We are specialized!

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Montag, 19. Februar 2018

Gastbeitrag von Philipp Waczek: Mit Bike und Auto nach Kroatien – auf was man achten sollte

Mit dem eigenen Rad neue Länder und Gegenden erkunden - viele Radbegeisterte verbringen so ihre Urlaube. Ein Geheimtipp für eine Radreise erreichte uns von Philipp Waczek - der einen Gastbeitrag für unsere Blog verfasst hat:

"Viele Menschen verzichten auch im Urlaub ungern auf ihren geliebten Drahtesel. Besonders in den letzten Jahren zeichnet sich ein deutlicher Trend zugunsten des Fahrrades ab. Kroatien gilt vor allem für Fahrradtouren als absolutes Muss für jeden begeisterten Radfahrer. Vor einigen Jahren galt das Urlaubsdomizil noch als Geheimtipp, doch mittlerweile hat sich Kroatien als Magnet der Massen bewiesen.

Und dies nicht ohne Grund, denn es gibt viele Gründe mit dem Auto und dem Rad das Land zu durchqueren. Einige wollen wir an dieser Stelle genauer aufführen, sodass es euch leichter fällt mit möglichst vielen Vorkenntnissen das Land zu bereisen.
Gründe für das Fahrrad in Kroatien

Gerade für Freunde des Sommersports bieten beispielsweise Mallorca oder Kroatien eine perfekte Abwechslung zwischen Strandurlaub und Fitness. Entlang der Adriaküste ist es in Kroatien eine absolute Wohltat, die vielen kleinen Inseln mit dem Rad zu bereisen, um möglichst viel zu erleben. Ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Ländern ist, dass die Infrastruktur für Fahrradtouren perfekt angelegt ist. Mit dem Blick aufs Meer ist es ohne Probleme möglich, die Küsten entlang zu radeln, um währenddessen die Eindrücke der Natur und Landschaften genussvoll verarbeiten zu können.

Eine Pause am Strand oder auch im Eiscafé direkt am Meer rundet einen solchen Urlaubstag perfekt ab. Die vielen Facetten des Landes brachte Kroatien erst auf die Idee den Fahrradtourismus anzukurbeln. Insgesamt 1.700 Kilometer erstreckt sich das Fahrradnetz mit allen Wegen quer durch das Land. So ist es den Urlaubern in Kroatien mit dem Rad möglich so gut wie jeden Winkel zu erkunden. Nur mit einem Auto wird man viele Stellen auf Grund der fehlenden Straßen an einigen Orten nie auffinden, während es zu Fuß kaum möglich ist so viel auf einmal in einer solch kurzen Zeit zu entdecken. Besonders aus diesen Gründen ist das Fahrrad die perfekte Alternative zum Auto oder dem Wandern.
 


 

Ganz nebenbei schont man so auch die Natur und tut etwas für die eigene Gesundheit, in dem man den Körper in Schwung hält.

Der sichere Transport vom Fahrrad in den Urlaub nach Kroatien

Um auch möglichst viel Spaß mit dem Fahrrad im Urlaub zu haben ist ein sicherer Transport dorthin von großer Bedeutung. Nichts ist wichtiger als sich selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer beim Transport von Gegenständen ausreichend zu schützen. Gerade bei Fahrrädern stellt sich daher immer wieder die Frage, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt und welche wohl die Beste ist.

Insgesamt gibt es vier gängige Möglichkeiten - von denen jedoch zwei besonders hervorstechen. Eher vermeiden sollte man den Transport im Kofferraum, da dies bei Unfällen weitreichende Folgen mit sich ziehen kann. Auch der Transport auf dem Dach ist eher weniger sicher, da das Rad beim Transport komplett aus dem Sichtfeld des Fahrers verschwindet. Man wird also im schlimmsten Fall erst dann merken, dass etwas nicht stimmt, wenn es schon zu spät ist.

