We are specialized!

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Dienstag, 22. Mai 2018

Großer Pfingstpreis von Dautphe: Erneuter Ausflug auf die Straße

Zwei Rennen an einem Wochenende? Dies hatte ich bisher immer vermieden, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich zwei Tage hintereinander gute Leistungen abliefern kann. Denn „Trainingsrennen“ an sich gibt es bei mir nicht. Als Perfektionistin möchte ich stets top vorbereitet und im Stande sein, meine Bestleitung abzurufen. Somit wagte ich am Pfingstwochenende also ein Experiment: Am Sonntag startete ich bei einem Mountainbike-Marathon (mit gutem Ausgang, Bericht ist ebenfalls online) und am Montag bei einem Straßenrennen. Der Start beim Straßenrennen war vorwiegend dem Umstand geschuldet, dass es direkt vor der Haustür stattfand und ich mir so ein Rennen vor heimischen Publikum eigentlich nicht entgehen lassen wollte.

Wenn gleich ich im Vorfeld betonte, dass ich die Entscheidung für einen Start erst nach dem Marathon treffe („Mal sehen, ob ich noch frisch genug bin“), hatte ich mich tief im Innersten natürlich schon lange dafür entschieden. Denn Perfektionisten neigen ja bekanntlich nicht zu Spontanität. J

Das Rennen fand inmitten eines Ortes auf einem rund 1,2 Kilometerlangen Rundkurs mit einem giftigen Anstieg statt, den es 25 Mal zu durchfahren galt. Ich konnte den Ort des Geschehens bequem per Rad erreichen, was logistisch gesehen optimal ist und die lästige Packerei des Autos erspart. Den Nachteil an Straßenrennen sehe ich ganz klar an der Rückennummer, bei der durch die Befestigung mit Sicherheitsnadeln unschöne Löcher in der wertvollen Rennmontur entstehen. Ein Geistesblitz sorgte vor kurzer Zeit allerdings für eine alternative Befestigungsmethode, die wir mittlerweile anwenden. Vielleicht lasse ich es mir patentieren? So behalte ich es lieber noch einmal für mich. J


Das Feld des Eliterennens der Frauen und der Junioren, die gemeinsam auf die Strecke gingen, war leider sehr überschaubar. Nur zwei weitere Frauen und zwei Junioren fanden sich an der Startlinie ein. Die erste Runde war bereits sehr schnell und am Anstieg wurde die erste Attacke gefahren. Doch daraufhin pendelte sich das Rennen schnell ein und das kleine Feld blieb nicht lange zusammen. Nach ein paar Runden konnte ich mich mit den beiden Junioren von den Damen absetzen und den Vorsprung ausbauen. Einer der Junioren fuhr schließlich weg und mit dem anderen arbeite ich daraufhin zusammen. Ich übernahm stets am Berg die Führung, er in der Ebene. Das Rennen lief für mich sehr gleichmäßig und ich war selbst verwundert, wie viel die Beine noch hergaben. Das Tempo hielten wir recht hoch, sodass ich die anderen Damen sogar zwei Mal überrundete.

Die Runden flogen schnell dahin und als die Glocke zur letzten Runde läutete, war ich fast erstaunt, dass es schon wieder vorbei ist. Es war zwar schade, dass das Feld so klein war, dennoch war es ein schönes Rennen für mich und ein super Training.



Nun geht es in die finale Vorbereitung für mein Saisonhighlight in zwei Wochen: Der hessischen Meisterschaft im Marathon in Kirchhain.

Bis dahin: Keep on riding,

Vanessa

Zitate des Tages:
"Wenn es läuft, dann läuft´s!”
„Enge Kurven sind mir ja nichts, aber der Berg war super.“
„Wie auf Schienen.“

 

 

 

Schinderhannes Marathon in Emmelshausen: Aller guten Dinge sind drei!

Nach zwei rennfreien (aber dafür umso trainingsintensiveren) Wochenenden war es nun allerhöchste Zeit mal wieder ins Renngeschehen einzugreifen. Die Auswahl an Events war am langen Pfingstwochenende so groß, dass eine Entscheidung wo, wann und was gefahren werden soll, nicht allzu leicht fiel. Ich wollte aber die Tradition der letzten Jahre fortsetzen und zum dritten Mal beim Schinderhannes Marathon in Emmelshausen starten. Denn die schönen Strecken, die super Organisation und die Beliebtheit der Veranstaltung sprechen ganz klar für sich.

