Eingang wir nach mehrmaligen verwirrten Herumirrens über das Hotelgelände schließlich gefunden hatten. Je 30 Minuten verbrachten wir nun im Grundlagenniveau auf Laufband und Ergometer. Kraft- und Funktionales Training rundeten schließlich die anderthalbstündige Trainingseinheit ab. 
Workout

Pünktlich zum Ende des Trainingstages brach schließlich die Sonne durch die Wolken und weckte die Vorfreude auf den ersten richtigen Radtag. 


Vanessa und Evelyn