Viel besser eignen sich mittlerweile zwei andere gängige Methoden. Während die Befestigung an einem Fahrradträger an der Heckklappe bereits deutlich mehr Sicherheit bietet, entsteht jedoch hierbei das Problem, dass das Sichtfeld nach hinten stark eingeschränkt wird. Zu empfehlen ist also eher für Personen, welche sich mit dem Fahren ohne Rückspiegel sicher fühlen.

Die mit Abstand sicherste Alternative für den Transport von Fahrrädern ist es das Zweirad auf einem Fahrradträger an der Anhängerkupplung zu befördern. Hier kann besonders der Hersteller Thule punkten, da diese Produkte einen besonders hohen Stellenwert in der Branche genießen. Mit dieser Art und Weise das Fahrrad zu befördern steht dem nächsten Urlaub mit dem Drahtesel wohl nichts mehr im Wege.

Tipps für die richtige Ausrüstung


Schnell passiert es zudem, dass man kurz nach der Ankunft merkt, dass einige Ausrüstungsgegenstände zu Hause vergessen wurden. Die Alternative hierzu wäre der Neukauf, welcher bereits zu Beginn des Urlaubs ein großes Loch im Urlaubsbudget reißen kann. Aus diesem Grund sollte man folgende Gegenstände beim Urlaub mit einem Fahrrad niemals vergessen:

 
 
·         Helm

·         genügend Trinkwasser

·         Erste-Hilfe-Kit für Reifenpannen

·         Erste-Hilfe-Kit für Unfälle

·         Mobiltelefon

·         Reisepass oder Ausweisdokumente

·         Geld

·         Landkarte

Finde deine passende Radtour

Vor der Anreise sollte man sich zudem mit der Frage auseinandersetzen, welche Radtour und Routen überhaupt in Frage kommen. Hierbei gibt es wichtige Aspekte, welche beachtet werden sollten. Zum einen sollte man sich nicht überschätzen und das Niveau der Touren gut mit der eigenen Leistungsfähigkeit abstimmen. Zum anderen sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass man sich im Urlaub befindet und die Tour an die eigenen Wünsche anpassen sollte. Ein Urlauber, welcher gerne Langstrecken fährt wird somit eher eine ebene Route wählen, während Abenteurer vermutlich eher entlegene Orte anfahren möchten.

Alternativ gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich im Internet über Foren oder Webseiten zu informieren. Die letzte Variante wäre getreu dem Motto: Einfach der Nase nach und sehen wo man landet."
 
Philipp hat sich auch mit den verschiedenen Transportmöglichkeiten von Fahrrädern am PKW beschäftigt und bietet auf seiner Homepage einen guten Überblick:
 
Vielen Dank für deinen Beitrag, Philipp.
 
Bis dahin: Keep on riding!
Vanessa
 

Donnerstag, 15. Februar 2018

„Training mit Köpfchen“ – Trainingsplanung und Coaching

Erfolgreiches, zielgerichtetes Training und dabei mit wenig Aufwand viel erreichen – der Traum eines jeden Sportlers. Doch wie lässt sich dies realisieren? Zum Beispiel mit einem eigenen Trainer! Ein Trainer kann die sportliche Leistung optimieren und somit effizient verbessern. Dass erstklassige Trainingsbetreuung nicht teuer sein muss, zeigt die vor kurzem gegründete Trainingsbetreuung von Marian Kopfer – "Training mit Köpfchen". Ich habe ihn zu einem exklusiven Interview getroffen:



Hallo Marian, du  bist selber aktiver Radsportler, gelernter Zweiradmechaniker und hast in Köln an der Sporthochschule studiert. Nun hast dich vor kurzem mit deiner Trainingsbetreuung „Training mit Köpfchen“ selbstständig gemacht. Erzähle uns doch kurz ein paar Fakten über dich!