Beim Losfahren bekamen wir zunächst einen Schreck, weil die kalkulierte Ankunftszeit unseres Navigationsgerätes so gar nicht zur eingerechneten Zeitspanne passte. Wie kann das sein, haben wir uns so verplant? Mein Lieblingsmensch gab also Gas und siehe da, nach wenigen Kilometern entspannte sich die Lage dann bereits: Die errechnete Ankunftszeit verschob sich plötzlich um 30 Minuten zu unseren Gunsten. Da war dann wohl irgendwo ein Stau auf der Autobahn, der sich aufgelöst hatte. Ein Glück.
So kamen wir also rechtzeitig und entspannt in Emmelshausen an. Als versierte Insider kannten wir einen super zentralen Parkplatz direkt am Start und konnten uns somit in aller Ruhe vorbereiten. Die Erfahrung aus den Vorjahren lehrte uns, dass ein frühzeitiges Einfinden im Startblock sinnvoll ist, um eine gute Ausgangsposition für die schnelle Einführungsrunde zu erlangen. Das Feld war mit 140 Startern gut besetzt. Nach dem Startschuss ging es sofort mit einem hohen Tempo über den Asphalt los und nach einer scharfen Kurve, in der es sehr eng wurde, direkt in den ersten Anstieg. Ich versuchte einfach an der Führungsgruppe zu bleiben und dabei die folgenden Damen abzuschütteln. Die acht Kilometer lange Einführungsrunde verflog so schnell, dass ich mich wunderte, wie flott wir wieder den Start-Ziel-Bereich passierten. Ich nutze den Windschatten eines anderen Fahrers, als es auf einer Teerstraße leicht bergab ging. Später am Berg setzte ich mich dann ab und machte nach vorne noch einige Plätze gut. Es waren keine Konkurrentinnen von hinten in Sicht, scheinbar hatte ich bereits einen guten Vorsprung rausgefahren. In solchen Situationen packt mich dann der Ehrgeiz, mich im Männerfeld möglichst weite vorne zu platzieren. Am längeren Anstieg nach der Verpflegungszone trafen wir auf die Fahrer der anderen Streckenlängen, die es am Berg geschickt zu umfahren galt. Zum Glück teilte sich die Strecke dann und es war wieder mehr Platz.

Die Strecke flog nur so dahin – Wurzelpassagen, rasante Abfahrten und zum Schluss noch ein kurzer, steiler Anstieg und schon kam das Ziel in Sicht. Noch einmal die Wiese umrunden und schon war es geschafft. Als erste Frau mit einer Zeit von 1:04 Stunden, 6 Minuten Rückstand auf den Sieger, 10 Minuten Vorsprung auf die nächste Dame und der achte Platz im Gesamtfeld von 140 Startern.


Damit war ich mehr als zufrieden und freute mich, dass ich meine volle Leistung abrufen konnte. Für alle Zeitgenossen, die sich nun wieder fragen, warum ich nur die kurze Strecke fahre: Weil ich kurze Strecken liebe und es mag, eine Stunde Vollgas zu geben! Zudem steht morgen das nächste Rennen auf dem Plan. :)
Und nur so am Rande: Der Blick auf das Starterfeld zeigt deutlich, dass die kurzen Strecken mittlerweile nicht mehr als Strecken für Anfänger oder Einsteiger gelten.

So konnte ich mich bei der Siegerehrung über den dritten Sieg in Folge beim Schinderhannes Marathon freuen. Und ich komme nächstes Jahr wieder, auch wenn aller guten Dinge ja bekanntlich drei sind. J
 
 
Morgen geht es weiter mit dem zweiten Straßenrennen meines Lebens, ich bin gespannt, was die Beine noch so hergeben.

Bis dahin: Keep on riding,

Vanessa

Zitate des Tages:

“Läuft der Schiedsrichter bei so einem Spiel eigentlich einen Marathon?”

                        „Joa genau, vor allem in 90 Minuten.“

„Jetzt ruht die Beschaffung des Duschgel-Vorrates ganz alleine auf meinen Schultern.“

„Im Schatten zu kalt, in der Sonne zu warm.“

 

 

 

Montag, 30. April 2018

Bergzeitfahren MTB in Schotten: Wenn nur Watt pro Kilogramm zählt

Bedingt durch viele Trainingsstunden in der vergangenen Woche hat mein „Ich-werde-Reifenwechseln-lernen-Kursus“ unter Anleitung meines (Fach-)Mannes im hauseigenen Radkeller leider keinerlei Fortschritte gemacht. So trug es sich zu, dass ich am vergangenen Wochenende erneut ohne Fachwissen und Kenntnisse unvorbereitet wie eh und je in ein Rennen starten musste.

Im Rennkalender stand das Bergzeitfahren Mountainbike in Schotten auf den dortigen Hausberg „Hoherodskopf“. Dort bereits mein dritter Start in Folge - ein Rennen, was ich sehr mag. Und das Rennformat kommt mir sehr entgegen, da am Berg nur das reine Verhältnis von Watt zu Kilogramm zählt. Der Start war erst um 15 Uhr, was einen entspannten Start in den Tag ermöglichte. Jedoch finde ich persönlich einen Start am Nachmittag immer etwas unpraktisch, da man irgendwie andauernd nur darauf wartet bis es endlich losgeht. Um die Nerven zu beruhigen kann man sich dann noch allerhand nervigen Dingen widmen, wie Wäsche waschen, den kompletten Haushalt schmeißen, Unkraut jähten, kochen, Kuchen backen – ja so ein freier Vormittag kann wirklich lang sein.
Wir sind ja generell sehr abenteuerlustig, sodass wir unser Navi stets auf die kürzeste Strecke (und nicht, wie üblich auf die schnellste Route) programmiert haben. Und das Navi ist in Sachen „kürzeste Strecke“ in der Tat extrem rigoros: Über Feld-, Wald- und Wiesewege, Hofeinfahrten, Bachdurchläufe – alles möglich, Hauptsache man spart Kilometer. Und bei manchen Orten kommt man sich vor wie Kolumbus bei der Entdeckung Amerikas. Doch bei der Hinfahrt nach Schotten können wir dem Navi einmal mehr dankbar sein, denn wir entgingen einem langen Stau auf der Autobahn. Wären wir dort hineingefahren, hätten wir es keinesfalls mehr pünktlich an die Startlinie geschafft. Also, wenn ihr einmal eine schöne, abenteuerlustige Überlandfahrt machen wollt, stellt euer Navi einmal auf „kürzeste Strecke“. ;-)

Endlich angekommen begannen die renntypischen Vorbereitungen mit der Aufnahme der letzten Kohlenhydrate, mentalem Einstimmen und Warmfahren. Mir fiel die Tage wieder ein, dass ich dieses in der letzten Saison immer auf der freien Rolle praktiziert habe und diese Methode nun wieder aufgegriffen.



An der Startlinie verdeutlichte uns der Sprecher noch einmal die Daten: 12 Kilometer, 550 Höhenmeter, mit einer kurzen und steilen Abfahrt. Dann ertönte der Startschuss und das Feld knallte ebenso los. Der Start war hart, ich versuchte einfach an der Führungsgruppe zu bleiben. Wie immer – pacing wird ja überbewertet. ;-) Es gelang mir dann ganz gut in das Rennen zu finden und das Tempo gleichmäßig zu halten. Mein treuer Wattmesser verriet mir, dass ich dieses Tempo auch durchfahren kann. Ich wagte keinen Blick zurück, sondern konzentrierte mich ganz auf mein Rennen. 5 Kilometer vor dem Ziel teilte ein Streckenposten mit, dass nur 9 Fahrer vor mir waren. Diese Position wollte ich dann gerne halten. Kurz vor dem Ziel holperte es dann ordentlich durch eine Schotterpassage, deren Steine so groß und frisch waren, als wären sie extra als Schikane hingeschüttet worden. Bei jeden Tritt flogen die Steine und ich hoffte nur inständig, dass ich nicht platt fuhr. Auch in der folgenden Wurzelpassage hoffte ich weiter auf ein pannenfreies Durchkommen (der platte Reifen letztes Wochenende hat doch seine Ängste hinterlassen). Dann folgte ein langer Wieseaufstieg und schon kam der Zielbogen in Sicht. Ich überquerte als erste Frau mit 4 Minuten Vorsprung auf die nächste Dame die Ziellinie und nur 9 Männer waren schneller. Da freute ich mich sehr. Das Rennen lief super und ich bin sehr zufrieden, dass ich meine Leistung konstant durchfahren konnte. Bergzeitfahren liegt mir irgendwie ganz gut. ;-)






Nächste Woche geht es nach Bad Orb zur Hessenmeisterschaft Cross-Country, wo ich jedoch nur als Fahrerfrau agieren werde.

Bis dahin: Keep on riding,

Vanessa

Zitate des Tages:

„Nächstes Jahr habe ich dich!“

                               „In deinen Träumen vielleicht.“

„Wir müssen uns beeilen, in Frankfurt regnet es schon.“

„Lieber Landstraße als Stau.“

 

Montag, 23. April 2018

Kellerwald-Marathon Gilserberg: Unfreiwilliger Duathlon, aber DNF ist keine Option!

Wie in jedem Jahr fieberte ich dem Frühjahrsklassiker schlechthin entgegen: Dem Kellerwald-Marathon in Gilserberg als Start in die Rennsaison. Endlich können wir nun unsere Wochenenden wieder mit Rennterminen füllen und unserer größten Leidenschaft nachgehen – oder besser nachfahren. Beim ersten Termin im Kellerwald kristallisiert sich heraus, wer wie viel und wie gut im langen Winter trainiert hat. Ein erstes Kräftemessen und einordnen der eigenen Form.