Hallo! Schon über 20 Jahre sitze ich selber auf dem Rad. Ich liebe den Radsport. Von der einfachen Freude an der Bewegung bis hin zur Wettkampfvorbereitung, gefällt mir die große Vielseitigkeit dieser Sportart. Vor der Gründung von „Training mit Köpfchen“ habe ich nebenher schon immer mal wieder Sportler aus dem Bekanntenkreis betreut. Nun möchte ich aber mein Wissen aus Theorie und Praxis auch anderen Sportler zur Verfügung stellen.

Was ist deine Intention mit deiner Trainingsbetreuung?

Wer das Maximale aus seinem Zeitbudget heraus holen oder sich auf ein Radsport-Event vorbereiten möchte, anstrebt, sein Körpergefühl auf und neben dem Rad zu verbessern oder eine komplette Wettkampfsaison plant, findet in mir den richtigen Ansprechpartner. Mit wattgesteuertem Training erreichen wir gemeinsam deine Ziele.

Es gibt viele Trainingsinstitute – was unterscheidet dich von anderen?

Trainingsplattformen und fertige Trainingspläne gibt es viele. Bei mir bekommt der Sportler individuelle Trainingspläne, dich ich spezifisch anpasse. Und das schon ab 39 Euro im Monat. Zudem sind meine angebotenen Leistungspakete monatlich kündbar, auch ein Wechsel zwischen den Paketen ist möglich.

Was bietest du konkret an?

Ich biete drei Trainingspakete an. Vom Basis Paket mit individuellen Trainingsplänen über das Klassik Paket mit Trainingsanalysen und Auswertung bis hin zum Premium Paket mit persönlicher Trainingsbetreuung bei gemeinsamen Radausfahrten und Leistungstests. So ist für jeden Anspruch und jedes Budget etwas dabei.
 
 

Wie kann man sich die Betreuung vorstellen? Welche Voraussetzungen sollte der Sportler mitbringen?

Je nach Paket findet die Betreuung per E-Mail, Telefon oder persönlich statt. Spezielle Voraussetzungen bezüglich des Trainingszustandes sind nicht erforderlich. Jeder Sportler egal welcher Leistungsklasse kann bei mir sein Training optimieren. Die Vorteile der Trainingssteuerung mit einem Wattmesssystem erläutere ich dann gerne. „Training mit Köpfchen“ ist individuell und wird persönlich angepasst, wie es die Vielfältigkeit der einzelnen Disziplinen und deren Sportler erfordert.
 

Danke für das Gespräch und viel Erfolg bei deiner Trainingsbetreuung. Wer mehr Informationen sucht oder eine Kontaktaufnahme wünscht, wird hier fündig: www.training-mit-koepfchen.de
 

 
Klickt euch mal rein.



In eigener Sache - ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Das Training von Marian ist klasse und bewährt sich bei mir seit mehr als zwei Jahren.

In diese Sinne: Keep on riding!
Vanessa

 

Dienstag, 23. Januar 2018

Mallorca Tag 9 und 10: Über den Wolken ist der Himmel immer blau!

Tag 9: Vorsicht Verwechslungsgefahr
Beim Frühstück konnte ich mein Idol Jaro wieder bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Dabei schwor ich mir, im nächsten Jahr, mehr eigene Nahrungsmittel aus der Heimat mitzunehmen. Das scheint Pro zu sein und zu helfen. Mit dem Essensangebot habe ich hier deutliche Schwierigkeiten, jedoch bin ich von zu Hause auch sehr verwöhnt. Bei mir gibt es nur Selbstgemachtes, meist in Bio-Qualität, weitreichend unverarbeitet, alles ohne Weizen und viel Vollkorn. Nächste Woche muss ich meinen Körper nach den Eskapaden hier erst einmal entgiften. Eine meiner wichtigsten Devisen ist "Du bist, was du isst" und ich bekomme hier sehr deutlich zu spüren, wie viel Wahrheit darin steckt. Glücklicherweise habe ich mit den Sportnahrungsmitteln von Sponser einen super Partner an meiner Seite und somit beim Training immer eine optimale Versorgung. Die Gels und Riegel sind allesamt super verträglich und schmecken hervorragend! Besonders der High Energy Riegel hat mich über den ein oder anderen Pass getragen.