Das Wetter zeigte sich – wie typisch für das Event im Kellerwald – von seiner sonnigen Seite. Und zudem war es bereits im Startblock hochsommerlich warm. Im Laufe des Tages wurde es dann sogar hochsommerlich heiß. Ungewöhnlich für April, aber das nehmen wir doch gerne hin, nachdem wir nun über ein halbes Jahr gefroren haben.
Ich entschied mich für den Start bei der Schlossbergrunde – eine schnelle und schöne Runde, die ich vom Start im vergangenen Jahr in guter Erinnerung hatte. Obwohl der Start nicht neutralisiert war, verlief dieser eher verhalten. Ich blieb direkt an der Führungsgruppe der Männer dran und nutzte auf den ersten Kilometern den Windschatten. Am ersten Berg wurde dann vorne eine Attacke gefahren und ich blieb in der Verfolgergruppe zurück. Anscheinend hatten wir aber eine sehr große Lücke aufgerissen, da hinter uns weit und breit kein Verfolger oder eine Verfolgerin in Sicht war. Durch meine Recherchen hatte ich mich im Vorfeld optimal auf das Höhenprofil vorbereitet und wusste genau, mit welchen Wattwerten ich die Berge angehen werde. Dies verlief auch problemlos und flüssig. Ich fühlte mich sehr gut und konnte das Tempo konstant halten.

 
Die Abfahrten ging ich flüssig, jedoch mit etwas Vorsicht an. Besonders Schotter und enge Schotterkurven lösen bei mir noch immer etwas Unbehagen aus – so ganz konnte ich den schweren Sturz vom letzten Jahr nicht aus dem Kopf löschen. Die Zeit, die ich in den Abfahrten liegen ließ, holte ich dann aber am Berg wieder auf.

Da ich keine Damenkonkurrenz im Nacken spürte, war mein neues Ziel eben eine gute Platzierung im Männerfeld herauszufahren und dies schien mir auch zu gelingen. Ich lag auf gutem Kurs, bis mir bei Kilometer 21 dann die Luft ausging. Und zwar komplett und mit einem Schlag aus dem Hinterrad. Zunächst konnte ich es gar nicht fassen, da mir so etwas in den langjährigen Renneinsätzen noch niemals passiert ist. Diesem Umstand geschuldet, bin ich auch nicht auf Defekte vorbereitet. Ohne irgendwelches Equipment und geschweige denn dem Know-How zur Reparatur blieb mir folglich keine Wahl: Ich musste ins Ziel rennen! Ein unfreiwilliger Duathlon. Nicht besonders angenehm mit steifen Carbonsohlen, aber DNF war keine Option. Es waren noch 5 Kilometer bis ins Ziel – klingt wenig, kommt einem aber dann doch unfassbar weit vor. Zwar boten mir einige Männer Pumpen, Schläuche und Kartuschen an – danke noch einmal für die Angebote – aber wahrscheinlich hätte bei mir die Laien-Reparatur länger gedauert als ein flotter Fußmarsch.

Allerdings stellte ich nicht in Frage, dass das, was ich tue, keinen Sinn macht. Das einzige, was mich hätte aufgeben lassen, wäre die Tatsache gewesen, dass mich eine Konkurrentin überholt. Doch schien mein Vorsprung so komfortabel gewesen zu sein (zum Glück hatte ich vorher so viel Tempo gemacht), dass dieser Umstand nicht eintrat. Also ein letzter Sprint durch den verwinkelten Cross-Country-Kurs und unter dem Applaus der Zuschauer schob ich mein Rad über die Ziellinie. Wie auch immer das möglich ist als Gesamtsiegerin mit einer Zeit von 1 Stunde und 11 Minuten mit 13 Minuten Rückstand auf den Sieger und immer noch 9 Minuten Vorsprung auf die nächste Dame. Mein Lauf – sicher eine 5-Kilometer-Bestzeit von mir – hatte mich nur 11 Minuten verlieren lassen. Somit wäre meine Platzierung im Männerfeld wirklich gut gewesen. Aber hätte, wäre, wenn – es war dennoch ein super Rennen mit einem nicht ganz so schönen Abschluss. Ich bin sehr froh, dass ich das Ganze noch irgendwie gerettet und ins Ziel gebracht habe. Denn „DNF is no option!“
 

Im Ziel konnte ich mich mit meinem Lieblingsmenschen dann sogar über einen Doppelsieg freuen. Es ließ mir jedoch keine Ruhe, warum ich platt gefahren hatte – kein Dorn, keine Scherbe, keine sichtbare Beschädigung…und dann auf einen Schlag ein kompletter Luftverlust ohne Milchaustritt. Wir kamen dem Ganzen nicht auf die Spur – das Geheimnis hüten nun die tiefen Wälder des Kellerwaldes.

Für mich bleiben somit ein paar Aufgaben, damit dies nicht mehr passiert: Endlich einmal verinnerlichen, wie man einen solchen Defekt behebt und dies dann üben, üben, üben!!

 
Trotz allem ein erfolgreicher Saisonauftakt mit Formbestätigung und Sicherstellung des Lebensmittelvorrates mit leckerem Brot für die nächste Zeit. Danke an den Schwälmer Brotladen für die kulinarischen Köstlichkeiten.
 
 

Ich komme immer wieder gerne zum Kellerwald-Marathon: Liebevolle Organisation, super Strecken, schönes Rahmenprogramm und tolle Preise!

Nächste Woche steht das Bergzeitfahren in Schotten im Rennkalender.

Bis dahin: Keep on riding,

Vanessa

Zitate des Tages:

“Statt Schlauch und Pumpe nehme ich demnächst Laufschuhe mit.”

„Wollte auf der Felge weiterfahren, aber dann hatte ich doch ein schlechtes Gewissen wegen dem Materialwert.“

„Immer dasselbe: Hunger, Ungeduld, Hunger.“

 

 

 

Montag, 16. April 2018

Großer Preis der RSG Buchenau: Premiere auf der Straße – Taktik ist das Zauberwort

Die Tage werden länger und wärmer, die letzten Schneereste sind endlich verschwunden, wir sind von dicker Winterkleidung direkt und übergangslos auf kurz-kurz umgestiegen...Das kann also nur eines bedeuten: Die Rennsaison geht endlich wieder los! Für mich begann die Saison in diesem Jahr mit einer Premiere. Das erste Straßenrennen meines Lebens. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass das Rennen im Nachbarort ausgetragen wurde und ich somit ohne Anreise und vor heimischen Publikum in die Saison starten konnte. Das Fahrerlager konnte direkt im heimischen Wohnzimmer aufgeschlagen und der Hinweg zum Warmfahren genutzt werden. Gute Ausgangsbedingungen also.

Nachdem mich der späte Start um 14.40 Uhr zunächst störte, war ich am Renntag doch froh darüber. Denn am Vormittag regnete es noch und die Strecke war nass. Nasse Bedingungen sind beim Rundkurs in Breidenbach keine guten Voraussetzungen, da der Kurs sehr viele enge Kurve bereithält. An dieser Stelle noch ein paar Eckdaten zur Strecke: Auf einem rund  zwei kilometerlangen Kurs durch ein Industriegebiet erwartet die Fahrer ein langer Anstieg, eine kurze Flachpassage und eine rasante Abfahrt. Das ganze galt es für die Frauenelite 23 Mal zu durchfahren. Danach kennt man wirklich jeden Winkel im Schlaf, jeden Gullideckel, jede Spurrille und jeden Baum.

Straßenrennen sind völliges Neuland für mich. Zur Vorbereitung auf dieses Event schaute ich mir die Frühjahrsklassiker in diesem Jahr genauer an und ließ mir die taktischen Raffinessen vom leicht nervigen Eurosportmoderator (der Arme muss 8 Stunden am Stück reden) näher bringen.

Am Renntag war ich – wie vor jedem Rennen – sehr aufgeregt. Fast noch mehr als vor einem Mountainbike-Marathon, da ich nicht so genau wusste, was mich erwartet. Gibt es ein großes Frauenfeld, wie stark sind die Fahrerinnen, gibt es Absprachen bei Teams, werde ich am Ende überrundet und rausgenommen? Fragen über Fragen. Als ich dann aber zum Warmfahren direkt aus dem heimischen Radkeller zum Ort des Geschehens rollte, überkam mich die Rennroutine und die Aufregung wich ein wenig von mir ab.

Der Plan direkt vom Warmfahren an die Startlinie zu rollen, ging leider nicht auf, da es im Rennen vor uns einen schweren Sturz gegeben hatte. Das Jedermannrennen wurde daraufhin abgebrochen und das Damenrennen startete mit fast einer Stunde Verspätung. Im Startblock sondierte ich die zahlreich erschienen Konkurrentinnen – die im Vergleich zu mir wohl schon so einige Straßenrennen in den Beinen hatten. Doch nun gab es kein Zurück mehr und ein gutes Training würde es schließlich allemal werden. Das Frauenfeld startete gemeinsam mit den Junioren U19 und diese knallten nach dem Startschuss los, als wäre das Ziel bereits nach 400 Metern erreicht. Drei Frauen zogen bereits mit und ich fühlte mich überfordert. Es war zunächst sehr viel Unruhe im Feld, keiner hatte den Überblick und nach der ersten Runde hatte ich kurz den Impuls aufzugeben. Doch nach der zweiten Runde gab es eine Gruppe von acht Frauen, zwei Frauen waren nach vorne ausgebrochen.