Die Trainingseinheit führte heute über traumhafte Pass-Sträßchen von Esporles nach Puigpunyent. Auf diesem Stück kam uns das Team Trek-Segafredo entgegen. Zuerst die Klettergruppe und später in der Abfahrt auch der Rest mit John Degenkolb und allen Begleitfahrzeugen, die auf die Insel geschifft worden waren. John schien gerade ein sehr hartes Intervall absolviert zu haben, denn er sah recht fertig aus. Im Bergdorf Galilea machten wir in der Sonne einen Kaffeestopp. Ich sah auf den Garmin und wunderte mich, dass wir erst 41,4 Kilometer absolviert hatten. Irgendwie kam mir das doch länger vor. Auf den zweiten Blick erkannte ich dann, das dies keineswegs die Kilometer, sondern die Temperatur war. Heute hatte das Wetter noch einmal eine Stufe an Wärme zugelegt. Die ersten Kleidungsschichten legten wir schon kurz nach dem Losfahren ab. Sodass letztlich kurz-kurz übrig blieb.


Weil ich es ja nicht mit den 100ern übertreiben möchte, stoppte ich den Garmin heute bei 95 Kilometern ohne Extrarunden um das Hotel.

Morgen ist leider der letzte Trainingstag im Paradies und es geht zurück nach Deutschland.

Tag 10: Time to say goodbye

Da unser Rückflug - geschickt gewählt erst am Abend war - hatten wir noch den kompletten letzten Tag für das Training zur Verfügung. Das Frühstück war heute erfolgreich im Hinblick auf ein "Meet and Greet" mit Jaroslav am Büffet. Er hatte Ruhetag und durfte Essen was und wie viel er wollte. Dies wurde sogleich rege genutzt.





Wir brachen sodann - heute direkt in kurz-kurz, um uns den unnötigen Ballast in den Trikottaschen zu ersparen - zur letzten Einheit auf der Sonneninsel auf. Damit noch genügend Zeit zum Packen und Räder verstauen blieb, war es nur eine kleine 2-Stunden-Runde.

So endet das diesjährige Mallorca-Trainingslager nach 10 wunderschönen, trainingsintensiven und traumhaften Tagen. Wir haben das Experiment "Mallorca im Januar" gewagt und hatten massig Glück mit dem Wetter. 10 Tage Sonne pur und um die 20 Grad - das ist im Januar nicht garantiert.

Als wir nach einem turbulenten Flug mit vielen Luftlöchern und Schwankungen die Wolkendecke nach Düsseldorf durchbrachen, war uns klar, dass sich in den letzten Tagen am Wetter in Deutschland wohl leider nichts geändert hat. Schnell zurück in der Realität zogen wir den Reißverschluss der Dauenjacke zu, schützen uns vor dem Schnee-Regen-Gemisch und dachten daran, wie wir heute morgen in der Sonne geschwitzt haben.

Doch zum Glück: Nach dem Trainingslager ist vor dem Trainingslager. Nur knapp 4 Wochen und es geht weiter nach ´Bella Italia´.

In diesem Sinne: Keep on riding,
Vanessa


Zitate des Tages:
"Es wird heute erst abgestiegen, wenn bei den Kilometern eine 1 davor ist!"
"Das Essen macht mich fertig. Zwiebeln, überall Zwiebel. Sogar im Nachtisch."

Samstag, 20. Januar 2018

Mallorca Tag 7 und 8: Enjoy hard work

Tag 7: Gebietserkundung am Ruhetag
Den zweiten und somit letzten Ruhetag des Trainingslagers genossen wir am Strand, am Pool und beim Wintersport auf Eurosport. Wir haben uns mittlerweile so an die wundervollen klimatischen Bedingungen mit täglichen 9 Sonnenstunden und 20 Grad angepasst, dass wir gar nicht wissen, wie wir die Rückkehr nach Deutschland nächste Woche überstehen sollen. Aber bis dahin ist ja glücklicherweise noch etwas Zeit.