Wenn gleich ich (wie ich es in Mountainbike-Rennen stets praktiziere) den Wunsch verspürte ebenfalls auszubrechen, hielt ich mich zurück. Mein Trainer hatte extra die Anweisung gegeben, dass es keinen Sinn macht, die 23 Runden als Einzelflucht zu fahren. Stattdessen solle ich mich lieber in der Gruppe schonen und dann auf eine Fluchtrunde am Ende setzen. Ich beschloss dies zu beherzigen und hielt mich in der Gruppe oder besser gesagt dem Peloton. Es gab immer wieder Ausreißversuche, die wir aber neutralisierten. Allerdings gab es dann wiederrum kein Bestreben nach vorne zu den drei Geflüchteten aufzufahren. Schwierige Taktik – zu schwierig für mein erstes Straßenrennen. An jeder Kuppe wurde heftig angetreten – 23 Mal!


Antritte ohne Ende!

Ansonsten bummelte die Gruppe teilweise, sodass es körperlich wenig anstrengend war, mental dafür aber umso mehr, insbesondere in der langen Abfahrt mit 90 Grad-Kurve. Die Abfahrt lag mir nicht, vor allem, weil dort im vorherigen Rennen ein schwerer Sturz passiert war und jeder nun etwas Respekt hatte. Ich freute mich somit jede Runde aufs Neue auf den Anstieg.


Die Runden vergingen schneller, als ich im Vorfeld dachte. Erst als mir mein Trainer anzeigte, dass noch zwei Runden zu fahren sind, realisierte ich, dass es gleich schon zu Ende ist. Zeit zu überlegen, wie ich vorgehe. Eine komplette Fluchtrunde traute ich mir nicht zu. Also ein Sprint kurz vor Schluss. Jedoch hatte ich mir die Konkurrentinnen ja nun lange genug anschauen können und mir war bereits klar, dass ich im Sprint eher schlechte Karten haben würde. Denn ich bin in der Tat Bergfahrer und kein Sprinter. Aber es gab keine andere Möglichkeit. So brach ich in der vorletzten Kurve vor dem Ziel aus. Noch knapp 200 Meter Anstieg bis zur Ziellinie. Die Frauen folgten. Erst in der allerletzten Kurve schnitt mir eine Konkurrentin den Weg ab und ich verlor den Sprint ganz knapp. Somit reichte es immerhin für den 6. Platz im Elitefeld und damit bin ich für meine Premiere auf der Straße mehr als zufrieden.

 
Viele Dank an meine Familie und Freunde fürs Anfeuern!!

Alles in allem war es eine super wertvolle Erfahrung, ein schönes, hartes Training und eine Bestätigung meiner Form. Auf dem Mountainbike fühle ich mich aber doch wohler und freue mich deswegen schon auf den Kellerwaldmarathon am nächsten Wochenende.

Bis dahin: Keep on riding,

Vanessa

Zitate des Tages:

“Ich komme ja eher nicht so von der Straße.”

„Da schießt dir das Laktat wirklich überall hin.“

„Antritte ohne Ende.“

„Taktik ist das Zauberwort.“
 

Freitag, 16. März 2018

Wenn es am Schönsten ist...Finale in Finale

Tag 12: Ruhetag=Regentag

Glücklicherweise fiel auch der zweite Regentag auf einen Ruhetag, sodass wir in den Trainingsabläufen nicht vom Wetter beeinträchtigt wurden. Da es hier statistisch gesehen nur wenige Regentage im Jahr gibt, hat die Stadt in diesem Jahr nicht mehr viel Nässe zu befürchten. Es war ein sehr ergiebiger Regen mit scharfen Wind vom Meer. Leider hatten wir zwar viele Sachen in unserem Reisegepäck, an die Mitnahme eines Schirms hatten wir jedoch nicht gedacht. Der Weg in die Stadt war lang und die Lust auf Kaffee groß. Deswegen warteten wir, bis der Regen ein wenig nachließ und legten die Wegstrecke in Rekordzeit zurück (quasi unter dem Regen durchlaufen). Beim ersten Geschäft erstanden wir einen Schirm - kundenorientiert stolperten wir direkt darüber - und waren somit gegen alle Wetter gerüstet.