Bei einer kurzen Runde um den Block checkten wir ab, was die Profi-Teams so trieben. Und wir stellten fest, dass sich von Tag zu Tag mehr Teams rund um unser Hotel versammelten:


Beim Abendessen ließ der Anblick von Nachos am Salatbuffet mein Herz direkt höherschlagen. Denn was für Kate Courtney Cookies und für Simon Stiebjahn Steaks sind, sind für mich Nachos. Zu Hause nur ab und zu nach harten Einheiten gerne mal als Belohnung eingesetzt (am liebsten mit Käse aus dem Ofen), muss ich mich zusammenreißen, diesen zu widerstehen. Heute landeten sie jedoch als Vorspeise, zur Hauptspeise und zum Nachtisch auf dem Teller - denn sonst sprach mich die Auswahl am Büffet ohnehin mal wieder nicht an.

Morgen geht es wieder aufs Rad - ein hartes Training am Soller-Pass und am Puig Major steht auf dem Plan.

Tag 8: Ab in die Berge
Wir haben die Regel "Auf der ganzen Insel ist um 10 Uhr Abfahrt" mittlerweile über den Haufen geworfen und fahren früher los. Während wir heute gerade einklicken, rollten einige der Profis vom Nachbarhotel gerade von ihrer Nüchterneinheit zurück. Zum Glück muss ich solche Einheiten nicht absolvieren, bei der Kurz- und Mitteldistanz brauche ich keine Fettstoffmobilisation.

Wir fuhren über Palma nach Bunyola und tauchten dann in den Pass nach Soller ein. Eine traumhafte Straße ohne Verkehr, weil die Autos durch einen Tunnel fahren. Die Serpentinen schrauben sich so geballt nach oben, dass man die Kurven beinahe anbremsen muss.


Eine perfekte Location für das erste lange Tempointervall des Tages. Und die Zeit verflog so schnell, dass ich erstaunt war, wie rasant der höchste Punkt erreicht war. Wir rollten runter nach Soller und es folgte das nächste Tempointervall Richtung Puig Major. Zurück in Soller fuhren wir nach Port de Soller und legten im Hafen einen Kaffeestopp ein.


Gestärkt nahmen wir dann das letzte Tempointervall zurück über den Soller-Pass in Angriff. Ein hartes, aber sehr gutes Training. Letztlich absolvierte ich tatsächlich heute schon den dritten 100er für diese Woche in 4 Stunden 17 Minuten Fahrtzeit mit 1600 Höhenmetern.

Morgen geht es weiter, ich freue mich schon.

Bis dahin: Keep on riding,
Vanessa


Zitate des Tages:
"Ja hier in Italien ist der Kaffee extrem günstig...achso wir sind ja in Spanien."
"Hola!" "Das H spricht man nicht!!"
"Nachos bestehen ja aus Mais."    "Joa red´ sie dir gesund!"


Donnerstag, 18. Januar 2018

Mallorca Tag 6: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Tag 6: Observationskommando on Tour
Beim heutigen Frühstück mit dem Star des Hotels auf Tuchfühlung zu gehen, war leider etwas ernüchternd. Denn er war so schnell fertig mit seinem - im Übrigen komplett selbst mitgebrachtem Essen (es bestätigt sich somit die Grundsatzfrage: Nein man kann mit diesem Hotelessen kein Olympiasieger werden!), dass ich keine Chance hatte, ihn abzufangen. Im Übrigen scheint er auch ein eher ruhiger Star zu sein, denn er sprach mit seiner Reisegruppe kein einziges Wort. So kann ich ihn schlecht in ein Gespräch verwickeln. Obwohl ich angestrengt versuchte, seine Abfahrt aus dem Hotel zu observieren, hatte ich keinen Erfolg.


Mein Training war nach dem gestrigen harten Tag etwas kürzer und ausdauerbetonter mit einigen Sprints zur Verbesserung der Schnellkraftfähigkeiten. Wir rollten am Meer entlang einer ruhigen Straße mit malerischen Ausblicken auf die Steilküste. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite, sodass wir unsere leeren Vitamin-D-Speicher nun wahrscheinlich bis zum deutschen Frühling gefüllt haben.


Auf dem Rückweg trafen wir den nächsten Topfahrer aus Deutschland, Simon Stiebjahn, der am Morgen angekommen war und nun die ersten Kilometer kurbeln wollte. Alle haben nur ein Ziel: Dem deutschen Winter entfliehen!

Die Trainingseinheit dauerte heute nur drei Stunden, sodass bis zum Abendessen und einer kurzen Krafteinheit noch jeden Menge Zeit zur Verfügung stand. Da der Hunger wie immer ein mächtiger Begleiter war, machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Von weitem sah ich vor dem Eingang schon ein S-Works hängen - ein S-Works zieht natürlich immer meinen Blick an. Als wir näher kamen, erkannten wir, dass es nicht irgendein Rad war. Sondern das Rad von Jaroslav! Nicht zu fassen, da wartet man und wartet und dann ist er zur gleichen Zeit im gleichen Supermarkt. Was ein Zufall! Diese Chance konnte ich natürlich nicht ungenutzt lassen und wartete bis er mit seinen Einkäufen herauskam. Tatsächlich kamen wir ins Gespräch und er sagte, dass er mich schon im Hotel bemerkt hatte. Sport verbindet. :-) Nach einem gemeinsamen Foto rollte er dahin und ich kaufte sofort eine Staude Bananen - denn die scheinen schnell zu machen. Was für ein großartiger Tag!



Morgen ist Regenerationstag, um am Samstag frische Beine für die Königs-Bergetappe zu haben.

Bis dahin: Keep on riding,
Vanessa

Zitate des Tages:
"Ich habe den Hungerast soeben weggeatmet."
"Da hängt das Rad hier einfach mal so unabgeschlossen zur Mitnahme bereit."
"Specialized-Fahrer haben scheinbar immer alle den Helm schief auf."



Mittwoch, 17. Januar 2018

Mallorca Tag 4 und 5: Frühstücken mit dem Olympiasieger!

Tag 4: Ruhetag in Palma
Weil die Muskeln ja bekanntlich in der Ruhe wachsen, war es nach dem Dreierblock an der Zeit einen Regenerationstag einzulegen. Um unseren kulturellen Horizont zu erweitern, unternahmen wir einen Städtetrip nach Palma. Bei Kaffee, Eis, dem Besuch des Rapha-Stores und Sonne pur, genossen wir unseren freien Tag ohne Rad.


Als wir in das Hotel zurückkehrten, stolperten wir über hochwertige Räder und jede Menge Koffer, die auf eine tschechische Radsportgruppe hinwiesen. Endlich Gleichgesinnte! Bis auf anerkennendes Nicken war es mit der Kommunikation aufgrund der Sprachbarrieren leider etwas schwierig. Doch die Gruppe sollte uns noch eine besondere Überraschung bescheren - dazu gleich mehr.

Der Ruhetag klang im Whirlpool des Hotels aus - dadurch erhoffen wir uns Morgen frische und ausgeruhte Beine. Zudem bot sich das Schauspiel eines einzigartigen Sonnenuntergangs.


Tag 5: Ich kann es nicht glauben, er ist es tatsächlich!