Am Strand stellten wir fest, dass die Höhe der Sandwälle keinesfalls übertrieben war, da das Meer heute mit aller Kraft heranrauschte. Wir trugen unseren neuen Schirm noch ein wenig umher und kehrten dann für einen Cappuccino ins Trockene ein. Uns fasziniert schon seit Tagen die Technik, mit denen die Barista Herzen, Blätter oder andere Formen in den Milchschaum zaubern. Da wir seit Weihnachten auch im Besitz einer original italienischen Siebträgermaschine sind, wollen wir dies nun zu Hause nachmachen. Dazu haben wir uns bereits mehrere Tutorials im Internet angesehen und hoffen, dass wir dies demnächst umsetzen können. ;-)


Der Tag klang mit dem Warten auf das Staffelfinale der schönsten Sendung im deutschen Fernsehen aus. Insider werden wissen, welche Sendung ich meine. Berge, Arzt und mehr. ;-)

Morgen steht der letzte Trainingstag in Finale an, den ich genießen werde!

Tag 13: Abschlusstraining über fünf Pässe



Als gestern Abend mein Trainingsprogramm für das Abschlusstraining verkündet wurde, freute ich mich bereits sehr. Mal wieder ein Training ganz nach meinem Geschmack. Von allem etwas - Tempo, Sprints, VO2max und so weiter. Es lagen fünf Pässe auf der Runde, sodass an jedem Berg ein spezielles Training absolviert werden konnte. Somit also lang und hart - ein perfekter Abschluss des Trainingslagers und der ultimative Test, was der Körper noch so her gibt nach zwei Wochen. Erstaunlicherweise noch Einiges, da ich alle Programme perfekt ausführen konnte.

Am letzten Pass ging es dann etwas gemütlicher zu, da die Rennplanung für die Saison konkretisiert besprochen wurde. Dabei stieg auch die Vorfreude auf die ersten Rennen bereits stark an. Jetzt ist der Start in greifbarer Nähe und es wird sich zeigen, wie sich die Vorbereitung auszahlt.

Der Rückweg nach Finale führte über ein kurzes Stück der Strecke, den morgen die Profis bei Mailand-San Remo in Angriff nehmen.

Hier noch eine meine kleine Trainings- und Essenstatistik:

  • 34 Stunden Radtraining
  • 516 Kilometer
  • 11724 Höhenmeter
  • 11780 verbrannte Kalorien
  • 1315 TSS
  • 3 Stunden Kraft- und Athletiktraining
  • 2 Kilogramm Müsli
  • 1 Kilogramm Haferflocken
  • 2 Kilogramm Äpfel
  • 3 Stauden Bananen
  • 5 Liter Milch
  • 1 Kilogramm Nudeln
  • 1 Kilogramm Reis
  • zwei Quadratmeter Focaccia
  • diverse Mengen Eis und Kaffee sowie andere kleine Snacks

Morgen geht es nach Hause, wo hoffentlich auch bald der Frühling Einzug hält. Die Rennsaison beginnt für mich dann in vier Wochen. Ich kann es kaum noch erwarten!

Bis dahin: Keep on riding,
Vanessa

Zitate des Tages:
"Mit Schirm wäre alles so viel einfacher!"
"Stell dir vor, heute wäre Training! Sei also froh."
"Wie viele TSS hast du?"    "ALLE!"


Mittwoch, 14. März 2018

Trainingslager Finale Ligure: Trailsafari, epische Abenteuer und ganz viel Wasser!

Tag 9: Guter Start in die neue Woche



Neue Woche, neue Möglichkeiten! Mit ausgeruhten Beinen ging es frisch in die neue Trainingswoche. Nach dem gestrigen Regentag (und es hat wirklich nur einmal geregnet und das dann den ganzen Tag) zeigte sich Finale heute wieder von seiner sonnigen Seite mit Temperaturen über 20 Grad. Der Tag begann mit meiner Morgen-Routine des Intervalltrainings als erste Einheit. Zum guten Start in die Woche heute noch einmal etwas mehr und etwas länger, sodass ich nach 2 Stunden, 1000 Höhenmetern und 43 Kilometern zur Basis für eine Mittagspause zurückkehrte.

Am Nachmittag stand die zweite Einheit an: Techniktraining mit Gebietserkundung und dem Fahren neuer Trails. Jedoch endete diese Tour irgendwo im nirgendwo mit einer (für mich ultralangen) Tragepassage. Der Trail war zwar laut Karte korrekt ausgeschildert, aber unfahrbar und wohl eher ein Wanderweg für geübte Kletterer. Trotz meines Drängens auf eine Umkehr ging es immer weiter, das Bike geschultert, über Stock und Stein. Getreu dem Motto "Wird schon gleich wieder fahrbar sein". War es aber nicht und so kamen wir  nach langer Zeit mit einem lahmen Arm vom Tragen und - den harten Carbonsohlen geschuldeten  - schmerzenden Füßen auf eine geteerte Hauptstraße. Somit beschränkte sich das Techniktraining größtenteils eher auf das Schulen der Trittsicherheit in schwierigem Terrain.