Der nächste Trainingstag begann wie immer am Frühstücksbüffet mit allerhand Rentnern, die sich immer nicht so Recht entscheiden können, was sie essen möchten und den ganzen Betrieb aufhielten. Auch die Radsportgruppe aus Tschechien war bereits im Saal eingetroffen. Als ich gerade die Auswahl an Haferflocken sondierte, erschien ein Sportler neben mir, der mir irgendwie bekannt vorkam. Als wir dann den Saal von unserem Platz aus in Augenschein nahmen, sagte mein Lieblingsmensch "Der sieht ja exakt so aus, wie Jaroslav Kulhavý." Je genauer wir ihn observierten, desto klarer wurde uns, dass er nicht genauso aussah, sondern es tatsächlich war. Um es zu 100 % abzusichern, checkten wir kurz seine Onlineportale - und fanden dort ein Bild unserer Hotellobby. Ich kriegte mich gar nicht mehr ein, hatte ich doch eben mein Müsli neben dem großen Star der Mountainbikeszene, dem Weltmeister, Europameister und Olympiasieger gelöffelt!! Und zudem auch noch Fahrer für Team Specialized. ich weiß nun genau - ohne jetzt ins Detail zu gehen - was ein Olympiasieger so zum Frühstück isst.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, konnten wir zum eigentlichen Tagesprogramm, dem Radfahren übergehen. Jedes zweite Wort, was ich während der Tour jedoch von mir gab war: KULHAVÝ!

Heute ging es wieder zum Arbeitsberg Randa, wo ich drei Mal 15-minütige Tempointervalle absolvierte. Es fanden sich viele Gleichgesinnte, die dort ebenfalls ihre Intervalle fuhren, was einen immer zusätzlich zum Durchhalten motivierte. Letztlich summierten sich die Kilometer zum zweiten Hunderter für dieses Jahr in 4 Stunden Fahrtzeit. Heute das erste Mal zur Ausbildung der Formkanten in kurz-kurz bei 22 Grad.


Die Zeit bis zum Abendessen, bei dem ich hoffte, endlich mein Idol wieder zutreffen, vertrieb ich mir damit, nach Jaroslav Ausschau zu halten. Leider ohne Erfolg. Das Abendessen zog ich mit unzähligen Gängen ebenfalls künstlich in die Länge, doch leider: Er kam nicht.

Somit stellt sich mir die Grundsatzfrage: Kann man Olympiasieger werden, wenn man in so einem Hotel isst? Deswegen drei mögliche Thesen, die wir beim Abendessen aufstellten:

 1) Er lässt das Abendessen ausfallen - mit Low Carb und Kaloriensparen zum Erfolg.
2) Er kocht selber - mit Vertrautem zum Erfolg.
3) Er isst beim Food-Truck von Team Bora-Hans Grohe (wahlweise auch Trek-Segafredo, is(s)t ja alles um die Ecke) - mit anderen Athleten zum Erfolg.

Wir werden es heute auf jeden Fall nicht mehr ergründen. Ich frage ihn morgen beim Frühstück - wenn er denn erscheint!

Bis dahin: Keep on riding,
Vanessa



Zitate des Tages:
"Also den Zucker spar´ ich mir heute...oh ein Cookie!"
"Kulhavý bietet keinerlei Windschafften, so dünn wie er ist!"
Er: "Warst du hier schon mal im kleinsten Gang?"
Ich: "Ich weiß gar nicht, ob ich hier schon mal auf dem kleinen Kettenblatt war!" :D



  

Montag, 15. Januar 2018

Mallorca Tag 2 und 3: Eat, train, sleep, repEAT

Tag 2: Zweimal Randa und zurück




Am Morgen musste zunächst die Frühstückskrise bewältigt werden. Zum Einen der Stammplatz (wir hatten in der Tat schon nach einem Tag einen Platz als Stammplatz auserkoren) war bereits von einem deutschen Rentnerpaar belegt. Alle anderen ca. 200 Plätze im Speisesaal waren mir zu eng, zu weit oder zu dicht am Büffet oder einfach zu unpassend. Zum Zweiten fand ich in den Weiten der Essenlandschaft keinen Ingwer, keinen Ingwertee, kein Vollkornbrot und nur komisches Müsli. Um keinen Preis wollte ich schließlich von meinen bewährten Essgewohnheiten abweichen. Man stellt fest, dass ein Sportler eben ein Sportler ist und nicht einfach irgendetwas essen kann, um die volle Leistung bringen zu können. Ich begnügte mich somit mit einem Müsli aus allerhand Haferflocken, die dann aber auch den ganzen Tag satt machten. Morgen werde ich beim Foodtruck von Bora-Hans Grohe nach einer angemessenen Mahlzeit fragen. 😉


Wir brachten es gestern nicht über das Herz, unsere geliebten Räder im hoteleigenen Radkeller zurückzulassen. Dieser war abgelegen (man musste sich für jede Tour einen Schlüssel geben lassen, durch 10 Türen kämpfen, einmal durch das gesamte Hotelgrundstück schieben und den Schlüssel wieder abgeben), bot keinerlei passende Gesellschaft für unsere verwöhnten Räder und war zudem unsicher. Also nahmen wir unsere Räder kurzerhand mit auf den Balkon, um sie stets im Blick zu haben. Wir fanden nirgendwo ein Schild, was uns auf ein Verbot dessen hinwies und zudem sind die beiden ja auch sauber und ruhig.

So konnten wir heute in aller Frühe aufbrechen und hatten als Ziel den Berg Randa auserkoren. Obwohl ich schon sehr oft auf der Insel war, bin ich noch nie dort gewesen. Höchste Zeit, dies zu ändern. Auf dem Plan stand die zweimalige Befahrung im Tempomodus. Ein super schöner Arbeitsberg - von vielen Profis ebenfalls geschätzt, wenn man sich die dichte Frequentierung ansieht.

Nach 3,5 Stunden Fahrtzeit, 86 Kilometern und 1030 Höhenmetern endete der zweite sehr gute Trainingstag.

Tag 3: Heute muss ein 100er her!
Beim Frühstück passte ich meine Essgewohnheiten heute den Gegebenheiten des Büffets an und konnte meine Kohlenhydratspeicher einigermaßen füllen. Es ist ein regelrechter Kampf am Büffet gegen unzählige deutsche Rentner - in unserem Hotel senken wir den Altersschnitt erheblich. Die meisten Gäste sind in der Tat deutsche, sonnenhungrige unter Vitamin-D-Mangel leidende  - zumeist als Ehepaar mit gleicher Windjacke im Duett auftretende - Rentnerpaare. Das werde ich mir hier im Alter definitiv auch gönnen, bevor ich zu Hause unter einer grauen Wolkendecke alt werden muss.

Die Mission des Tages war die Absolvierung der ersten 100-Kilometer-Tour für dieses Jahr. Eine lange Ausdauerfahrt somit, die bei 20 Grad und Sonnenschein um einiges leichter fällt, als in der Heimat. Es lief so zügig heute, die Kilometer flogen nur so dahin. Zunächst fuhren wir Richtung Palma und dann über Bunyola durch den landschaftlich wunderschönen und bergigen Orient. Nach einer Mittagspause mit Kaffeestopp in Alaro rollten wir durch unzählige weitere Orte, deren Reihenfolge ich nicht mehr so genau rekonstruieren kann - zurück ins Hotel.

Die Daten des dritten Trainingstages: 107 Kilometer, 4 Stunden 20 Minuten Fahrtzeit, 1024 Höhenmeter und 2000 verbrannten Kalorien (aller höchste Zeit, die Speicher wieder zu füllen). Apropos Speicher füllen: Da wir es nicht bis zum Abendessen erwarten konnten, suchten wir kurzerhand den Supermarkt um die Ecke auf. Und siehe da, auf dem Weg dorthin stießen wir zufällig auf den Truck vom Team Trek-Segafredo, die sich gerade im Nachbarhotel häuslich einrichteten. Jetzt wissen wir, wo wir guten Kaffee abstauben können. ;)




Der erste Trainingsblock auf der Insel ist somit absolviert und morgen steht der erste Ruhetag an.

Bis dahin: Keep on riding,
Vanessa




Zitate des Tages:
"Dann geh´ doch mal rüber zu Bora, die kochen dir was Feines."
"Immer diese Sonderwünsche."
"Man soll nicht hungrig einkaufen gehen."
    -"Dann dürfte ich ja niemals einkaufen gehen!"