Der Tag klang am Strand aus (oder das, was davon noch übrig ist) und das Spiel "Wer zuckt verliert, wer nass wird sowieso" erreichte neue Dimensionen. Die Wellen werden hier von Tag zu Tag höher und der Strand ist mittlerweile komplett überspült. Wenn das so weiter geht, haben wir hier bald "Klein-Venedig".



Tag 10: Epic World!

Der Name ist Programm: Epic Rad und epic Adventure. Auf dem Trainingsplan stand eine lange Ausdauerrunde entlang des "Monte Mao" mit wunderschönen Aussichten. Die Landschaft wechselte dabei von Kurve zu Kurve: verblockte Waldwege mit tiefen Pfützen und Matschrinnen (der Regen von vorgestern hat seine Spuren hinterlassen), sandige Pfade, Kiefernwälder mit mystischem Licht und kniffligen Schottertrails wie in den Alpen. Es gab so viel zu sehen, dass man beinahe das Weiterkurbeln vergaß. Und heute war der bisher wärmste Tag mit 24 Grad, sodass wir nicht nur an unserer Form, sondern auch an der Ausbildung von Formkanten arbeiten konnten. Und das erledigt die Sonne ja zum Glück ganz nebenbei.




Am Strand machten wir erschreckende Beobachtungen zum provisorischen Rüsten mit Baggern gegen das immer weiter voranschreitende Wasser. Die Sandwälle, die aufgebaggert wurden, sind mittlerweile so hoch, dass man nur noch mit Mühe überhaupt einen Blick auf das Wasser erhaschen kann. Sollte sich an dieser Situation nichts ändern, wird sich hier im Sommer kein Liegestuhl mit sonnenhungrigen Strandgästen an den nächsten reihen können.



Nach einer Einheit funktionellem Training und dem Dehnen der beanspruchten Muskulatur klang der nächste Trainingstag auch schon wieder aus.

Tag 11: Mal sehen, was die Beine noch so hergeben

Was sich bewährt hat, behält man ja bekanntlich bei: So standen auch an Tag elf zwei Einheiten auf dem Trainingsplan. Am Morgen absolvierte ich zwei lange Tempointervalle mit Sprints und war überrascht, wie leicht mir diese trotz der vielen Trainingstage noch fielen. Bisher haben sich glücklicherweise noch keine Erschöpfungsanzeichen gezeigt. Zurück ging es durchs Gelände bis uns die Abfahrt direkt in Finalborgo auf dem Marktplatz ausspuckte. Praktischerweise vor den Toren von Eisdiele und Kaffee, was einen kurzen Stopp nach sich zog.

Nach der Mittagspause in der Basis und dem Verzehr von den gestern extra aufgehobenen Essensresten (es ist schon ein Wunder, wenn bei uns tatsächlich einmal etwas übrig bleibt) stand noch das Geländetraining auf dem Programm. Mittlerweile freue ich mich wieder auf technische Einheiten, weil ich meine alte Fahrtechnik und Sicherheit fast wieder zurück erarbeitet habe. Die Strecke des 24-Stunden-Rennens läuft mittlerweile flowig und bereitet mir viel Fahrspaß. Eine Tatsache, die ich zu Beginn des Trainingslagers niemals für möglich gehalten hätte. Umso schöner sind die Fortschritte.



Am Strand stehen wohl alle Zeichen auf eine drohende Sturmflut, da der Wall mittlerweile auf stolze acht Meter angewachsen ist und die Bagger fleißig weiter arbeiten. Glücklicherweise liegt unser Ferienhaus weit über dem Meeresspiegel, sodass wir keine nassen Folgen zu befürchten haben.



Der Abend klang mit einem kleinen Schrauber-1-Mal-Eins aus (getreu dem Motto "Vielleicht merkt sie sich ja mal irgendwas und der Mechaniker muss nicht jede Kleinigkeit selber machen"). Aber ob das auch fruchtbaren Boden fällt? Ich weiß es nicht. ;-)

Morgen freut sich der Körper auf einen Ruhetag und am Freitag geht das Training weiter.

Bis dahin:
Keep on riding,
Vanessa


Zitate des Tages:
"Jetzt meckere nicht, genieß lieber die Natur!"
"Dieser Weg ist unfahrbar! Den kann KEINER fahren!"
"Gib doch endlich zu, dass du die Orientierung verloren hast!"
"Wenn das Meer nicht wäre, könnte man glauben, wir befänden und in den Alpen."
"Warum machen die denn die Kette sauber und kaufen nicht gleich eine Neue??"